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Österreich

Glossar-Begriff
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Informationstexte

Suchwort: Österreich_2.0.563.html/trocken

trocken
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In Deutschland und Österreich gebräuchliche Bezeichnung für einen bestimmten Gehalt an Restzucker im Wein, die fakultativ am Etikett angeführt werden kann. Das sind bis 4 g/l oder bis 9 g/l, sofern die Gesamtsäure höchstens 2 g niedriger als der Restzucker ist. Dies heißt, dass zum Beispiel bei 9 g/l Restzucker die Gesamtsäure zumindest 7 g/l aufweisen muss. Diese Säureregelung hat eine praktische Bedeutung, da bei höherem Säuregehalt die Süße weniger wahrgenommen wird. Beim Schaumwein (wo ein anderes Geschmacks-Empfinden durch die Kohlensäure gegeben ist) darf der Restzucker zwischen 17 und 32 g/l liegen. Siehe auch unter den Bestimmungen der Länder sowie unter fränkisch trocken, österreichisch trocken, extra trocken, herb, halbtrocken, feinherb, lieblich und süß.

Eine oft gestellte Frage ist, was denn der Ursprung für den Begriff „trocken“ ist, der ja auf den ersten Blick für eine Flüssigkeit eigenartig erscheinen mag. Bei der Gärung wird bekanntlich Zucker in Alkohol umgewandelt, so dass grob vereinfacht die Formel gilt: je weniger Zucker, desto mehr Alkohol. Alkohol ist chemisch hydrophil (wasserliebend), das heißt, er ist sehr gut in Wasser löslich, bindet somit Wasser und entzieht es seiner Umgebung sogar. Etwas, dem Wasser fehlt, bezeichnet man als trocken. Der Alkohol im Wein lässt demnach im Mund ein eher trockenes Gefühl zurück, da er der Schleimhaut Wasser entzieht. Je geringer der Restzuckergehalt, desto stärker dieser Effekt.

Im berühmten ab dem Jahre 1836 entstandenen und erst lange nach dem Tode der beiden Autoren im Jahre 1961 beendeten „Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm“ ist unter dem Stichwort „trocken“ in Bezug zu Wein folgendes zu lesen: In Glossaren des 14. und 15. Jahrhundert ist „drocken“ oder „trucken“ die häufige Bezeichnung eines umgeschlagenen, kahmigen Weins, der einen hohen Gehalt an Essigsäure besitzt. Vor allem gelten säurehaltige, herbe, zusammenziehende Flüssigkeiten als trocken und der Begriff wird auch zur Bezeichnung eines durchgegorenen Weines verwendet, in dem sich der Zucker in Alkohol umgesetzt hat, der einen herben, säuerlichen Geschmack besitzt.

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