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 Chateauneuf-du-Pape

Châteauneuf-du-Pape

Glossar-Begriff
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Suchwort: Châteauneuf-du-Pape

Châteauneuf-du-Pape

Die Geschichte dieses berühmten französischen Weines bzw. der Appellation in der südlichen Rhône ist eng mit der römisch-katholischen Kirche verbunden. In den Jahren 1309 bis 1377 war die Stadt Avignon Sitz der Päpste und von 1378 bis 1408 zweier Gegenpäpste. Klemens V. (1264-1314) wurde hier im Jahre 1309 als erster Papst im Exil eingesetzt, dem weitere sechs folgten. Einer davon war der in Cahors geborene Papst Johannes XXII. (1244-1334), der sich als Sommerresidenz das Schloss Châteauneuf wählte. Dieser ließ das Schloss zur Sommerresidenz ausbauen und gab dem Weinbau wichtige Impulse. Er ließ Winzer aus dem Bereich Cahors kommen, die hier den Weinbau begründeten und einen Rotwein namens „Vin d’Avignon“ produzierten. Dieser war sozusagen der Vorgänger des Châteauneuf-du-Pape, wobei aber diese Bezeichnung erst im 19. Jahrhundert gebräuchlich wurde. An diese Vergangenheit erinnert auch das Wahrzeichen der Stadt Avignon mit zwei gekreuzten Schlüssel (jene des heiligen Petrus).

Die Grenzen des rund 3.200 Hektar großen Gebietes wurden per Gerichtsurteil im Jahre 1929 festgelegt, die Anerkennung als eine der ersten Appellationen folgte 1935. Der als Cru (Spitzenappellation) klassifizierte Bereich liegt im südlichsten Teil des Bereiches Côtes du Rhône am linken Ufer der Rhône. Er umfasst die Gemeinde Châteauneuf sowie einige Lagen in den Gemeinden Bédarrides, Courthézon, Orange und Sorgues. Es gibt unterschiedlichste Bodentypen aus rötlichbraunem, mit Steinen bedecktem Boden, aber auch Sand-, Kies- und Lehmböden. Typisch sind die als Garrigue bezeichneten Buschformationen auf flachgründigen Böden, die den Weinen erdige Töne mit herben Pflanzenaromen verleihen. Erwähnenswert ist eine Bestimmung, die hohe Qualität durch ausgereifte und gesunde Trauben gewährleisten soll. Es müssen zumindest 5% qualitativ ungenügender Trauben ausgesondert werden (le râpé). Der Alkoholgehalt muss zumindest 12,5% vol betragen.

Es gibt eine rote und eine weiße Variante; zugelassen sind 13 Rebsorten. Im Jahre 1923 wurden von Pierre Le Roy de Boiseaumarié (1890-1967), dem Besitzer von Château Fortia, zehn definiert - drei weitere kamen dann 1936 hinzu. Die roten sind Cinsaut, Counoise, Grenache Noir, Mourvèdre, Muscardin, Piquepoul Noir, Syrah, Terret Noir und Vaccarèse (Brun Argenté). Die weißen Sorten sind Bourboulenc, Clairette Blanche, Grenache Blanc, Picardan (Oeillade Blanche), Piquepoul Blanc, Roussanne und Terret Blanc. Grenache, Piquepoul (Picpoul) und Terret gibt es in rot und weiß, sie werden als drei (nicht sechs) Sorten gezählt. Die Verwendung ist dem Winzer vollkommen frei überlassen. Die übliche Mischung ist Grenache Noir (50-70%), Mourvèdre (10-30%), Cinsaut, Counoise, Syrah und Vaccarèse (bis 20%), sowie die weißen Bourboulenc, Clairette Blanche und Piquepoul Blanc (bis 10%). Es gibt aber auch reinsortige Typen aus Grenache Noir wie zum Beispiel vom Château Rayas, aber auch Weingüter wie zum Beispiel Château de Beaucastel, die alle 13 Sorten verwenden. Die rote Variante macht rund 95% der Produktionsmenge aus.

Der unterschiedliche Boden und die beliebige Cuvée macht eine allgemein gültige Beschreibung dieses Weines nahezu unmöglich, aber man unterscheidet zwei Grund-Typen. Der traditionelle erzeugte würzige Typ ist tiefdunkel, alkoholstark bis 14% vol und bis mehrere Jahrzehnte lagerfähig. Die zweite Variante wird mit Macération carbonique (Kohlensäure-Maischung) erzeugt, hat einen marmeladigen Geschmack und ähnelt dem Beaujolais. Ein großer Liebhaber des Weines war der Staatspräsident Charles de Gaulle (1890-1970). Zu besonderen Jahrgängen zählen 1990, 1995, 1998, 1999 und 2001.

Bekannte Produzenten sind Chapoutier, Château de Beaucastel, Château Fortia, Château de la Gardine, Château Mont-Redon, Château Rayas, Clos des Papes, Cuvée du Vatican, Domaine Paul Autard, Domaine La Bastide Saint Dominique, Domaine de Beaurenard, Domaine Bois de Boursan, Domaine Bosquet des Papes, Domaine Chante Cigale, Domaine Chante Perdrix, Domaine de La Charbonnière, Domaine des Chaussand, Domaine de La Côte de l’Ange, Domaine de Cristia, Domaine de Fontavin, Domaine Galévan, Domaine Giraud, Domaine du Grand Tinel, Domaine de La Janasse, Domaine Patrice Magni, Domaine Le Mereuille, Domaine de la Nerthe, Domaine du Pégau, Domaine des Pères de L’Eglise, Domaine de la Roncière, Domaine Saint Benoît, Domaine de Saint Paul, Domaine de Saint Siffrein, Domaine de la Solitude, Domaine Jean Trintignant, Domaine de Villeneuve, Domaine du Vieux Télégraphe, Maison Delas Frères und Mas de Boislauzon.

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