Das Weinbaugebiet Carnuntum liegt praktisch vor den Toren Wiens in östlicher Richtung. Drei Hügellandschaften prägen den Weinbau: das Leithagebirge, das Arbesthaler Hügelland und die Hainburger Berge. Unterschiedliche Böden, in der Hauptsache aber steiniger Kalk, Lehm und Löss, begünstigen den Anbau von Rotweinsorten besonders. Am einheitlichsten sind die Hainburger Berge mit dem Hauptort Prellenkirchen, wo der Blaufränkisch die wichtigste Rolle spielt. In den anderen beiden Gebieten dominiert der Zweigelt, aber auch die „internationalen” Sorten erreichen oft ein ausgezeichnetes Niveau.
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Carnuntum ist ein Rotweinland
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Göttlesbrunn als bekannteste Weinbaugemeinde der Region war noch vor 30 Jahren ein Ort mit überwiegender Weißweinproduktion. Grüne Veltliner war, wie in Niederösterreich üblich, die Hauptsorte, dazu gab es Welschriesling, etwas Weißburgunder und verschiedene, oft noch recht alte, aber deswegen nicht automatisch interessante Rebsorten. Welcher Weinliebhaber würde schon einem grauen Portugieser oder braunen Veltliner ernsthaft nachtrauern wollen? Dann begann allmählich eine Hinwendung zu Rotweinen, mit beschleunigter Entwicklung nach 1985. Dem Weinbauern Hans Pitnauer ist hier ein nicht unbeträchtlicher Verdienst zuzuschreiben. Erstens begann er in größerem Stil mit dem Ausbau von konkurrenzfähigen Rotweinen und zweitens betrieb er, anfangs recht bestaunt, ein offensives Marketing. Er brachte Markennamen ins Spiel und sein "Bienenfresser" ist rasch zum Begriff geworden. Er war das erste kräftige, vom Journalismus beachtete Lebenszeichen von Göttlesbrunn weit über die Region hinaus, Es ist aber auch ebenso eine Tatsache, dass die Göttlesbrunner Kollegen ganz rasch erkannten, was da eigentlich möglich war und vor allem, welches Potenzial, vor allem hinsichtlich Qualität hier noch brach lag.
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Weinberge nahe Göttelsbrunn
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Es gab schon etliche sehr gute Produzenten zu dieser Zeit, aber ohne definiertes, gemeinsames Ziel. Nach und nach bildeten sich diverse kleine Zirkel und nach nicht allzu langer Zeit zog man im Großen und Ganzen an einem Strang. Nach etlichen Jahren angestrengter Arbeit in jeder Richtung wurde der nächste Meilenstein gesetzt. Die Weinbauern beschlossen, unter tatkräftiger Mithilfe der Landwirtschaftskammer und der Beratung von Willi Balanjuk, einen regionaltypischen Wein unter einem gemeinsamen Namen zu produzieren. Der Rubin Carnuntum war geboren, ein in jeder Hinsicht erfolgreiches „Kind” der Gegend. Allein die Tatsache, dass sich mehr als 30 Weinbauern einigten, ist bemerkenswert, der mit dem „Rubin Carnuntum” allgemein gehobene Qualitätsanspruch beachtlich und die Funktion als überbetriebliches Flaggschiff der Region hervorragend. Der Erfolg ist unter anderem auch dadurch erklärbar, dass nur die beiden wichtigsten Sorten der Region, Zweigelt und Blaufränkisch, für den Rubin Carnuntum verwendet werden dürfen.
Nicht allzu lange danach war es wieder ein einzelner Weinbauer, der durch seine Initiative und Erfolge die Weinszene in Carnuntum stark (und positiv) beeinflusste. Gerhard Markowitsch brachte seinen mittlerweile legendären „Rosenberg” auf den Markt und traf mit Qualität, Ausbau, Image und Marketing ins Schwarze. Wiederum eine wegweisende Tat, weil damit plötzlich die einzelnen Lagen wichtig wurden. Der Ort Göttlesbrunn hatte „plötzlich” eine Toplage, konnte sich aus dem etwas verschwommenen „da hinten am Berg wachst alles” lösen und den richtigen Pfiff in die Sache bringen. Möglich war diese Positionierung aber auch deswegen, weil in der Zwischenzeit in Carnuntum die Zahl der Spitzenproduzenten mit überregionalem Bekanntheitsgrad rasch angestiegen war.
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Einer der bekanntesten im Carnuntum: Gerhard Markowitsch
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Es waren die Väter der jetzigen Winzergeneration, die erkannten, dass sie ihren Söhnen nicht nur ein Weingut, sondern einen bekannten Namen für die Zukunft mitgeben sollten. Es gibt wenige Regionen in Österreich, wo diese Generation derart konsequent in relativ großer Zahl darauf hingearbeitet hat. So wurden auch schon vor längerer Zeit Kooperationen mit fähigen Gebietsberatern eingegangen, was wiederum die Weitsichtigkeit und den Willen zur angemessenen nationalen und internationalen Positionierung untermauert. Diese „Tradition” wird weitergeführt und die Aktivitäten der Region setzen sowohl in Sachen Originalität, als auch Qualität und Professionalität Maßstäbe.
Was die Weine selbst betrifft, so dominieren die Roten - überwiegend mit Barriqueausbau - das Angebot. Diese Produktion hat mittlerweile ein sehr hohes, auch ohne Abstriche international vergleichbares Niveau erreicht. Dazu kommt, dass praktisch jeder einzelne Betrieb ausgesprochen kommunikativ und sehr menschbezogen agiert, sodass die Zahl der persönlich bekannten Kunden außerordentlich hoch ist. Trotz der mittlerweile großen Erfolge wird sich daran wohl auch in Zukunft nichts ändern.
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Auch landschaftlich hat das Carnuntum einiges zu bieten
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Wie auch unsere jüngste Verkostung zeigte, ist die allgemeine Qualität sehr hoch, die Spitze relativ breit und der individuelle Stil der Produzenten recht markant. Sicher kamen die sehr guten bis ausgezeichneten Jahrgänge dabei auch zum Tragen, was aber nichts an der persönlichen Leistung der Produzenten ändert.
Besonders empfehlenswerte Weine der Region Carnuntum