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 Soil type

Bodentyp

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Suchwort: Bodentyp

Bodentyp
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Die verschiedenen Bodentypen haben sich im Verlaufe von Jahrmillionen durch physikalische und chemische Verwitterung von Gesteinen sowie durch Humifizierung organischer Stoffe herausgebildet (siehe dazu auch unter Geologie). Bei der physikalischen Verwitterung bewirken Naturgewalten wie Wind, Wasser, Hitze, Kälte und Eis zunächst die mechanische Zerkleinerung der Gesteinsformationen in Gerölle und Schotter. Dabei spielen starke Temperaturgegensätze, Reibungs- und Scherkräfte sowie die Frostsprengung durch gefrorenes Wasser in Gesteinsklüften eine wichtige und entscheidende Rolle. Chemische Verwitterungsprozesse wie zum Beispiel Oxidation, Lösungsprozesse und Säureattacken greifen die mineralische Gitterstruktur der Gesteine an. Dabei werden leicht wasserlösliche Mineralien wie Carbonate und Sulfate zuerst aufgelöst, das Gestein zerfällt langsam zu Grus, Sand, Schluff oder Ton. Jedes Gestein bzw. Mineral, auch der härteste Granit oder Quarz wird irgendwann einmal zu Staub zerfallen, wenn es auch viele Jahrmillionen dauert.

Organische Substanzen aus Pflanzenresten, tierischen Rückständen von Würmern, Insekten und Kleintieren aller Art sowie abgestorbene Mikroorganismen wie zum Beispiel Algen, Bakterien und Pilze werden in Humus umgewandelt. Dabei werden die für das Pflanzenwachstum essentiellen Stickstoffverbindungen (Nitrat, Ammonium) sowie auch andere Nährstoffe freigesetzt. Bei der Zersetzung organischer Rückstände wie Holz, Blätter, Wurzeln oder Tierleichen spielen Pilze und Bakterien die Hauptrolle. Insekten wie zum Beispiel Bodenmilben sind wegen ihrer zerkleinernden Frassaktivitäten wichtig. Regenwürmer sind entscheidend bei der Bodenlockerung, Durchmischung und der Bildung von stabilen Ton-Humus-Komplexen beteiligt, die im Regenwurmdarm gebildet und als Kot ausgeschieden werden. Diese tragen zur Strukturstabilität des Bodens bei und können leicht wasserlösliche Nährstoffe binden und so länger für die Pflanzen verfügbar machen.

Jeder Boden besteht grundsätzlich aus drei Horizonten, die dem unverwitterten Ausgangsgestein aufliegen: dem untersten noch weitgehend rohen und nur physikalisch verwitterten Gesteinshorizont (C-Horizont), einer darüberliegenden humusarmen Schicht mit einem bereits chemisch zu Sand, Schluff oder Ton verwitterten Feinbodenhorizont (B-Horizont) und dem oberen belebten, humusreichen A-Horizont mit der noch nicht zersetzten Streuauflage. Es gibt auch Übergänge zwischen den Horizonten, durch tiefe mechanische Bodenbearbeitung werden Horizonte durchmischt, und je nach Klima und Erosionseinwirkungen kann der A- oder B- Horizont auch fehlen oder nur marginal ausgebildet sein. In einem Weingarten sind die Horizonte durch Bodenbearbeitung in der Regel bereits vermischt worden. Gesteinsuntergrund, Ausgangsboden, Bodenbearbeitung, Düngung sowie Wasserhaushalt mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen dem Wasserspeicherungs-Vermögen und dem Wasserabzug prägen neben dem lokalen Klima (Kleinklima oder Lagenklima) den Standort Weinberg und geben jeder Weinbergslage den typischen und unverwechselbaren Charakter der Herkunft. Die Dauer des Vegetationszyklus, die Ausrichtung der Exposition (Sonneneinstrahlung) und das lokale Lagenklima am Hang, die vorhandenen Bodenverhältnisse, der Humus- und Kalkgehalt und die Wasserversorgung beeinflussen die Wahl der am besten geeigneten Rebsorten.

Der bekannte Geologe und Weinbuch-Autor James E. Wilson schreibt in seinem Buch „Terroir - Schlüssel zum Wein“ treffend: „Der Boden ist die Seele der Weinrebe“. Allerdings dürfte der unmittelbare Bezug von Gestein, Rebsorte und Weincharakter heute durch die einheitliche Benutzung oft flach wurzelnder Unterlagen bei starker Mineraldüngung und dem Einsatz neuer weinbaulicher Kellermethoden nur noch marginal ausgeprägt sein. In den früher nur sparsam und meist organisch gedüngten Weinbergen mit ihren alten, wurzelecht gepflanzten und häufig tief ins Gestein wurzelnden Rebstöcken kam diese Beziehung sicher viel stärker zur Geltung. Besonders die Franzosen haben die Bedeutung des Zusammenspiels von Klima-Gestein-Boden-Lage-Kleinklima und Rebsorte schon sehr früh erkannt und dieses in der Schaffung des Begriff Terroir sozusagen zu ihrer Philosophie erhoben. Das Terroir mit den dafür geeigneten Rebsorten wird bei der Klassifizierung der Weinbaugebiete als Appellation d’Origine Protégée (AOP) weingesetzlich definiert. Dies ist ein klarer Unterschied zur Philosophie zum Beispiel in Deutschland und Österreich, wo nicht der Lage, sondern hauptsächlich der Rebsorte und den daraus gewonnenen, rebsortenreinen Jahrgangsweinen große (zuviel) Bedeutung beigemessen wird.

Von großem Vorteil ist es, wenn der Rebstock seine Wurzeln möglichst tief in das Erdreich bohren muss. Durch die Fähigkeit von Böden als Ionenaustauscher zu fungieren, also Nährsalze in der Bodenlösung gegen die von der Pflanze abgegebenen Protonen (H+) und Anionen (OH-) auszutauschen, wird die Versorgung der Wurzeln mit essentiellen Nährstoffen und Spurenelementen überhaupt erst ermöglicht. Die aufgenommenen Mineralstoffe finden sich im Gesamtextrakt eines Weines wieder. Der Rebstock benötigt rund zwanzig essentielle Spurenelemente und die Hauptnährstoffe, um optimal gedeihen zu können. Als Dauerkultur ist er weniger auf fruchtbare Böden angewiesen wie einjährige Kulturpflanzen. Es gibt nicht selten Lagen mit sehr kargen Böden, auf denen hochwertige Weine wachsen. Daraus darf aber keinesfalls geschlossen werden, dass die Weinqualität umso besser ist, je weniger Nährstoffe im Boden zur Verfügung stehen.

Zum Beispiel kann ein Mangel an Stickstoff und Aminosäuren im Most die Hefen bei der Gärung behindern und Gärfehler verursachen. Unter anderem kann sich das durch den Weinfehler UTA (untypischer Alterston) äußern. Vielmehr sind die harmonische Zusammensetzung der Nährstoffe im Boden, die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit sowie der Aggregatzustand und die Durchwurzelbarkeit von Bedeutung für die Eignung eines Bodens für den Weinbau. Durch Pflanzen- oder Boden-Tests mittels EUF-Methode kann ein Mangel an Nährstoffen erkannt und ggf. durch Düngung behoben werden. Eine umfassende Einstufung bzw. die Feststellung der Bodenqualität für landwirtschaftliche Nutzung im Allgemeinen bzw. auch speziell für Weinbau erfolgt mittels so genannter Bonitur.

Auf kalkreichen Böden mit pH-Werten über 8 erschwert der hohe Kalzium-Anteil im Boden die Aufnahme anderer zweifach positiv geladener Ionen wie Stickstoff-Verbindungen, Magnesium oder die Spurenelemente Bor, Eisen, Mangan oder Zink, so dass Kalk-Chlorosen oder andere physiologische Mangelerscheinungen auftreten können, selbst bei normalerweise ausreichenden Nährstoffgehalten im Boden. Besonders zu Beginn des Wachstumszyklus sollte der Stickstoffgehalt (in Form von Nitrat und Ammonium) im Boden ausreichend sein. Als Grundregel gilt, dass basische (alkalische) Böden mit hohem pH-Wert über 8 (zum Beispiel Kalk-, Kreide- und Mergelböden mit zumeist hohem Anteil an Kalzium und Magnesium) Weine mit höherem Säuregehalt ergeben, während saure Böden mit niedrigen pH-Werten unter 6 bis 4 (zum Beispiel Granit, Quarzsand) Weine mit geringeren Säuregehalten bewirken. Versuche mit gesteigerten Kalium-Gaben haben gezeigt, dass Reben mit einer erhöhten Äpfelsäure-Produktion reagieren. Um den erhöhten Einstrom positiver Kalium-Ionen auszugleichen, produziert die Pflanze negativ geladene Säure-Anionen (Äpfelsäure). Jedoch tragen (unabhängig von den jahrgangs- bzw. reifebedingten Säurewerten) selbstverständlich auch andere Ursachen zum Säuregehalt im Wein bei.

Ein guter Weingarten-Boden sollte eher mager, mittel- bis tiefgründig, gut durchlüftet, wasserdurchlässig und nicht verdichtet, gehaltvoll aber nicht zu fett, nicht zu humusreich aber reich an mineralischen Komponenten sein. Die besten Lagen sind so genannte Hanglagen, weil dadurch im Spätsommer ein fast senkrechter Einfallswinkel für die Sonnenstrahlen entsteht, und somit das Maximum an Einstrahlung ausgenutzt werden kann. Die beste Lage am Hang ist die windberuhigte konkave Mitte (Bauch, Nabel, Niere), wo die höchsten Temperatursummen erreicht werden und der Boden meist gut durchlässig ist. Auch die Bodenfarbe spielt eine wichtige Rolle, denn dunkle Böden absorbieren die Wärme der Sonne schneller und umfassend, während helle Böden Licht reflektieren, so dass sich solche Böden nicht so schnell und nicht so stark erwärmen. Die Gesamtkriterien für die Eignung einer Region für den Weinbau werden als Weinbauwürdigkeit bezeichnet.

Alberese: Italienische Bezeichnung für den zum Beispiel in den besten Chianti-Gebieten vorkommenden verwitterten Sandstein (siehe auch unter Galestro).

Alluvium/Alluvion: Lateinische Bezeichnung für „Schwemmland“, ein durch Wasser angeschwemmtes und abgelagertes Schwemmsediment. Die geologische Bezeichnung für den Vorgang des Anschwemmens ist „fluviatil“. Alluvium ist auch ein anderer Name für das Holozän, das jüngste und seit Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren bis heute andauernde Erdzeitalter. Alluvialböden sind zumeist feinkörnige, sehr fruchtbare Bodentypen, die im Überschwemmungs- und Mündungsbereich von Flüssen entstehen. Sie bestehen aus herangespülten und bei Wasserberuhigung absedimentierten Bodenteilchen.

In Abhängigkeit von der Sinkgeschwindigkeit der im Wasser mitgeführten Bodenteilchen und der Fließgeschwindigkeit des Hochwassers bestehen sie aus tonigem Schlamm, Schlick, Sand oder im unmittelbaren Uferbereich mit hohen Abfließgeschwindigkeiten und starker Erosionsdynamik aus Kies und Geröllen. Trotz überwiegend steiniger und sandiger Beschaffenheit, wie zum Beispiel im französischen Weinbaubereich Médoc, sind diese Böden dort für den Weinbau sehr gut geeignet. Das Geheimnis der dortigen Lagen sind die während verschiedener Hochwässer abgelagerten und mit Sand und Schotter überdeckten Tonlinsen im Inneren der alluvialen Schotterterrassen, die Wasser speichern können. Solche Tonschichten werden von den Rebstockwurzeln förmlich gesucht.

Amphibolit: Zumeist schwarz über grau bis dunkelgrünes Gestein, das durch die metamorphe Umwandlung von Basalt (siehe weiter unten) unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen entstanden ist. Es besteht bis zu 50% aus Vertretern der Amphibolgruppe wie zum Beispiel Hornblende (siehe weiter unten) oder Tschermakit, sowie bis 40% aus anderen Mineralen wie Granat und Quarz, sowie Erzen wie Magnetit und Pyrit.

äolisch: Nach dem griechischen Windgott Äolus benannte, vom Wind verursachte Erscheinungen. Durch einen äolischen Transport wird Feinmaterial wie Löss, Silt (Schluff) oder Ton aus dem Ausgangsstoff wie Lockergestein ausgelöst und durch den Wind über größere Entfernungen transportiert. Unter äolischer Verwitterung versteht man das Abtragen von Gestein durch vom Wind bewegte Sandkörner, Feinkies usw. mit dem Effekt eines Sandstrahlgebläses. Dadurch entsteht ein äolischer Verwitterungsboden.

Arkose: Der geologische Begriff beschreibt einen rosa bis rötlichen, grobkörnigen Sandstein mit hohem Anteil an Feldspat, der vor allem in trockenen, wasserarmen Gebieten vorkommt. Er leitet zu den grobkörnigeren Granitgesteinen über.

Auenböden: Aus Flussablagerungen entstandene Böden, die periodisch überflutet werden. Solche kommen zum Beispiel in Donau-, Mosel- und Rheinauen vor. Wenn sie nicht mehr überflutet werden, entwickeln sie sich zu Braunerden und Parabraunerden. Diese Böden sind zumeist nährstoffreich, biologisch aktiv und fruchtbar.

Basalt: Basisches Erguss-Gestein (aus erkalteter Magma) bestehend aus Feldspat, Hornblende, Olivin, Pyroxen und Magnetit. Es enthält viel Kalk und Soda und ist reich an Mineralstoffen. Es ist ein hartes, langsam verwitterndes Gestein, aber bildet gute Böden und ergibt Weine mit ansprechender Säure.

Bims (Bimsstein, Bimstuff): Das poröse, glasige Vulkangestein entsteht durch gasreiche vulkanische Eruptionen, bei denen die Lava durch Wasserdampf und Kohlendioxid aufgeschäumt wird. Es unterscheidet sich chemisch nicht von anderer Lava, ist jedoch durch die eingeschlossene Luft wesentlich leichter. Die Farbe variiert von schwarz und mit zunehmendem Luftgehalt über grau bis weiß. Die Bezeichnung Bimstuff bezieht sich auf die Korngröße, zumindest 75% müssen dabei aus vulkanischer Asche bestehen. Böden aus Bims haben ein gutes Wasserspeicherungs-Vermögen und sind sehr gut für den Weinbau geeignet. Man findet sie durchgehend auf der griechischen Insel Santorin, die aus einer Vulkanexplosion entstanden ist. Dem Bims ähnlich ist der Obsidian, der aber wesentlich weniger Kohlendioxid enthält. Siehe auch unter Canava und unten bei Vulkangestein.

Blauschiefer: Siehe weiter unten bei Schiefer.

Boulbènes: Im Bordeaux gebräuchliche Bezeichnung für einen sehr feinen, kieselhaltigen Boden. Er kommt auf dem Plateau des Bereiches Entre-deux-Mers vor.

Braunerde: Diese A-B-C Böden entwickeln sich vor allem über kalkarmen, aber basenreichen Gesteinen, zum Beispiel Granit, Gneis, Grauwacke, Tonschiefer, tonreichen Sanden und tonigem Sandstein. Die Bildung erfolgte unter feuchten Klimabedingungen aus humusreichen Oberböden auf kalkarmem Silikatgestein (Rankern) mit Laub- und Mischwaldbestockung. Die Braunfärbung im B-Horizont entsteht durch Eisenoxyde, die bei der chemischen Verwitterung eisenhaltiger Silikate gebildet werden. Dabei trugen die von den Baumwurzeln abgegebenen Säuren stark zur Tiefenverwitterung des B-Horizonts bei. Kalkgehalt, Steingehalt und Wasserhaushalt von Braunerden können stark differieren. Je nach Beschaffenheit kann dies ein ausgezeichneter Boden für den Weinbau sein.

Die so genannten Parabraunerden unterscheiden sich von der Braunerde dadurch, dass Tonteilchen aus oberen in tiefere Schichten verlagert wurden. Dies ist ein Prozess, der bei Bodenversauerung vonstatten geht. Durch Kalklösung verschwinden kittende Kalkstrukturen, so dass die freigesetzten Tonteilchen mit dem Sickerwasser in tiefere Bodenschichten abgeschwemmt werden. Parabraunerden entstanden zumeist aus Pararendzinen. Parabraunerden und Braunerden sind die verbreitetesten Böden im humiden Europa. Lehm- und Löss-Parabraunerden zählen zu den fruchtbarsten Böden.

Buntsandstein: Buntfarbiger, zumeist roter Sandstein mit zum Teil tonigen Einschwemmungen. Der Buntsandstein entstand aus dem Abtragungsschutt von Gebirgen des Erdaltertums. Er wurde in trockenem halbwüstenhaften Klima in einem großen Becken (Germanisches Becken) in der Mitte des heutigen Europas abgelagert und später durch Sedimentgesteine wie zum Beispiel den Jurakalk oder durch Fluglöss überlagert.

Crasse de fer: Spezielle Bezeichnung für einen Sand-Kiesboden mit Zwischenschichten aus Lehm und einer Unterschicht aus eisenhaltigem Eisenortstein im Bereich Pomerol; siehe auch unter Terra Rossa.

Eisen: Siehe unter Terra Rossa.

Feldspat: Große Gruppe komplexer Silikat-Verbindungen weißer und rötlicher Mineralien, die zu etwa 60% an der Zusammensetzung der Erdkruste beteiligt sind. Diese enthalten unter anderem Eisen, Kalium, Kalzium und Natrium. Es gibt die drei Hauptgruppen Kaliumfeldspat (Adular, Sanidin), Kalknatronfeldspat (Albit, Periklin, Anorthit) und Mikrolin. Durch Verwitterung entstehen basenreiche Tonmineralien, die mineralisch gebundene Ionen als Nährstoffe an den Rebstock abgeben können. Feldspat ist auch einer der drei Hauptbestandteile von Granit und Gneis - siehe beide weiter unten.

Feuerstein: Das grau- bis schwarzfarbige Gestein (Flint, Silex) der feinkristallinen Quarzart Chalzedon mit splittrig-muscheligem Bruch hat eine weiße, poröse Oberflächen-Struktur. Es entstammt kieselsäurehaltigen Meeres-Lebewesen (Diatomeen, Radiolarien = Meeresplankton - siehe auch unter Kieselgur). Dieser Boden ergibt typische Weine mit einem Geschmack nach Feuerstein wie zum Beispiel beim französischen Pouilly-Fumé.

fluviatil: Von fließendem Wasser abgetragen oder abgelagert - das Ergebnis ist ein Alluvion- oder auch Alluvium-Boden (Schwemmlandboden); siehe oben.

Flysch: Allgemeine Bezeichnung (Ursprung Schweiz) für einen komplexen Bodentyp. Es handelt sich um fossilarme, einförmige Sandsteine sowie Mergel- und Tonschiefer, die am Rande eines sich bildenden Gebirges aus dessen Abtragungsschutt entstanden sind. Im engeren Sinne meint man damit die Gesteine aus der Zeit zu Beginn der Alpenentstehung, die sich in den nördlichen Alpen vom österreichischen Wienerwald bis in die Westschweiz finden. Da es sich um ein rutschfreudiges" Gestein handelt, ist die Landschaft oft von sanften, runden Hügeln geprägt. Typisches Beispiel ist die DOC Collio Goriziano, der dort typische Boden wird (nach dem Ort) als „Flysch di Cormòns“ bezeichnet. Flyschgestein mit vorherrschendem Quarzsandstein kommt auch am Bisamberg bei Wien (Österreich) vor.

Galestro: Berühmter blaugrauer Kalkstein-Schieferboden aus den besten Anbaugebieten der Toskana, häufig vorkommend im Bereich Chianti-Classico (siehe auch oben unter Alberese). Nach dem Boden wurde auch ein Weißwein benannt.

Garrigue: Mediterrane Strauchheidenformation auf flachgründigen Böden, die vor allem in Frankreich (z. B. Châteauneuf-du-Pape), Italien (Sardinien) und Nordafrika verbreitet ist.

Gehängelehm oder Berglehm: Dieser kommt in bergigen und hügeligen Gegenden vor. Er stellt die lehmige Verwitterungsrinde der anstehenden Gesteinsart dar. Solche Lehme sind mit Gesteinsbruchstücken durchsetzt. Siehe auch weiter unten bei Lehm.

Gips: Häufig vorkommendes Mineral der Klasse der wasserhaltigen Sulfate (Calciumsulfat). In der Regel ist es farblos oder weiß, kann aber durch verschiedene Beimengungen eine gelbliche, rötliche, graue oder braune Farbe annehmen. Eine häufig vorkommende kristalline Art ist Alabaster. Geologisch ist Gips durch Auskristallisieren aus Calciumsulfat-übersättigtem Meerwasser entstanden. Er ist oft in Tonen und Mergeln enthalten.

Gleye: Grundwasserbeeinflusster Bodentyp über einer nicht tiefer als 1,3 Meter unter Grund anstehenden, langsam zügigen Grundwasserschicht. Gleyböden sind häufig in Auenwäldern, in Bodensenken und an Flüssen anzutreffen. Sie sind durch einen rostroten Oxidationshorizont und den darunterliegenden graufahlen Reduktionshorizont gekennzeichnet. Die reduktiven Prozesse im sauerstoffarmen Grundwasserhorizont führen zur Lösung von Eisen und Mangan, das mit dem Grundwasser aufsteigt und im Oxidationshorizont rostrot aufoxidiert wird. In ständig durchnässten, sauerstoffarmen Bodenhorizonten wird das Wurzelwachstum allgemein stark gehemmt, so dass solche Böden nicht für den Weinbau geeignet sind. Pseudogleye entstehen, wenn bei Bodenverdichtung auf Grund eines schlechten Wasserabzuges das Niederschlags-Wasser nicht im Unterboden versickern kann und sich ein staunasser Regenwasserhorizont bildet, in dem die Wurzeln verfaulen. Solche Böden werden als Staunässeböden bezeichnet.

Gneis: Mittel- bis grobkörnige Metamorphite (Gesteine, die unter hoher Druck- und Temperatureinwirkung durch Umwandlung aus anderen Gesteinen entstanden sind) bzw. kristalline Schiefer in grau, grüngrau, rotgrau und rotbraun. Der Name leitet sich vom altdeutschen Wort „Geneus“ ab (taubes feste Gestein zwischen den Erzgängen). Hauptanteile sind Feldspat (Orthoklas, meist über 20%), Quarz und Glimmer (Biotit, Muskovit, Fuchsit). Außerdem können Cordierit, Epidot, Granat, Hornblende, Sillimanit u.a.m. enthalten sein. Es wird unterschieden in Ortho-Gneis aus umgewandeltem Erstarrungs-Gestein (Magma) und Para-Gneis aus umgewandeltem Sedimentgestein.

Granit: Das am häufigsten vorkommende Erstarrungs-Gestein (Pluton). Das leicht sauer verwitternde Gestein ist durch Erkalten bzw. langsames Kristallisieren von silizium-dioxidreichem Magma in sehr großen Tiefen entstanden. Hauptbestandteile sind Quarz, Feldspat und Glimmer und oft auch Hornblende. Der Boden ergibt mineralische und eher weniger säurebetonte Weine. Der nördliche Teil des französischen Beaujolais oder die Ortenau im deutschen Anbaugebiet Baden besteht aus solchen Granitverwitterungsböden.

Grauwacke: Trümmersedimente aus dunkelgrauem bis graugrünem sehr hartem Sandstein mit wechselndem Gehalt an Quarz, Feldspat, Glimmer, Chlorit und anderen Mineralien, sowie Gesteins-Bruchstücken von Ton- und Kieselschiefern. Grauwacke wird zum Beispiel sehr häufig für die Herstellung von Pflastersteinen verwendet. Dieser Boden eignet sich ausgezeichnet für Weinbau. Er kommt zum Beispiel in den deutschen Anbaugebieten Ahr, Mosel, Mittelrhein und Rheingau vor. Der berühmte 132 Meter hohe Loreley-Felsen bei der Gemeinde St. Goarshausen am Mittelrhein besteht aus Grauwacke.

Grus (grusig): Bezeichnung (niederdeutsch) für kleine eckig-kantige und spröde Gesteinsstücke in der Korngröße von 2 bis 6 Millimetern, die durch Verwitterung entstanden sind. Bei der so genannten Abgrusung oder Vergrusung zerfällt Felsgestein (Granit, Schiefer etc.) besonders durch Temperaturverwitterung.

Hornblende (Amphibol): Sammelbezeichnung für eine Silikat-Mineralegruppe, die Aluminium, Eisen, Magnesium und Kalzium enthält. Es bildet das Hauptmineral vieler kristalliner Gesteine wie zum Beispiel Basalt, Granit und Gneis.

Humusboden: Aus organischen Bestandteilen mit pflanzlichem oder tierischem Ursprung gebildete Erdschichten. Siehe dazu ausführlich unter Humus.

Kalk (Kalkstein): Sammelbezeichnung für verschiedene und vielfältige Gesteine mit meist dominierendem Anteil an Kalziumcarbonat (kohlensaurer Kalk) und in geringeren Anteilen Magnesiumcarbonat. Der gegenüber Kreide vergleichsweise harte Kalkstein ist als hellgraues oder gelbliches, selten weißes Mineral und Sedimentgestein weit verbreitet und wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig nur als Kalk benannt. Kalkstein entstand als Sedimentgestein im Meer durch Ablagerung von Kalkschalen und kalkreicher Skelette kleiner Meerestiere wie Korallen, Muscheln oder Schnecken (Muschelkalk) und als Seeablagerung (Süßwasserkalk). Heute entsteht neuer Kalk noch als Quell-Ausscheidung von Wasserläufen in Kalkgebirgen oder in Kalkhöhlen mit hohen Lösungsanteilen von gelöstem Kalk (Calciumhydrogencarbonat) im Wasser. Unter atmosphärischen Bedingungen am Quellaustritt entweicht Kohlendioxid aus dem Wasser, das Lösungsgleichgewicht verschiebt sich und überschüssiges Kalzium wird als kristalliner Kalk (Sinter) ausgefällt.

Auch die aktive Kohlendioxidaufnahme von Quellmoosen fördert die Kalkausfällung, es entsteht ein poröser Kalkstein mit Hohlräumen (Travertin). Eine weiche Form von Kalkstein ist die Kreide (siehe weiter unten). Ein unter hohem Druck umkristallisierter Kalkstein ist der wesentliche härtere Marmor. In kalkreichen Böden ist Eisen schlecht pflanzenverfügbar, so dass chlorotische Erscheinungen wegen Eisenmangels häufig sind. Weiters besteht die Gefahr von Spurenelementmangel, insgesamt ist der Boden jedoch nährstoffreich. Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse können vor allem alte Reben mit gut entwickeltem Wurzelwerk besondere Qualitäten liefern. Kalkhaltige Böden erbringen in der Regel Weine mit guter Säure. Im europäischen Weingarten-Boden kommen Kalksteine besonders in Hanglagen häufiger vor. Vor allem in kühleren Weinbaugebieten sind die skelettreichen, schnell erwärmbaren und gut durchlüfteten Kalkböden geschätzt, erfordern aber kalktolerante Unterlagen. Bekannte Kalksteingebiete sind das spanische Jerez, wo auf dem berühmten Albariza-Boden die Trauben für den Sherry wachsen, sowie in Frankreich Burgund und Champagne. Siehe bezüglich „Kalk als Nährstoff“ auch unter Kalzium.

Karst: Eine Gestein- und Landschaftsformation aus wasserlöslichen Karbonatgesteinen wie Kalkstein oder Gips, die sich über Jahrtausende durch Erosion und Korrosionsprozesse gebildet hat. Das im Regenwasser als Kohlensäure gelöste Kohlendioxid der Luft ebenso wie die von Flechten und Wurzeln abgegebenen Pflanzensäuren korrodieren die Oberflächen dieser Kalkgesteine, Kalk löst sich im abfließenden Wasser, die Oberfläche wird ausgewaschen und langsam abgetragen. Es kommt es zu den charakteristischen Karst-Erscheinungen an der Oberfläche. Es bilden sich typische Furchen und Rinnen (Karren), in denen das Wasser abfließt. In den porösen Gesteinsschichten versickert das Wasser und frisst im Laufe der Zeit größere Hohlräume hinein, so dass sich weitverzweigte unterirdische Höhlen und tiefe Einsturzschächte (Dolinen) bilden. Diese erweitern sich immer mehr, so dass schließlich der oberirdische Niederschlag gänzlich versickert und sich in den unterirdischen Hohlräumen sammelt, wo sich unterirdische Flusssysteme ausbilden.

Über Jahrtausende bildeten sich Kalk-Rendzinen und Terra Rossa-Böden, die aus einem humusreichen fruchtbaren A-Horizont bzw. einem fossilen eisenhaltigen B-Horizont über skelettreichen Kalkgesteinen bestehen. Weltweit gibt es zahlreiche Karstgebiete. Für den Weinbau bedeutend sind zum Beispiel die Schwäbisch-Fränkische Alb, weite Gebiete in Südfrankreich, Anatolien-Türkei und der bei Triest liegende nördliche Teil des jugoslawischen Karsts, des sich von Istrien bis Albanien an der dalmatinischen Küste entlangziehenden Kalkhochlandes. Siehe dazu unter Carso (Friaul-Julisch-Venetien) und Teran (Kras-Slowenien) mit dem besonderen, eisenhältigen Bodentyp Terra Rossa.

Keuper: Der Name geht auf einen bei Coburg in Oberfranken (Bayern) gefundenen Sandstein zurück. Dieses Gestein kommt vor allem in Mitteleuropa vor und ist bezüglich der Entstehung in drei geologisch zeitliche Bereiche gegliedert. Der obere Keuper (Rhät) enthält im Gegensatz zu den zwei anderen Arten viele fossile Versteinerungen. Der mittlere Keuper (Gipskeuper) besteht aus Sandstein, Gipsablagerungen, tonigem Schluff und buntem Mergel. Beim unteren Keuper (Lettenkeuper) sind die Gesteine oft von mächtigem Löss und Lösslehm verdeckt. Keuper-Böden besitzen zumeist ein hohes Wasserspeicherungs-Vermögen. Der Begriff wird vor allem in Deutschland verwendet, wo Keuper in den Anbaugebieten Baden, Franken, Mosel, Pfalz und Württemberg vorkommt.

Kies: Der Begriff ist vom mittelhochdeutschen Kis (grobkörniger steiniger Sand) abgeleitet und bezeichnet eine Ansammlung von in Fließgewässern rundgeschliffenen kleinen Steinen, den Kieseln. Häufig wird Kies auch mit den Begriffen „Stein“ oder „steinig“ bzw. „steiniger Boden“ umschrieben. Die Fraktion des Kies hat eine definierte Korngröße von 2-63 mm in den Unterfraktionen Feinkies, Mittelkies und Grobkies. Die wassergeschliffenen Kiesel bestehen oft nur noch aus dem harten Siliziumdioxid (Quarz), aber auch anderen harten Gesteinen. Die Wasserspeicherkraft von Kiesböden ist minimal, deshalb müssen die Pflanzenwurzeln tief wurzeln, um an Wasser und Nährstoffe zu kommen. Solche Böden in Verbindung mit Schwemmland (Alluvium) sind zum Beispiel im Médoc vorherrschend.

Kimmeridge: Graufarbene, mit Kalk vermischte Tonerde. Der Name leitet sich vom gleichnamigen südenglischen Ort ab, wo diese Erde entdeckt wurde. Der Chablis aus dem französischen Burgund wächst auf einem solchen tonvermischten Boden.

Konglomerat: Lateinische Bezeichnung für Anhäufung, Zusammenballung, Gemenge oder Gemisch. In der Geologie wird darunter das klastische (aus den Trümmern anderer Gesteine stammende) Sedimentgestein verstanden, das zu mehr als 50% aus gerundeten Mineral- oder Gesteinsstücken von mehr als zwei Millimeter besteht und die durch ein kalkiges, kieseliges oder toniges Bindemittel fest verkittet sind (Kittkies). Bei eckigen Komponenten wird das Sediment „Brekzie“ genannt. Siehe auch unten bei Sediment.

Kreide: Weißer, feinkörniger, weicher Kalkstein (siehe oben), der zu einem weißen Pulver zerfällt und häufig Feuerstein enthält. Durch die große Porosität ist ein guter Wasserabzug gegeben, deshalb ist im Weingarten Kreide als Unterboden sehr geschätzt. Die Wurzeln des Rebstocks können einen solchen Boden leicht durchdringen und damit zu den darunter liegenden Wasserspeichern gelangen. In reiner Form kommt ein Kreideboden aber eher selten vor. Das berühmteste Weinbaugebiet mit diesem Bodentyp ist die Champagne, wo auf dem mit Craie à bélemnites bezeichneten Boden der Champagner wächst.

Lay: An der Mosel (Deutschland) gebräuchliche Bezeichnung (auch Ley) für Schiefer oder Schieferfelsen (siehe auch unter Lay).

Lehm: Dieser ist definiert als eine Mischung aus Sand (63 µm - 2mm), Schluff (2 - 63 µm) und Ton (< 2 µm). Je nach Mischungsverhältnis unterscheidet man sandigen, schluffigen oder tonigen Lehm. Lehm ist ein Verwitterungsprodukt von Fest- oder Lockergesteinen (Löss) und wurde durch Wind- und Wassererosion häufig verlagert und vermischt. Je nach Entstehung unterscheidet man Auenlehm, Berglehm oder Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lösslehm, Schwemmlehm und Schlicklehm. Der durch Eisen-Verbindungen gelbbraun gefärbte Lehm ist normalerweise bereits entkalkt, kann bei wenig fortgeschrittener Verwitterung aber noch Kalk enthalten. Solche Böden ergeben vollmundige, kräftige Weine. Siehe auch weiter unten bei Ton.

Lignit: Braunkohle mit noch deutlich sichtbarer Holzstruktur; es liegt zwischen Kohle und Torf. Das sehr fruchtbare Material wird in der Champagne als Naturdünger abgebaut.

Llicorella: In Spanien gebräuchliche Bezeichnung für einen kleinblättrigen Schiefer, wie er zum Beispiel im Bereich Priorato vorkommt (siehe auch weiter unten bei Schiefer).

Löss (Löß): Ein Staubsediment, das zu 50% aus Quarz besteht und je nach Herkunft bis zu 35% Anteile Kalziumcarbonat und Dolomit enthält. Dazu treten in kleinen Mengen Feldspäte, Glimmer und Tonmineralien. Als vom Wind transportiertes Sediment dominiert im Löss die Schluff-Fraktion mit 70-80%, in geringeren Anteilen sind Feinsand und Ton beigemischt. Der Sandanteil am Gemenge kann bis zu 20% (sandiger Löss) ausmachen, beim durch Wasser bereits umgelagertem Schwemmlöss erhöht sich die Tonfraktion auf knapp 30% (toniger Löss), während der Sandanteil beim Transport weitgehend auf der Strecke blieb. Die staubfeinen Lösspartikel entstammen in Europa dem Gesteinsabrieb der eiszeitlichen Gletscher und wurden während der letzten Eiszeiten aus dem vegetationsarmen Gletschervorland vom Wind ausgeblasen und weitflächig verweht.

In windberuhigten Senken und im Windschatten von Kuppen wurden die Partikel in der baumlosen eiszeitlichen Tundralandschaft wieder abgelagert. Dies erklärt die einheitliche Sortierung und die noch vorherrschend eckige Form der Gesteinspartikel. Die zunächst lose übereinanderliegenden Lösskörner wurden nach Ablagerung nachträglich mit in Wasser gelöstem und wieder ausgefälltem Calciumcarbonat verkittet, so dass die Partikel von einem stabilisierenden Kalkskelett umkrustet sind, das die feinporöse Struktur des Lössgesteins erhält. Das ergibt die hohe Standfestigkeit der senkrechten Lösswände aus primärem Löss an Weinterrassen und in Hohlwegen. Dieser fruchtbare, wasserspeichernde und tief durchwurzelbare Bodentyp ergibt vollmundige, lagerfähige, aber eher säurearme Weine. Lössböden sind zum Beispiel in Deutschland und Österreich recht häufig.

Melaphyr: Feinkörniges, mitunter porphyrisch ausgebildetes Ergussgestein. Der Name leitet sich vom griechischen „mélas“ (dunkel, schwarz) ab, wobei die Farbe schwarz, violett oder rötlichbraun sein kann. Viele Melaphyre (die so genannten Melaphyr-Mandelsteine) sind reich an Blasen-Hohlräumen, die mit sekundären Mineralbildungen wie Kalkspat, Delessit (dem Chlorit ähnliches Mineral grünlicher Farbe), Quarz und Achat gefüllt sind. Diese Gesteine kommen zum Beispiel in Böden an der Saar und der Nahe vor.

Mergel: Graues oder gelbliches Sedimentgestein, das je etwa zur Hälfte aus Ton und Kalk besteht. Er entstand dort, wo am fossilen Meeresboden Tonteilchen bei gleichzeitiger Kalkausfällung abgelagert wurden. Mergelböden sind fruchtbare, schwere Böden mit hohem pH-Wert. Diese Böden erbringen Weine mit guter Säure. Sie kommen im französischen Jura und an der Rhône sowie im deutschen Anbaugebiet Rheinhessen vor.

Molasse: Bezeichnung für das Abtragungsmaterial eines Gebirges in der Spätphase seiner Entstehung. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort für „sehr weich“ ab und wurde dann auf feinkörnige weiche Sandsteine angewandt. Heute wird er weltweit für Sedimente im Vorland eines sich im Rahmen der Gebirgsbildung hebenden Gebirges verwendet.

Moräne: Bezeichnung (frz. moraine = Geröll) für einen Gesteinsschutt, den die sich ausbreitenden Gletscher während der letzten Eiszeiten vor sich her geschoben haben. Nach deren Rückzug blieben die Gerölle als langsam verwitternde Gesteinsrücken in der Landschaft stehen. Diese Böden entstanden zumeist über Kies, der mit größeren und kleineren Steinen durchsetzt ist. Man unterscheidet zwischen Wander-Moränen (von Gletschern mitgeführt) und Stapel-Möränen (nach Abschmelzen des Eises abgelagert).

Muschelkalk: Siehe weiter oben unter Kalk.

Nagelfluh: Ein junges Konglomerat-Gestein aus Kalk, Feldspat und Quarz, dessen Kies und Gerölle durch Sandkörner verkittet sind. Die Bezeichnung leitet sich von den nagelkopfartig aus der „Fluh“ (Felswand) herausschauenden Geröllen ab. Dieser Gesteinstyp kommt im nördlichen (schweizerischen und süddeutschen) Alpenvorland vor, zum Beispiel im Oberallgäu und in der berühmten Lage Dézaley im Kanton Waadt.

Ooid: Bezeichnung für nahezu perfekt runde, kalkige Partikel, die durch Kalkanlagerung in bewegten Gewässern entstehen. Größere Partikel gleicher Art nennt man Pisoide. Ein durch Verkittung von Ooiden entstandenes Gestein nennt man Oolith.

Opok: In der österreichischen Steiermark und auch in Slowenien (Opoka) gebräuchliche Bezeichnung (auch Aubock, Onpock, Opak, Opock, Oupok) für verfestigtes, tegelartiges Sediment (Staublehm). Zumeist handelt es sich um Mergel, Ton und Silt (siehe auch oben unter Lehm). Im steirischen Weinbau wird die Bezeichnung vor allem in den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz in der West- und Südsteiermark hauptsächlich für Mergelböden von Weinbergen, aber aber auch für die dort gewachsenen Weine verwendet.

Ortstein/Orterde: Eine verfestigte, zementharte und wasserstauende Bodenschicht im Unterboden des B-Horizonts saurer Podsol-Böden (siehe weiter unten), die durch Auswaschung von Eisen- und Aluminium-Verbindungen sowie von Huminstoffen (organische Substanzen) aus dem Oberboden und deren krustenartige Wiederausfällung in der Tiefe entstanden ist. Weniger verfestigt nennt man diese Schicht Orterde.

Palus: Im Bordeaux übliche Bezeichnung (von lat. Sumpf) für den tiefgründigen Schwemmland-Boden aus Ton mit hohem Grundwasserspiegel, wie er in der Nähe der Flüsse Dordogne, Garonne und dem Mündungstrichter Gironde vorkommt. Diese Weine haben eher mittelmäßige Qualität und die Gebiete werden zumeist nicht als AC deklariert.

Pelosol: Tonreiches Lockergestein, das aus verschiedenen Tongesteinen entsteht. Eine alte Bezeichnung ist bunter Ton- und Mergelboden oder Lettenboden. Ein hoher Anteil des Tones sind spezielle quellfähige Tonminerale, die freies Wasser einlagern und sich dabei ausdehnen. Der Boden kann deshalb viel Wasser speichern, in feuchtem Klima wird Staunässe begünstigt. Ein großer Teil davon ist jedoch zu fest gebunden, um den Pflanzen zur Verfügung zu stehen. Für den Weinbau sind diese Böden nur bedingt geeignet.

Perlit: Pulverartiges, glänzendes Ergussgestein (vulkanisches Glas), das auch als Schichtenfilter bei der Filtration von Wein verwendet wird.

Phyllit: Das auch als Phyllitschiefer, Tonglimmerschiefer oder Urtonschiefer bezeichnete Gestein ist ein kristalliner Schiefer von grünlich-grauer Farbe und Seidenglanz. Es besteht hauptsächlich aus Serizit (Hellglimmer, feinkörniger Muskovit) und Quarz, sowie Glimmer, Feldspat, Chlorit, Turmalinen und Eisenoxyden. Es entsteht durch Metamorphose aus Tonschiefern und wird schließlich zu Glimmerschiefer umgewandelt.

Plastosol: Plastischer Ton (auch Tegel), siehe unten bei Ton.

Podsol: Dieses Gestein entsteht in Gebieten mit hohem Niederschlag und verhältnismäßig niederen Temperaturen. Die aus dem Russischen stammende Bezeichnung bedeutet „Ascheboden“, ein alter Name ist „Bleicherde“. Die Ausgangsgesteine sind oft kalzium- und magnesiumarm und wie etwa Sande oder verwitterte Sandsteine leicht durchlässig. Podsole entstehen oft unter einer Vegetation, die nährstoffarme Rückstände bildet und so eine Rohhumusdecke fördert. Unter Podsolierung versteht man eine Versauerung des Bodens. Gleichzeitig werden durch chemische Reaktionen Aluminium und Eisen freigesetzt und durch Sickerwasser in den Unterboden verlagert. Siehe auch oben unter Ortstein.

Porphyr: Sammelbegriff (grch. purpurfarben) für verschiedene vulkanische Ergissgesteine aus Magma mit großen, gut ausgebildeten einzelnen Kristallen in einer feinkörnigen, glasigen Grundmasse. Streng genommen gilt der Begriff aber nur für das Gefügebild und nicht für ein bestimmtes Gestein. In der Regel haben solche Gesteine einen hohen Anteil von Kieselsäure, einem geringen pH-Wert und die charakteristische porphyrische Struktur. Unter Porphyrit hingegen versteht man basische (kieselsäurearme) sehr harte Gesteine, die zur Andesit/Basalt-Familie gehören. Solche Böden ergeben eher säurearme Weine. Sie sind zum Beispiel in Südtirol rund um Bozen und im deutschen Anbaugebiet Nahe anzutreffen. Porphyrgranit ist eine Übergangsform zwischen Granit und Porphyr.

Puddingstein: Bezeichnung (frz. poudingue) für große Zusammenballungen (Konglomerate) von Kiesel, Feuerstein und Quarz, die z. B. durch Quarzmasse verbunden sind. So ein Boden erwärmt sich sehr schnell und besitzt eine ausgezeichnete Drainage.

Quarz: Das am weitesten verbreitete Mineral. Reiner Quarz besteht ausschließlich aus Siliziumdioxid, das für die Glasherstellung verwendet wird. Als Mineral ist es sehr erosions- und verwitterungsbeständig und in vielen Gesteinsarten als verwitterungsbeständigster Bestandteil enthalten (zum Beispiel der weiße Grus im Gneis, Granit und im Quarzsand). Es enthält keine Pflanzennährstoffe und spielt nur für die Bodenstruktur eine Rolle. Quarzböden sind generell unfruchtbar, haben aber ein wärmespeichernde Wirkung. Sie haben einen hohen pH-Wert, die darauf wachsenden Reben ergeben säurearme Weine.

Ranker: Zumeist flachgründiger, trockener A-C-Boden über kalkarmen bis kalkfreien Silikat-Gesteinen. Aufgrund des geringen Wasserspeicherungs-Vermögens kann der Boden zur Austrocknung neigen, erwärmt sich jedoch leicht. Im temperierten Klima mit ausreichend Niederschlägen kann dies für bestimmte Rebsorten ein ausgezeichneter Boden sein, zum Beispiel für den Riesling.

Rendzina: Ein flachgründiger, oft steiniger A-C Boden mit einer teils mächtigen Humusschicht über dem noch weitgehend unverwitterten, aber skelettreichen, kalkhaltigen Ausgangsgestein. (Die Bezeichnung kommt aus dem Polnischen). Die trockenen Böden sind leicht erwärmbar, gut durchlüftet, stark belebt und fruchtbar. Bei ausreichender Humusauflage, genügend Niederschlägen und nicht zu extremen Kalkgehalten sind Rendzinen für wärmeliebende Rebsorten ein ausgezeichneter Boden. Diese Böden treten vor allem über Muschelkalk, Dogger und Dolomit auf, zum Beispiel in den deutschen Anbaugebieten Baden, Franken, Rheinhessen und Württemberg. Als Pararendzina werden A-C-Böden über kalkreichen Lockergesteinen wie zum Beispiel Löss bezeichnet. Diese besitzen eine höhere Wasserspeicherungs-Vermögen. Es wird vermutet, dass sich Rendzinen langfristig zu den eisenhaltigen Terra Rossa-Böden weiterentwickeln.

Rigosol: Der durch das Rigolen entstehende Bodentyp ist der eigentliche, vom Menschen geschaffene Weinbergsboden. Dabei werden die ursprünglich geschichteten Bodenhorizonte bis zu einem Meter tief umgegraben oder umgepflügt und durchmischt. Ziel ist die Verbesserung der physikalisch-chemischen Eigenschaften.

Rohboden: Bezeichnung für einen jungen, noch wenig verwitterten und meist mechanisch zerkleinerten, reinen Gesteinsboden über Sand, Löss, Vulkanitgrus oder Tegel ohne ausgebildeten A- oder B-Horizont. Befinden sich Wasservorräte im Unterboden, dann gedeihen hier viele Rebsorten gut bis hervorragend.

Rote Erde: Siehe unter Terra Rossa.

Rotliegend(es): Bezeichnung für auffällig rot gefärbte Gesteinsschichten, die sich vom erdgeschichtlichen Zeitabschnitt des Rotliegend (sic) ableitet, in dem diese gebildet wurden. Die Rotfärbung wird durch feinverteilte Hämatit-Schüppchen (Roteisenstein) verursacht und verweist auf die Ablagerung im heißen Klima. Rotliegendes ist ein alter Bergmannsausdruck. Der Boden ist aus kalkreichen Ton-, Schluff- und Sandsteinen entstanden. Er hat nur ein begrenztes Wasserspeicherungs-Vermögen, besitzt aber eine gute Durchlüftung. Die Durchwurzelung des tieferen Gesteins ist schwierig. Der Begriff ist besonders in den deutschen Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen für die dort vorkommenden Weinbergsböden gebräuchlich. Diese kommen in Form von Rotschiefer besonders im „Roten Hang“ innerhalb des als Rheinfront bezeichneten Bereiches vor.

Sand: Entsteht als Verwitterungsprodukt harter Gesteine als definierte Korngrößenfraktion zwischen 63 µm und 2 Millimeter. Die meisten Sandkörner haben einen hohen Anteil von Quarz und Feldspat (siehe zu beiden oben). In reinem Sand kann es zu einem Mangel am Spurenelement Zink kommen. Der wasserdurchlässige, trockene und häufig unfruchtbare Boden ergibt elegante und duftige, jedoch säurearme Weine. Ein Vorteil von Sandböden ist es, dass sich die Reblaus sich hier nicht halten kann. Deshalb blieben während der Reblaus-Katastrophe im 19. Jahrhundert solche Weingärten weitgehend verschont. Ein Beispiel ist der portugiesische Bereich Colares. Siehe dazu auch unter Sandwein.

Schiefer: Sammelbezeichnung für ein gepresstes Sedimentgestein, das unter Einwirkung von hohem Druck aus Ton und Schlammablagerungen in der Tiefsee entstanden ist und sich aus mehr oder weniger horizontal übereinander abgelagerten Sedimentschichten geformt hat. Deshalb kann man Schiefer leicht in Platten brechen. Geologisch handelt es sich um eine Gruppe metamorpher Gesteine wie Amphibolitschiefer, Glaukophanschiefer (Blauschiefer), Granatschiefer und Tonschiefer. Als dunkles Gestein besitzt Schiefer ein ausgezeichnetes Wärmespeicherungs-Vermögen und ist dadurch besonders in kühleren Klimabereichen für den Weinbau optimal geeignet. Es erfolgt eine Verwitterung zu verschiedenen Tonmineralien. Dieser mineralreiche Bodentyp kommt zum Beispiel in vielen deutschen Anbaugebieten vor und ist geradezu ideal für den Riesling geeignet. Der Schieferboden ergibt leichte, elegante und rassige Weine. Siehe auch oben bei Phyllit.

Schluff: Siehe unten bei Silt.

Schotter: Allgemeine Sammelbezeichnung für Geröllablagerungen in Form von Steinen in unterschiedlicher Größe, die zumeist durch Verwitterung aus Felsen entstanden sind. Zum Teil wurden solche Ablagerungen auch durch Gletscher, Flüsse und Erdrutsche transportiert und dabei allmählich abgerundet. Runder Schotter wird als Kies, kleinere kantige Steine als Splitt und größere kantige Steine als Schutt bezeichnet.

Schwarzerde: Siehe unten bei Tschernosem.

Schwemmland: Siehe oben bei Alluvium.

Sediment: Sammelbezeichnung für durch Ablagerung (Sedimentation) entstandenes Schicht- oder Absatzgestein, das an anderer Stelle abgetragen wurde und sich dann verfestigte. Es wird je nach der Entstehung unterschieden in die drei Gruppen klastische (durch Zertrümmerung), organogene (durch chemische Prozesse bewirkte) und biogene (durch Tätigkeit von Lebewesen verursachte) Sedimentgesteine.

Silt: Aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (dt. Schluff) für klastisches (aus den Trümmern anderer Gesteine stammendes) Lockergestein, das in der Größe zwischen Ton und Sand liegt (Korngrößenbereich von 0,002 mm bis 0,063 Millimeter). Diese Bodenart kommt häufig im Löss oder Schwemmland (Alluvium) vor, zum Beispiel im kalifornischen Napa Valley. Siehe auch oben bei Konglomerat.

Stein/steinig: Siehe oben bei Kies.

Tegel: Auch als Plastosol bezeichneter plastischer Ton; siehe unten bei Ton.

Terra Rossa: Vor allem im Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika, Vorderasien) vorkommender eisenhältiger Bodentyp von leuchtend roter oder braunroter Farbe.

Ton: Erdige, weiche und leicht verformbare Masse, die aus flachen, plättchenförmigen Tonmineralien besteht. Es sind mikroskopisch kleinste Kristallblättchen (etwa ein Tausendstel Millimeter groß), deren elektrostatische Aufladung die Klebekraft des Materials ausmacht. Die Plättchen liegen wie ein Kartenhaufen dicht aufeinander. Kommt Wasser hinzu, bilden sich hauchdünne Wasserfilme dazwischen (glitschig, bei geringer Menge plastisch = Tegel oder Plastosol). Die wichtigsten der zahlreichen Tonmineralien sind Beidellit, Illit, Kaolinit (Basis für Porzellan-Herstellung), Montmorillonit (auch Quellton, wichtigster Bestandteil von Bentonit, Verwitterungs-Produkt aus vulkanischen Aschen), Pyrophylit und Vermiculit. Tonmaterialien entstehen zum Beispiel beim Verwittern von Feldspat des Granits. Gleichzeitig werden dann die zwei anderen Bestandteile (Quarz und Glimmer), frei und vermischen sich mit den Tonmineralien.

Diese Verwitterungs-Produkte wurden von Wasser, Wind und Eis oft weit transportiert. Je nach endgültiger Lagerstätte hat der Ton dann unterschiedlichste Zusammensetzungen. Je mehr Sand als Füllmaterial im Ton enthalten ist, desto „magerer“ nennt man ihn. Ein „fetter“ Ton besteht etwa zu zwei Dritteln aus Tonmineralien. Bei 50% Tonanteil spricht man von lehmigem Ton; toniger Lehm enthält nur noch ein Drittel, Lehm rund 20% und sandiger Lehm 10% Tonmineralien. Tonböden haben ein hohes Wasserspeicherungs-Vermögen, was jedoch nicht immer von Vorteil ist. Sie weisen häufig einen hohen Gehalt an Kalium auf. Solche Böden können vollmundige, kräftige Weine mit guter Säure ergeben.

Tonglimmerschiefer: Siehe oben unter Phyllit.

Travertin: Durch Quellausscheidung von Flüssen oder Quellen entstandener, gelblicher Kalksinter bzw. Kalktuff; siehe oben unter Kalk sowie unten unter Tuff.

Tschernosem: Die Bezeichnung leitet sich aus dem Russischen ab und bedeutet Schwarzerde. Bei diesem Bodentyp liegt eine stark ausgeprägte, teils meterdicke Humusschicht direkt über dem Ausgangsmaterial (zum Beispiel Löss, Sand, Tegel) und ist die Basis für eine große Fruchtbarkeit. Zumeist hat dieser Boden einen optimalen Wasserhaushalt und ist für den Wein- und Ackerbau ausgezeichnet geeignet (kann aber für Massenproduktion missbraucht werden). Kalkfreie Böden nennt man Paratschernoseme.

Tuff: Unter Kalktuff versteht man die Ablagerung von Kalk mit Lufteinschlüssen, wodurch er sich vom Sinter unterscheidet. Man spricht auch von Travertin oder Quelltuff. Die poröse Struktur wird teils durch Quellmoose verursacht, an deren Pflanzenkörper Kalk ausfällt, bis die Moose vollkommen zugekalkt sind und absterben, während darüber bereits neue Moose wachsen. Nicht zu verwechseln ist Kalktuff mit dem Tuff vulkanischen Ursprungs, welcher aus abgekühlter und verfestigter, vulkanischer Flugasche besteht. Vulkantuff kommt in einigen italienischen Bereichen zum Beispiel in Pompeji im Umkreis des Vesuvs vor und ist besonders an der Loire verbreitet (viele der Schlösser sind daraus erbaut), wo er die Basis in den besten Lagen wie zum Beispiel der franzöischen Appellation Chinon (Loire) bildet. Besonders gut gedeiht dort auf diesem Boden die Rotweinsorte Cabernet Franc.

Urgestein: Gesteinsformation des variszischen Gebirges, dessen Bildung vor etwa 300 Millionen Jahren am Ende des Karbons im Übergang zum Erdzeitalter des Perm endete, also lange vor der Herausbildung der Alpen. Reste des variszischen Gebirges sind der Schwarzwald, die Vogesen, der Harz und das Erzgebirge und auch der Kristallsockel der Alpen wird aus dem „Urgestein“ des variszischen Gebirges gebildet. Die Hauptgesteine des Urgesteins sind Tiefengesteine wie Granit, der infolge der Abkühlung und Erstarrung der Erdkruste entstanden ist oder Gneis, der im Urgestein ein metamorph umgewandelter Granit darstellt. (Ergussgesteine wie Basalt, Dolerit, Porphyr entstanden nach Ende vulkanischer Aktivitäten während der Abkühlung der Magma im Innern von Vulkanschloten nahe der Erdoberfläche). Urgesteinsböden vor allem über Gneis zeichnen sich oft durch Erdalkalireichtum aus und erbringen fruchtige und würzige Weine. In Österreich ist dies beim Veltliner und beim Riesling eine gerne gebrauchte Angabe auf dem Etikett.

Vulkangestein: Dieses entsteht während einer Vulkaneruption, bei der glühendflüssiger Gesteinsbrei aus dem Erdinneren (Magma) als Lava an die Erdoberfläche austritt. Es bildet sich aus der dann erkalteten Lava. Auf diesem eher seltenem Bodentyp gedeihen feurige Weine mit einem reichen Bouquet. Beispiele sind die Weine aus der italienischen Region Kampanien, besonders der DOC Vesuvio an den Hängen des Vulkans. Weitere Vorkommen gibt es in den deutschen Anbaugebieten Baden (besonders Bereich Kaiserstuhl, Hohentwiel), Nahe und Pfalz, im österreichischen Weinbaugebiet Südoststeiermark mit vielen Vulkankegeln, zum Teil in Tokaj-Hegyalja, dem Gebiet des ungarischen Tokajer, sowie im Bereich Finger Lake im Staate New York. Siehe auch oben unter Bims.



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