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 Frankish

Fränkisch

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Suchwort: Fränkisch

Fränkisch

Diese Rebsorten-Bezeichnung stammt aus dem frühen Mittelalter und benennt nicht eine Sorte, sondern eine Population (Familie). Es handelt sich um eine Herkunftsbezeichnung, die angeblich bis auf den Frankenkönig Karl den Großen (742-814) zurückgeht. Nach der Eroberung Galliens haben die Franken die dort angepflanzten „edleren“ Sorten nach Deutschland gebracht und dort später als „fränkisch“ bezeichnet. Die ersten explizit erwähnten Sorten waren Traminer (1349), Pinot Gris (1375) und Riesling (1435). Weiters zählen auch die Sorten Elbling, Orléans und Silvaner dazu. Gemeinsam mit den heunischen Sorten zählen die fränkischen zum wichtigsten Genpool vieler heutiger europäischer Standard-Reben. Im Mittelalter galten die fränkischen Sorten gemeinhin als die „besseren“ und die heunischen (hunnischen) Sorten als die „minderen“ Reben. Die wichtigsten fränkischen Sorten waren Traminer und Pinot Noir, die durch Mutationen und natürliche Kreuzungen vor allem mit der Sortenfamilie Heunisch der Ausgangspunkt für zahlreiche Burgundersorten waren. Die enge Nachbarschaft von Heunisch und Traminer im gemischten Satz in den Weingärten des Mittelalters förderte diese Entwicklung durch zufällige Kreuzung nahe stehender Sorten. Graf Eberhard v. Württemberg III. (1362-1417) empfahl 1409 seinen Bauern, im Weingarten halb Heunisch und halb Fränkisch anzubauen.

In den alten Quellen werden die zahlreichen fränkischen Rebsorten mit dem Namensteil „fränkisch“, „Franke“, „frenkisch“, „Fren(t)sch“, „Francica“ und ähnlich genannt, wobei dies häufig noch mit der Beerenfarbe oder Beeren- bzw. Traubengröße ergänzt wurde. Verwirrenderweise wurden verschiedene Sorten oft mit gleichem Namen bezeichnet. Es kommt aber ebenso vor, dass eine Sorte verschiedene Namen trägt. Der Name Großfränkisch wurde für die Chasselas, aber auch für den Räuschling verwendet. Diese Bezeichnung wird im Jahre 1546 auch im „Kreütter Buch“ des bekannten deutschen Botanikers Hieronymus Bock (1498-1554) angeführt. Unter dem dort ebenfalls erwähnten Grünfränkisch ist der Silvaner gemeint. Dieser wurde jedoch auch Frankentraube (auch für Tauberschwarz und Räuschling) und Franken genannt. Alte Namen für den Traminer bzw. die Spielarten Gewürztraminer und Roter Traminer waren Kleinfränkisch, Rotfränkisch und Weißfränkisch, aber auch French, Frenscher und ähnliche. Unter Schwarzfränkisch ist der hauptsächlich in Österreich angebaute Blaufränkisch gemeint. Weiters gibt es noch Adelfränkisch oder Edelfränkisch. Damit wurde die alte Sorte Grünling bezeichnet, wobei aber Grünling auch ein Synonym für den Sauvignon Blanc ist. Die im Jura angebaute Sorte Savagnin Blanc hat die Synonyme Adelfranke, Weiße Frenschen und Frentsch. Weiters wird in einer Quelle aus dem Jahre 1661 eine Sorte Grobfränkisch (?) erwähnt. Siehe auch unter antike Rebsorten und Reben-Systematik.



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