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 Blue Portugal

Blauer Portugieser

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Suchwort: Blauer Portugieser

Blauer Portugieser
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Die rote Rebsorte stammt wahrscheinlich aus Portugal, von wo sie nach Österreich gelangte. In einigen Quellen wird dies zwar bestritten (zum Beispiel bei Jancis Robinson), aber in der österreichischen Gemeinde Gumpoldskirchen ist bekundet, dass der Vöslauer Schlossherr Freiherr von Fries 1772 die Sorte von der portugiesischen Stadt Porto nach Bad Vöslau gebracht habe. Synonyme sind Autrichien, Azul, Badener, Blaue Feslauertraube, Bonnette, Brina, Feslauer, Imbrina, Kékoporto, Modra Kraljevina, Modra Portugalka, Modrý Portugal, Moravna, Oporto, Oporto Kék, Portugais Bleu, Portugalské Modré, Portughese, Portugieser, Portugizac Crni, Raisin des Roses, Ranina, Skorak, Vöslaner, Vöslauer und Weslau. Der Sektpionier Robert Schlumberger (1814-1879) stellte 1846 den ersten österreichischen Schaumwein vor, der daraus weiß gekeltert wurde (Blanc de noirs).

Von Österreich aus verbreitete sich die Rebe zunächst nach Ungarn, Böhmen, Kroatien und Slowenien und kam durch den deutschen Weinbau-Pionier Johann Philipp Bronner (1792-1864) im Jahre 1840 auch nach Deutschland. Eher kleinere Bestände gibt es auch in Frankreich, Italien, im ehemaligen Jugoslawien, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Ukraine sowie auch in Südamerika, Südafrika und Neuseeland. In Deutschland war sie im Jahre 2009 nach Spätburgunder und Dornfelder mit 4.202 Hektar die dritthäufigste Rotweinrebe. Vor allem ist sie in den Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen verbreitet. Ein Großteil wird dort zu Portugieser Weißherbst verarbeitet. In Österreich belegte sie 2009 nur mehr 1.622 Hektar Rebfläche mit stark fallender Tendenz.

Die früh reifende, ertragreiche Rebe ist anfällig für beide Mehltauarten und besonders Schwarzflecken-Krankheit. Sie erbringt einen rubinroten, hellen Rotwein mit frischer Säure und Heublumenaroma. Bei Ertragsreduzierung und Barrique-Ausbau sind auch Weine mit Lagerungspotential möglich. Die Sorte ist auch als Tafeltraube geeignet. Seltene oder bereits ausgestorbene Spielarten sind Frühblauer Portugieser (auch Lashka Modrina, Oberfelder, Vranik), Roter Portugieser, Grauer Portugieser und Grüner Portugieser. Die Sorte Blauer Portugieser war Kreuzungspartner bei den Neuzüchtungen Blauburger, Carmina, Dakapo, Heroldrebe, Jubiläumsrebe, Neronet, Schlagerblut und Segalin.

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