Cabernet Sauvignon
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Cabernet Sauvignon
Die rote Rebsorte zählt zu den so genannten Cépages nobles und ist die wahrscheinlich berühmteste der Welt. Von vielen Experten wird sie als edelste und potentiell beste Rebsorte überhaupt bezeichnet. Synonyme sind Bidure, Bordeaux, Bordo, Bouchet, Breton, Burdeos Tinto, Cabernet Petit, Carbonet, Carmenet, Castet, Kaberne Sovinjon, Lafet, Lafit, Marchoupet, Navarre, Petit Bouchet, Petit Cabernet, Petit Vidure, Sauvignon Rouge, Vaucluse, Veron und Vidure. Sie wurde in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt - damals sendete Kardinal Richelieu (1585-1642) mehrere tausend Rebstöcke dem Abbé Breton - aber die Ursprünge liegen im Dunkeln. Der Name Bidure bot Anlass zur Vermutung, dass sie von der von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnten, antiken Sorte Biturica abstammen könnte. Erst ab Ende des 18. Jahrhunderts trat die Sorte im Bordeaux verstärkt in Erscheinung. Besondere Verdienste werden Armand d’Armailhacq und Baron Hector de Brane zugeschrieben, das waren die Eigentümer der heutigen Weingüter Château Brane-Cantenac und Château d’Armailhac. Nach DNA-Analysen durch Dr. Carole Meredith und John Bowers an der University of California im Jahre 1997 ist sie aus einer Kreuzung zwischen Sauvignon Blanc (weiß) x Cabernet Franc (rot) entstanden. Dies ist auch die Erklärung, warum die Sorte im Aroma oft an einen oder beide Elternteile erinnert.
Die kleinbeerige, hartschalige und spät reifende Traube hat großen Charakter und besitzt den typischen Geschmack von Cassis (schwarzen Johannisbeeren) und ein Aroma nach grünem Paprika. Die Trauben enthalten besonders viele Kerne und damit Phenole (Farbstoffe und Tannine) und dadurch besitzt der langlebige Wein oft eine tiefdunkle Farbe und ist für einen Barrique-Ausbau und langjährige Lagerung hervorragend geeignet. Dabei entfaltet sich wie bei kaum einer anderen Rebsorte das sekundäre Aroma in besonderer Weise. Der Cabernet Sauvignon verleiht als Hauptanteil im Bordeaux-Verschnitt den großen Bordeaux-Rotweinen und zahlreichen anderen Weinen in vielen anderen Ländern der Welt Tannin, Körper und Aroma. Es werden aber auch viele sortenreine Weine aus ihr gekeltert. Die außergewöhnliche Fähigkeit der Sorte liegt darin, dass unter verschiedensten Klima- und Bodenbedingungen das Bouquet und der Geschmack des Weines unverwechselbar bleiben. Mit insgesamt 262.000 Hektar Rebfläche weltweit liegt sie an zweiter Stelle der Kelterrebsorten, sie wird nahezu in allen Spitzen-Weinbaugebieten der Welt kultiviert. In den letzten zehn Jahren hat sich die Fläche nahezu verdoppelt. Im Jahre 2009 war sie mit stark steigender Tendenz in Deutschland auf 295 Hektar und in Österreich auf 594 Hektar Rebfläche vertreten. In der Schweiz ist mit nur 60 Hektar der Bestand relativ klein.
Eine natürliche Farbmutation ist die in den 1980er-Jahren in Australien vom Weinguts-Besitzer Malcolm Cleggett selektionierte weißbeerige Sorte namens Shalistin. Auf Grund der hervorragenden Eigenschaften ist Cabernet Sauvignon ein äußerst beliebter Kreuzungspartner. Mit über 80 Neuzüchtungen ist die Sorte nach dem Riesling die zweitbeliebteste Zuchtsorte. Die wichtigsten sind Alibernet, Arcas, Baron, Biser, Cabernet Carbon, Cabernet Carol, Cabernet Cortis, Cabernet Cubin, Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa, Cabernet Jura, Cabernet Lion, Cabernet Malbec, Cabernet Mitos, Cabernet Pfeffer, Cabernet Suntory, Cabertin, Caperan, Carmine, Carminoir, Carnelian, Centurion, Cienna, Echmiadzini, Ekigaïna, Eraskh, Granatovyi, Kaberam, Luminitsa, Marselan, Mourvèdre Hichle, Prince Noir, Probus, Roobernet, Rouene, Rubienne, Rubinovyi Magaracha, Ruby Cabernet, Ruen, Souvignier Gris, Tisserand, Tyrian, Vympel und Yama Sauvignon.
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