Columella
Glossar-Begriff
|
Informationstexte
Suchwort: Columella
Columella
Der in Gades (Cádiz) im heutigen Spanien geborene Lucius Junius Moderatus Columella wurde wahrscheinlich um die Zeitenwende geboren. Über die genauen Daten und auch über sein Leben ist aber relativ wenig bekannt. Er diente als Offizier des römischen Heeres in Syrien. Columella gilt als einer der wichtigsten römischen Autoren über den Weinbau. Er war ein Zeitgenosse des ebenfalls über den Weinbau schreibenden Autoren Plinius des Älteren (23-79 n. Chr.), ob sie sich gekannt und gegenseitig beeinflusst haben, ist nicht bekannt. Sein bekanntestes Werk „De re rustica“ (von den ländlichen Angelegenheiten) schrieb er in bereits höherem Alter 60 bis 65 n. Chr. und betitelte es genau so wie das Werk des Karthagers Mago (um 500 v. Chr.), den er auch ausführlich zitiert. Weiters zitiert er auch den von ihm verehrten Vergil (70-19 v. Chr.) mit dessen Werk „Georgica“.
Das vollständig erhalten gebliebene Werk „De re rustica“ besteht aus 12 Büchern, die wahrscheinlich einzeln erschienen sind. Das dritte, vierte und zwölfte Buch sind Weinbau und Weinherstellung gewidmet. Er geht dabei sichtlich von eigenen Beobachtungen und Erfahrungen aus. Bis ins Detail beschreibt er Methoden, zum Beispiel die Pflanzdichte von Rebstöcken (zwei Schritte Abstand), Veredelung, Erziehungsform (anbinden an einen mannshohen Pfahl aus Kastanienholz mit Weidenruten), die vegetative Vermehrung durch Absenker, Rebschnitt, Rebsortenwahl je nach dem Bodentyp, Ertrag (20 Amphoren per Jugerum = etwa 20 bis 30 hl/ha), Weinlese, Weinbereitung und Essigherstellung.
Columella führt insgesamt 58 ihm bekannte Rebsorten an. Als besonders fruchtbar und widerstandsfähig beschreibt er die auch von Plinius erwähnte Biturica (Columella nennt sie jedoch Balisca). Weiters erwähnt eine Vitis albuelis, die oft als Vorfahre des Elbling vermutet wird. Der Kosten- und Arbeitsaufwand ist ebenfalls ein ausführlich behandeltes Thema. Er schildert zum Beispiel, dass an einem Januartag ein Mann 100 Pfähle schneiden und zuspitzen könne. Um mit möglichst wenigen Arbeitskräften auszukommen, schlägt er die Anpflanzung von Rebsorten vor, die unterschiedlich reif werden. Ganz genau wird definiert, welche Eigenschaften die Sklaven haben müssen und rät ausdrücklich von solchen ab, die feinere Tätigkeiten, wie sie für eine Stadt passen, ausgeübt haben. Denn diese seien gewöhnt an Nichtstun, Zirkus, Würfelspiel, Garküche und Bordelle.
Ideal ist ein Sklave, der von Kind an die harte Landarbeit gewöhnt sei. Nach ihrer Fertigkeit unterscheidet er die Sklaven in Pflüger (aratores), Winzer (vinitores) und Hausknechte (medianisti). Mit den folgenden Bemerkungen kritisiert er die zu seiner Zeit häufig geübte Praxis des Aromatisierens: „Wir meinen, dass der beste Wein der ist, der ohne Konservierungsmittel gealtert werden kann. Es darf ihm nichts beigemischt werden, was seinen natürlichen Geschmack verschleiern könnte. Denn der exzellenteste Wein ist der, der durch seine natürlichen Qualitäten Genuss bereitet.“ Ein älteres Werk namens „De arboribus“ (Über die Bäume), in dem auch die Weinrebe beschrieben wird, ist leider nur zum Teil erhalten geblieben. Siehe auch unter antike Rebsorten und antike Weine.
| Werbung |
![]() |
Columella