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 Decanting - Why and how?

Dekantieren - Warum und wie?

Glossar-Begriff
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Dekantieren - Warum und wie?

Weine zu dekantieren bedeutet, sie vor Genuss von der Flasche in ein Dekantiergefäß umzufüllen. Das tut man aus mehreren Gründen:

Luftzufuhr

Insbesondere junge Weine gewinnen oft durch Zufuhr von Luft. Hierzu verwendet man Dekantierkaraffen, die einen möglichst großflächigen Kontakt der Luft zur Weinoberfläche gewährleisten. Diese tellerminenförmigen Glaskaraffen sind unten sehr breit und verjüngen sich stark nach oben hin.

In der Regel dekantiert man Wein zu diesem Zweck einige Stunden vor Genuss, bei manchen Weinen auch 24 Stunden vorher. Wer Zeit hat, sollte es sich gönnen ,einen Wein in der Karaffe zu beobachten, d.h. die Entwicklung in der Karaffe (oder im Glas) über einige Stunden durch regelmäßiges Probieren zu beobachten. Es ist höchst interessant, wie sich einige Weine entwickeln.

Obwohl meistens Rotweine von der Luftzufuhr profitieren, lohnt sich das Dekantieren auch bei Weißweinen, insbesondere bei hochwertigen, jungen Weißweinen.

Ultra
© Riedel Glas GmbH

Trennen vom Depot

Bei reifen Weinen will man einen längeren Luftkontakt möglichst vermeiden. Weine, die ihren Höhepunkt überschritten haben, neigen dazu, bei Luftkontakt "wegzusterben". Das kann man oft schon im Glas erleben, dass ein Wein frisch eingeschenkt noch trinkbar ist, aber bereits nach 5 oder 10 Minuten plötzlich umkippt, also ungenießbar wird.

Das steht natürlich im Widerspruch zu dem Wunsch, vor dem Einschenken in die Gläser den Wein vom Depot – dem Bodensatz, der sich bei älteren, gehaltvollen Weinen bildet – zu trennen. Daher würde ich im Zweifel bei derartigen Weinen darauf verzichten, den Wein in einer Karaffe zu dekantieren.

Zumindest sollte man in diesem Fall nicht die oben beschriebenen Gefäße, sondern Dekantierkaraffen verwenden, die der Luft nur eine kleine Kontaktoberfläche zum Wein bieten.

Ästhetische Gründe

Oft hat es aber auch nur ästhetische Gründe, warum man einen Wein dekantiert. Ich habe z.B. einen sehr feuchten Keller. Das schadet zwar nicht dem Inhalt der Flaschen, aber die Etiketten und Korken werden schnell unansehnlich. Nach dem Anfassen der Flasche verbleibt ein modriger Geruch an den Händen. Das ist ein Grund, warum ich fast immer einen Wein dekantiere, bevor ich ihn serviere.

Dekantierkaraffen reinigen

In den Karaffen bilden sich gerne Ablagerungen, die nur schwer zu entfernen sind. Dazu gibt es mehrere Tricks, die Abhilfe schaffen sollen:

  • Gebissreiniger-Tabletten – sie lösen zuverlässig, sind geschmacksneutral und rückstandsfrei. Angeblich können bei empfindlichen Kristallglaskaraffen auf diese Weise aber auch milchige Rückstände entstehen.
  • Eine andere Methode soll sein, Backpulver in etwas Wasser aufzulösen und einen Tag in der Karaffe stehen zu lassen.
  • Eine dritte Möglichkeit: grobes Meersalz und Weißweinessig mischen, in der Karaffe durch Schütteln verwirbeln und gründlich ausspülen.

Welche der drei Alternativen der beste Weg ist, kann jeder für sich und seine Karaffen selbst herausfinden.

Turbo-Dekantieren

Es gibt z.B. bei Pro-Idee einen "Venturi Dekantierausgießer", der laut Herstellerangaben dem Wein beim Ausgießen aus der Flasche so viel Luft zuführen soll, dass man sich damit das Dekantieren zum Zwecke der Luftzufuhr sparen kann.

Ich habe keine Erfahrung, ob das funktioniert. Jedenfalls gab es im Weinforum eine positive Stimme von kompetenter Seite dazu. Ob die Kosten von ca. 35 € gerechtfertigt sind, ist dann allerdings noch eine andere Frage.

 

Weitere Infos

Wein-Plus Glossar zum Thema Dekantieren

Utz Graafmann

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