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Bewertung nach internationalem 100-Punkte-Schema

Die Weine werden nach dem 100-Punkte-System benotet. Dabei fängt der nutzbare Bereich, wie international üblich, bei 50 WP (Wein-Plus-Punkten) an. Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelbewertungen zusammen:

  • Auge: 5 WP
  • Nase: 15 WP
  • Mund: 25 WP
  • Gesamteindruck und Potenzial: 5 WP

Anmerkung: Da es jedem Erzeuger möglich ist, durch Schönen und Filtern einen Wein mit strahlender Erscheinung zu produzieren, messen wir dem optischen Eindruck nur marginale Bedeutung bei. So erhält jeder Wein ohne gravierende Farbmängel 5 WP zugestanden.

Das bedeuten die Punktnoten

In den Wein-Plus-Führer werden nur Weine aufgenommen, die eine Mindestpunktzahl von 80 WP erreicht haben. Daher findet der Bereich zwischen 50 und 79 WP hier keine Berücksichtigung. Weine, die 80 Punkte nicht erreichen, werden zwar ebenfalls beschrieben und exakt bewertet und spielen bei der Weingutsklassifikation sehr wohl eine Rolle, werden jedoch nicht veröffenlicht.

Die Bewertung erfolgt, wie gesagt, nach dem aus den USA stammenden und dem dortigen Schulnotensystem entlehnten 100-Punkte-Schema. Es existieren heute verschiedene Auffassungen darüber, wie streng dieses System interpretiert werden sollte. So gibt es bei den meisten Anwendern dieses Schemas seit mehreren Jahren eine schleichende Verschiebung der Punktnoten nach oben, was zu einer unnatürlichen Stauchung des Systems führt.

Bei Wein-Plus wird die ursprüngliche, strenge Version angewendet, bei der der Bereich der empfehlenswerten Weine bereits bei 80 WP beginnt. Bitte halten Sie sich diese Benotungspraxis stets vor Augen, wenn Sie unseren Führer benutzen, da dies für das Verständnis der Bewertungen unerlässlich ist.

80-84 WP

Gut: Saubere, möglichst harmonische, im besten Fall typische Weine mit gewissem Charakter. In den meisten Fällen bereits ein echtes Trinkvergnügen. Basisweine, die in dieser Kategorie landen, dürfen bereits als weit überdurchschnittlich angesehen werden, bei Spitzenprodukten allerdings deutet eine Bewertung in diesem Bereich auf gewisse Schwächen hin.

85-89 WP

Sehr gut: Bemerkenswerte Weine mit Persönlichkeit, Ausdruck sowie gewisser Komplexität und Tiefe, welche die Aufmerksamkeit jedes anspruchsvollen Weinliebhabers verdienen.

90-94 WP

Hervorragend: Erstklassige Weine, die zu den besten ihrer Art gehören. Absolute Reintönigkeit, Harmonie, Tiefe und Charakter müssen gegeben sein.

95-99 WP

Groß: Weine von Weltklasse, deren Tiefe, Komplexität und Ausdruck ein unvergessliches sinnliches Erlebnis gewährleisten.

100 WP

Einzigartig: Weine, die man nur anders, aber nicht mehr besser machen kann.

Trinkempfehlung

Jeder Wein wird ausführlich beschrieben und erhält eine Prognose über den voraussichtlich besten Trinkzeitraum. Diese Angaben entsprechen keineswegs einer eindeutigen Haltbarkeitsinformation, sondern geben lediglich Auskunft darüber, in welchem Zeitraum sich ein Wein bei normaler Lagerung voraussichtlich am vorteilhaftesten präsentiert. Eine Jahresangabe bedeutet immer die Erwartung, dass sich ein Wein mindestens bis zum Ende des angegebenen Jahres in guter Form präsentieren wird. Viele Weine bleiben weit über das angegebene Datum hinaus in guter Form, wir gehen jedoch nicht davon aus, dass sie sich dann weiterhin positiv entwickeln. Auch mit größter Erfahrung bleiben diese Angaben stets Schätzungen. Positive wie negative Überraschungen erleben wir in diesem Punkt immer wieder, zumal die Entwicklung sehr stark von den jeweiligen Lagerbedingungen abhängt. Laufend erfolgen bei uns im Haus jedoch Nachproben älterer Weine. Die Erkenntnisse hieraus dienen uns dazu, in Zukunft noch genauere Angaben machen zu können.

Besonders strenge Anwendung des 100-Punkte-Schemas

Bitte beachten Sie, dass dieses Bewertungssystem bei Wein-Plus differenzierter und strenger angewendet wird, als es bei anderen internationalen Publikationen inzwischen üblich ist, da viele Kollegen immer stärker zur Vergabe hoher Punktnoten neigen. Hier z.B. ein Vergleich aller getesteten Weine zwischen Wein-Plus und dem Wine Spectator:


Quelle: eigene Zahlen und Wine Specator, Ausgabe Jan/Feb 2006

Klassifizierung der Erzeuger

Aus den repräsentativen Weinbewertungen, die ein Weingut langfristig erzielt hat, ergibt sich die Erzeugerklassifikation. Sie gibt dem Leser auf den ersten Blick eine zuverlässige Information über das Qualitätsniveau des betreffenden Erzeugers. Die Spanne reicht von bis .

Die Klassifizierung beruht auf den längerfristigen Erfahrungen, die unser Verkosterteam unter den strengen Bedingungen, die für den Weinführer gelten, mit den Weinen eines Betriebs gemacht hat. Basis sind somit ausschließlich die Weine, die blind im Erlanger Verkostungsraum probiert wurden. Dazu müssen von jedem klassifizierten Erzeuger ausreichend Weine aus den letzten Jahrgängen vorliegen.

Weingüter, von denen wir bislang nicht genügend oder keine Weine probieren konnten, oder solche, die uns über 2 Jahre lang keine Weine mehr vorgestellt haben, erhalten eine vorläufige Klassifikation (), wenn wir Grund zu der Annahme haben, dass sie bei regelmäßiger Anstellung eine Klassifikation verdient hätten. Die so gekennzeichneten Betriebe werden von uns regelmäßig eingeladen, ihre Weine anzustellen.

Erzeuger von nationaler Klasse

Die Weine halten konstant hohes Niveau und gehören in der Regel zu den besten ihrer jeweiligen Kategorie im Gebiet. Schwächen gibt es kaum, können in problematischen Jahrgängen jedoch vorkommen. Diese müssen jedoch in guten Jahren mit besonders überzeugenden Sortimenten ausgeglichen werden, damit ein Betrieb den Status halten kann. In aller Regel kann man hier blind kaufen

Erzeuger von internationaler Klasse
Produzent von erstklassigen Weinen, die auch im internationalen Vergleich regelmäßig zu den besten ihrer Art gehören. Mittelmäßige Weine sind selten, echte Schwächen gibt es so gut wie nie. Auch in schwierigen Jahren entstehen hier regelmäßig erstklassige Qualitäten

Erzeuger von Weltklasse
Die Weine dieser Betriebe zählen Jahr für Jahr zu den absolut besten ihrer Art und sind in der Spitze nahezu konkurrenzlos - und das unabhängig von Jahrgangsschwankungen. Doch auch die einfacheren Gewächse sind fast ausnahmslos exzellent. Schwächen gibt es praktisch nicht, und mittelmäßige Weine kommen so gut wie nie vor

Die Erzeugerklassifizierung wird entsprechend den eingereichten und probierten Weinen laufend überarbeitet. Dabei lassen wir uns mit Abstufungen grundsätzlich etwas mehr Zeit als mit Aufstiegen.

"Wir haben schon sehr viele Kunden durch Wein-Plus gewonnen. Sehr oft wird unsere Bewertung in Wein-Plus von Kunden als Referenz genutzt."

Jens Zimmerle

www.zimmerle-weingut.de

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