Farbe
Glossar-Begriff
|
Informationstexte
Suchwort: Farbe
Farbe
Übersetzungen in andere Sprachen sind nur für Abonnenten verfügbar.
1) Weinfarbe: Die drei farblich unterschiedlichen Weinarten werden üblicherweise als Weißwein, Rosé oder Rotwein bezeichnet, obwohl die Farbintensität häufig recht unterschiedlich ist. Denn zwischen einem hellen Rotwein und einem dunklen Rosé besteht farblich kaum ein Unterschied. Die Herstellungs-Verfahren dafür sind aber recht unterschiedlich (siehe dazu die einzelnen Arbeitsschritte unter Weinbereitung). Die Farbe des Weines wird durch verschiedene in den Weintrauben enthaltene Farbstoffe aus den großen Gruppen der Carotinoide und der Flavonoide bestimmt. Die roten bzw. blauen Farbstoffe der zu den Flavonoiden zählenden Anthocyane sind hauptsächlich in den Beerenschalen enthalten, die bei der Maischegärung herausgelöst werden und dem Rotwein die Farbe verleihen. Das Fruchtfleisch kann so wie bei den Sorten Blauer Portugieser, Gamay, Pinot Noir, Schwarzriesling (Pinot Meunier) und anderen sehr hell bis weiß sein. Solche Trauben ergeben beim Pressen einen fast farblosen Most. Das wird bei der Produktion von Weißwein aus dunklen Trauben genutzt (siehe unter Blanc de noirs).
Bei einer Weinbewertung wird die Farbe des Weines nicht allzu hoch gewichtet, weil es wichtigere Qualitätskriterien gibt. Sie muss aber sehr wohl reintönig und der Wein frei von Rückständen und Trübungen sein. Speziell bei Rotweinen spielt die Farbtiefe eine Rolle (je dunkler, umso „schöner“). Bei der Flaschenreifung kann sich die Farbe im Zusammenhang mit der Polymerisierung (Zusammenbacken und Ausfällen von Farbstoffen) stark verändern. In der Regel werden Rotweine im Verlaufe der Jahre zuerst heller und dann wieder dunkler, die Weißweine kontinuierlich dunkler. Häufige Farbbezeichnungen für Rotweine sind blaurot, bordeauxrot (weinrot), brombeerrot, feuerrot, granatrot, kardinalrot, karminrot (karmesin), kirschrot, kupferrot, mahagoni (rotbraun), ocker, opak (undurchsichtig), orange, purpur, robe, rosé, rubinrot, scharlachrot, schwarz, tawny (lohfarben), violett, ziegelrot und zinnoberrot, für Weißweine ambra, bernstein, blassgelb, braun, gelbbraun, gelbgrün, golden, goldgelb, grünlich, strohgelb, weiß und zitronengelb.
Bezüglich Farbstabilisierung oder Farbkorrektur bei der Weinbereitung siehe unter Schönen (besonders bei den zwei Absätzen Gelatinschönung und Farbstabilisierung).
2) Färbertrauben = Teinturier: Weine farbkräftiger Rebsorten werden in kleinen Mengen als Farbverstärker für farbschwache Rotweine verwendet; siehe dazu unter Cuvée.
3) Weintraubenfarbe: Bei den Keltertrauben wird üblicherweise - auch in diesem Wein-Glossar - nur zwischen weißen und roten Rebsorten unterschieden. Das Kriterium ist, ob die betreffenden Trauben für die Gewinnung von Rotwein oder Rosé (rote Sorte) oder Weißwein (weiße Sorte) geeignet sind, bzw. in der Regel dazu verwendet werden. Es gibt jedoch eine große Farbpalette in der Bandbreite von weiß, über gelb, grün, grau, bräunlich, rosa, rot, violett, blau bis schwarz. Bei den Tafeltrauben oder Zierreben wird üblicherweise in weiße, rote und blaue (schwarze) Sorten unterschieden. Für die Rebsorten-Bestimmung spielt die Beerenfarbe eine Rolle; siehe dazu unter Molekulargenetik und DNA.
4) Farbe im Rebsortennamen: Bei vielen Rebsorten ist im Namen die Beerenfarbe enthalten, zum Beispiel blanc = weiß, bleu = blau, gris = grau (eigentlich rötlich, dt. weingrau), noir = schwarz, rosé = rosa, rouge = rot und vert = grün. Dies sagt jedoch noch nichts über die Fruchtfleisch-Farbe aus (siehe oben bei Weintraubenfarbe).
5) Vegetationszyklus: Die Reifephase der Weintrauben beginnt mit der Verfärbung der Beeren, die bis zur Vollreife ihre endgültige Farbe bekommen. Siehe dazu unter Véraison.
6) Bodenfarbe: Die Färbung des Bodens gibt Aufschluss über seine Beschaffenheit. So deutet zum Beispiel ein rötlicher Boden auf Eisengehalt hin. Dieser als Rotliegend oder Terra Rossa bezeichnete Bodentyp ist besonders für Rotweine geeignet.
7) Farbextraktion: Durch die bei der Rotwein-Bereitung übliche Maischegärung werden die roten Farbstoffe aus den Beerenschalen herausgelöst. Es gibt mehrere Verfahren, um diese Wirkung zu verstärken. Siehe dazu unter Autovinifikation, Elektroporation, Extraktion, Hülsenmaischung, Maischeerhitzung, Rotofermenter und Überpumpen.
8) Weinflaschenfarbe: Die Farbe der Flaschen hat nicht nur im Marketing, sondern aus Gründen der Haltbarkeit eine wichtige Bedeutung; siehe dazu unter Flaschenfarbe.
9) Weinmängel: Einige Weinfehler äußern sich durch eine ungewöhnliche Farbe oder Trübungen. Siehe dazu unter Brauner Bruch, Eiweißtrübung, Hefetrübung, Hochfärbigkeit, madeirisiert, Milchsäurestich, Oxidation und Schwarzer Bruch (Weißer Bruch).
Color