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Dominique Tourneix, CEO von DIAM, im Interview "Die Testergebnisse haben keinerlei Aussagekraft"

05.02.2016
Dominique Tourneix, CEO von DIAM, im Interview
"Die Testergebnisse haben keinerlei Aussagekraft"
Der Wein-Händler Rolf Cordes hat in einem Interview mit Wein-Plus behauptet, die Korken des französischen Verschluss-Herstellers Diam Bouchage wären sensorisch nicht neutral und würden einen „untypischen Bitterton“ hervorrufen. Dazu berichtete er von einer selbst konzipierten Versuchsreihe, die das Problem nach seiner Ansicht belegt. Nun hat sich Dominique Tourneix, der CEO von Diam Bouchage, den Vorwürfen und unseren Fragen gestellt.
Dominique Tourneix, CEO von DIAM (Bild: DIAM)
Wein-Plus:
Mr. Tourneix, der Wein-Consultant und Händler Rolf Cordes hat nach seinen Angaben in unserem Interview einen Weinfehler gefunden, den er direkt mit Diam-Korken in Verbindung bringt. Wie haben Sie davon erfahren?
Tourneix:
Ein Kunde hat uns schon einige Wochen vor Veröffentlichung des Interviews über das Thema informiert. Meine Mitarbeiter haben den Autor des Interviews daraufhin kontaktiert, um mehr über sein Testverfahren und dessen Ergebnisse zu erfahren. Wir haben ihn herzlich eingeladen, Diam Bouchage zu besuchen, damit er sich ein besseres Verständnis unserer Produktionsabläufe aneignen kann. Dies ist uns sehr wichtig, denn ansonsten redet man am Thema vorbei. Wir waren über die zwischenzeitliche Veröffentlichung des Interviews ziemlich erstaunt. Herr Cordes hat uns übrigens wissen lassen, dass er sich so offensiv verhalten habe, weil er befürchtet habe, er würde sonst von uns nicht ernst genommen.
Wein-Plus:
Wie oft erfahren Sie von Berichten über Weinfehler – etwa von Winzern, Händlern und Sommeliers - die durch einen Ihrer Verschlüsse verursacht werden sollen?
Tourneix:
Uns sind bisher keine negativen Kommentare zu angeblich abträglichen sensorischen Auswirkungen der Diam-Korken bekannt geworden. Ganz im Gegenteil, wir bekamen immer ein sehr positives oder gar begeistertes Echo auf unsere Produkte. Unsere Kunden meinen übrigens häufig, dass die Qualität der Diam-Produkte vielfach einen gewissen Neid verursacht. Angriffsversuche und Kritik sind der Preis, den Diam für seinen Erfolg anscheinend bezahlen muss.
Wein-Plus:
Wie gehen Sie und Ihr Team mit solchen Hinweisen um?
Tourneix:
Diam nimmt Kritik sehr ernst. Wir versuchen, die Hintergründe zu verstehen und prüfen in diesem Zusammenhang sehr genau die Umstände, Fakten und Verfahren, die solchen Aussagen zugrunde liegen.
Wein-Plus:
Können Sie und Ihre Experten den von Rolf Cordes beschriebenen Fehlton nachvollziehen?
Tourneix:
Wir haben zu Vergleichszwecken zahlreiche sensorische Weinproben durchgeführt, an denen auch Experten, Berater und Weinwissenschaftler teilgenommen haben. Anmerkungen zu einem angeblichen untypischen Bitterton, der zwingend von unseren Korken ausgehen soll, sind uns noch nie zu Ohren gekommen.
Wein-Plus:
Warum ist für Sie die Beobachtung von Rolf Cordes demnach nicht nachvollziehbar?
Tourneix:
Auf unsere Anfrage hin haben uns Weinwissenschaftler ohne Einschränkung bestätigt, dass die hier in Frage stehenden Tests zu Bedingungen durchgeführt worden sind, die nicht mit den faktischen Gegebenheiten der üblichen Nutzung eines Korkens übereinstimmen. Daher kann das fragliche Testergebnis nach Auffassung dieser Sachverständigen nicht anerkannt werden. Im Rahmen einer korrekt entwickelten sensorischen Studie müssten unter anderem die richtigen Bedingungen zu Einsatz und Handhabe der Verpackung des Weins hergestellt werden, wie insbesondere ein von Anfang an korrekter und ordnungsgemäßer Verschluss des Weins ohne ständiges Öffnen und Wiederverschließen der Flasche.
Wein-Plus:
Die möglichen Probleme beim Verschließen allein können aber kein Grund sein, die Beobachtung nicht ernst zu nehmen.
Tourneix:
Viele Studien wurden auf der ganzen Welt von Diam selbst, von unabhängigen Universitäten und Weinwissenschaftlern und sogar auf Initiative unserer Konkurrenz durchgeführt. Bei keiner einzigen dieser Studien wurde bisher ein „atypischer Bitterton“ beobachtet, wie er jetzt erstaunlicherweise das Ergebnis der fraglichen Tests sein soll. Die Wissenschaftler der Universitäten, an die wir uns in diesem Zusammenhang gewendet haben - wie übrigens auch langjährige Kunden, zu denen namhafte Önologen gehören -, sind alle, ohne Ausnahme, der Auffassung, dass die unter den besagten Umständen herbeigeführten Testergebnisse zwingend verzerrt sein müssen und entgegen den Behauptungen im Interview keinerlei Aussagekraft und Beweiswert haben.
Wein-Plus:
Nach Informationen der Redaktion soll Diam aber schon vor längerer Zeit das AWRI (Australian Wine Research Institute) beauftragt haben, einen solchen oder sehr ähnlichen Fehler zu analysieren. Können Sie das bestätigen?
Tourneix:
Wir prüfen seit vielen Jahren mit dem AWRI die Konservierung von Weinen, die mit verschiedenen Korken aus unserer bestehenden Produktpalette sowie aus der Reihe der von Diam neu entwickelten, noch nicht auf dem Markt erhältlichen Korken verschlossen worden sind. Ziel dieser Studien ist es, für jede Rebsorte und für jeden Aufbewahrungszeitraum die optimale OTR (oxygen transfer ratio, Sauerstoffdurchlässigkeit; d. Red.) zu bestimmen. Wir setzen dabei viele verschiedene Ausführungen unserer Korken ein, um die jeweilige Entwicklung des Weins verfolgen zu können. Für keinen einzigen dieser Korken ist dabei jemals das Thema eines „atypischen Bittertons“ aufgekommen, der angeblich als Ergebnis der hier thematisierten Tests festgestellt worden ist.
Wein-Plus:
Diam-Korken sollen vor allem TCA ausschließen. Ist es möglich, dass durch den Fokus auf TCA andere sensorische Aspekte in der Entwicklung eine nicht so große Rolle gespielt haben?
Tourneix:
Am besten lesen Sie hierzu die wissenschaftliche Veröffentlichung in der „Revue des Oenologues“ Nr. 120 vom Juli 2006. Sie beschäftigt sich mit einer sehr umfassenden Studie von Bestandteilen und insbesondere von Molekülen, die dem Korkmaterial bei seiner Reinigung mit einer Aufbereitung aus superkritischem CO2 extrahiert werden. Diam hat dieses Extraktions- und Reinigungsverfahren unter Namen „Diamant“ entwickelt und patentiert. Es werden dabei nicht nur TCA, sondern auch einige andere sogenannte „volatile Stoffe“ extrahiert und beseitigt, weil manche von ihnen beim Kontakt mit Wein sensorische Abweichungen hervorrufen können. Diese Studie enthält zudem einen Vergleich zwischen den sensorischen Auswirkungen, die Kork jeweils im Originalzustand oder nach seiner Reinigung mit superkritischem CO2 haben kann. Hier werden die technischen Hintergründe für die Tatsache verständlich, dass mit einer Korkreinigung unter Einsatz von superkritischem CO2 eine sensorische Neutralität des Korkmaterials weitestgehend erreicht werden kann.
Wein-Plus:
Lassen Sie mit Diam-Korken verschlossene Weine über längere Zeiträume lagern und von ausgebildeten Experten sensorisch testen?
Tourneix:
Wir arbeiten mit zahlreichen Universitäten an Studien über die langjährige Lagerung und Konservierung von mit Diam-Korken verschlossenen Weinen. Einige unserer Kunden bewahren Proben über mehrere Jahre hinweg auf; wir werden von ihnen regelmäßig zur Teilnahme an Blind- und Vergleichsweinproben eingeladen. Bei keiner dieser Proben wurde jemals systematisch ein „untypischer Bitterton“ beobachtet.
Wein-Plus:
Wie oft werden die produzierten Korken normalerweise auf das Verursachen von Fehltönen untersucht?
Tourneix:
Die Chargen von gereinigtem Kork werden systematisch analysiert; alle von Diam genutzten Rohstoffe werden zudem regelmäßig auf sensorische Auswirkungen geprüft. Bei den Besuchen unserer Kunden entnehmen wir mehrere Korkproben aus unseren Produktionslinien und führen mit den Kunden sensorische Tests durch, bei denen die Effizienz unseres Verfahrens zur Korkreinigung geprüft wird. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit superkritischem CO2 gereinigter Kork hat keine negativen sensorischen Auswirkungen auf den Wein.
Interview: Uwe Kauss
 
 

 


Uwe Kauss
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