Anmelden
Dauerhaft anmelden
Newsletter abonnieren
Der Newsletter ist kostenlos. Ihre E-Mailadresse wird nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
Infos über Wein-Plus
Mitgliedschaft
RSS
Hilfe
Social Networks
Stellenangebote
Impressum
Presse
Über Wein-Plus
Datenschutz
Partnerprojekte
Kontakt
Diese Seite in einer anderen Sprache:

 France

Frankreich

Erzeuger
|
Weine
|
Regionen
|
Informationstexte
   Beaujolais   Bordeaux   Burgund
   Champagne   Charente   Corse
   Elsass   Jura   Languedoc
   Loire   Provence   Rhône
   Roussillon   Savoie   Südwestfrankreich
Vin de Pays      
Verkostungstelegramm
Alle verkosteten Weine aus Frankreich per E-Mail? Aktivieren Sie hier Ihr Verkostungs- telegramm:
Anfrage an Erzeuger
Hier haben Sie die Möglichkeit, über eine Serien-E-Mail Kontakt zu allen Erzeugern aus Frankreich aufzunehmen.
Statistik
Empfohlene Erzeuger: 805
Verkostete Weine: 2173
Alle empfohlenen Erzeuger in Frankreich

Frankreich ist gegenüber Griechenland und Italien ein relativ junges Weinbauland. Die ersten Reben brachten im 6. Jahrhundert v. Chr. die Griechen, die Massalia (lat. Massillia = Marseille) im Südwesten an der Mittelmeerküste gründeten. Zu dieser Zeit wurde das erst später von den Römern als Gallien bezeichnete Land von den Kelten bewohnt. Es entwickelte sich ein reger Handel und die Griechen deckten den Bedarf der weinbegeisterten Gallier. Als diese im 5. Jahrhundert begannen, in die Poebene einzuwandern, lernten sie den italienischen Wein und deren Weinbereitungs-Techniken kennen und begannen auch diesen zu importieren. Die späteren Franzosen konsumierten also schon lange Wein, bevor sie begannen, selbst in größerem Umfang welchen anzubauen. Durch die Eroberung Galliens durch Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) kam es zu einer systematische Verbreitung. Dies erfolgte im 1. Jahrhundert im Rhônetal, im 2. Jahrhundert in Burgund und Bordeaux und im 3. Jahrhundert an der Loire. Der römische Kaiser Marcus Aurelius Probus (232-282) hob das Verbot von Kaiser Domitian (51-96) auf und befahl Mitte des 3. Jahrhunderts die Anpflanzung von Reben in ganz Gallien.

Der König der Franken und spätere Kaiser Karl der Große (742-814) hat durch seine Verordnungen entscheidende Impulse für den Weinbau im heutigen Frankreich gegeben. Im Kloster Cîteaux im Burgund wurde im Jahre 1098 der katholische Orden der Zisterzienser gegründet, der sich rasch über ganz Europa ausbreitete. Die Mönche perfektionierten den Weinbau hinsichtlich Bodentyp-Auswahl, Rebsorten-Selektion und Weinherstellung, was sich in ganz Europa auswirkte. Aber ebenso Bedeutendes für den Weinbau leistete der Orden der Benediktiner, deren berühmtestes Mitglied wohl Dom Pierre Pérignon (1638-1715) war, der „Erfinder“ der Assemblage, des kunstvollen Verschneidens von Weinen. Erwähnenswert ist auch, dass der Wein im französischen Revolutions-Kalender berücksichtigt wurde, der September erhielt den Namen Vendèmiaire (Weinmonat).

Im Jahre 1855 fand die berühmte Bordeaux-Klassifizierung statt, die großen Einfluss auf die in der Folge entstehenden Benennungs-Systeme hatte, die in den einzelnen Regionen recht unterschiedlich sind. Kurz danach war das Land der Ausgangspunkt der größten und umfassendsten Weinbau-Katastrophe in der Weltweingeschichte, als ab den 1860er-Jahren die Reblaus und der Mehltau ihren Vernichtungs-Feldzug über ganz Europa starteten. Besonders Frankreich war stark betroffen, über drei Fünftel (700.000 ha) der Rebflächen wurden zerstört. Zum gleichen Zeitpunkt aber setzten die „Goldenen Jahre des Bordeaux“ ein Zeichen für einen Neubeginn, als man im Médoc in großem Stil Weingärten anlegte. In Frankreich wurde frühzeitig erkannt, dass auf einem bestimmten Boden, unter Einfluss des dortigen Klimas und bestimmter Rebsorten ein Wein mit unverwechselbarer Charakteristik entsteht. Die Anfänge machten bereits die Zisterzienser. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde dafür der Begriff Terroir geprägt. Der Weingutsbesitzer Pierre Le Roy de Boiseaumarié (1890-1967) beschrieb in den 1920er-Jahren die idealen Rebsorten für den Châteauneuf-du-Pape auf Grund des dort typischen Bodens und Klimas in einem von ihm definierten Gebiet. Weitere Impulse gab der Landwirtschafts-Professor Joseph Capus (1868-1947), der gemeinsam mit Boiseaumarié als Initiator des Appellationsystems gilt.

Französischer Wein gilt heute weltweit als etwas Außergewöhnliches und als Ausdruck kultureller Vollkommenheit. Der bekannte englische Wein-Autor Hugh Johnson hat das in seinem Buch „Atlas der französischen Weine“ so beschrieben: „Im Laufe der Geschichte hat sich an verschiedenen Stellen der Erde eine Form kultureller Vollkommenheit entwickelt, die sich jeder logischen Erklärung entzieht. Denkt man an den Nahen Osten, ist dies die religiöse Fruchtbarkeit, der Name Deutschland verbindet sich mit Musik, der Name Italien mit Architektur. Wer aber von Frankreich spricht, denkt unwillkürlich an Tafelfreuden. Die Franzosen wählen und bereiten ihre Speisen mit so viel Eifer und Sorgfalt wie sonst niemand auf der Welt. Sicherlich hat dieses geniale Talent zum Genießen den Franzosen dazu verholfen, die Schöpfer der edelsten Weine zu werden.“

Bezüglich der Mischung von Rebsorten herrschen in Frankreich sehr unterschiedliche Philosophien, Meinungen bzw. Stilrichtungen vor. Im Süden und Südwesten - vor allem im Bordeaux - werden speziell die Rotweine aus mehreren Sorten gemischt, das sind die klassischen Cuvées, für die es den Begriff Bordeaux-Verschnitt gibt. In den nördlicheren Gebieten hingegen wie Chablis, Elsass, Loire, Savoyen und vor allem im Burgund werden die Weine zumeist sortenrein aus einer Rebsorte gekeltert. Besonders im Burgund sind das Lagen- und das damit zusammenhängende Klassifizierungs-System besonders ausgeprägt. Im Rahmen von Rodungsprogrammen der EU wurden im Zeitraum 1988 bis 2000 über 90.000 Hektar Rebfläche gerodet. Davon betroffen war vor allem die Region Languedoc-Roussillon. Im Jahre 2007 betrug die Gesamtrebfläche 867.400 Hektar, wovon 45,672 Millionen Hektoliter Wein produziert wurden. Damit liegt Frankreich mit Spanien und Italien im weltweiten Spitzenfeld (siehe auch unter Wein-Produktionsmengen). Rund 70% entfallen auf Rotwein- und 30% auf Weißweinsorten; der Rebsortenspiegel:

Rebsorte (Synonym) Farbe Hauptanbaugebiete in Frankreich Hektar
Merlot rot Bordeaux (Pomerol, St. Émilion) 117.000
Grenache Noir rot Südfrankreich, Korsika 93.000
Ugni Blanc weiß Bordeaux, Charentes, Cognac, Armagnac 82.000
Syrah rot Rhône, Provence, Languedoc 69.000
Cabernet Sauvignon rot Bordeaux (Médoc), Südfrankr, Provence 60.000
Carignan Noir (Mazuelo) rot Languedoc-Roussillon, Provence, Korsika 54.000
Chardonnay weiß Burgund, Beaujolais, Champagne, Elsass 42.000
Cabernet Franc rot Bordeaux, Loire 39.000
Gamay rot Beaujolais, Loire, Savoyen, Gaillac 35.000
Pinot Noir rot Burgund, Champagne, Alsace, Savoyen 28.000
Cinsaut (Cinsault) rot Südfrankreich, Korsika 25.000
Sauvignon Blanc weiß Bordeaux, Loire, Provence 24.000
Melon de Bourgogne weiß Beaujolais, Burgund, Loire 13.000
Sémillon weiß Südwest-Frankr, Sauternes, Provence 12.000
Pinot Meunier (Meunier) rot Champagne, Lothr (Côtes de Toul), Loire 11.000
Chenin Blanc weiß Loire (Anjou-Saumur, Touraine), Limoux 10.000
Colombard weiß Armagnac, Cognac, Bordeaux 8.800
Mourvèdre rot Provence, Rhône, Korsika 8.000
Muscat Blanc weiß Languedoc-Roussillon 7.400
Alicante Bouschet rot Languedoc-Roussillon, Provence 7.000
Malbec (Côt) rot Bordeaux, Cahors, Buzet, Loire 6.300
Grenache Blanc weiß Provence, Languedoc-Roussillon 5.400
Aramon Noir rot Languedoc 4.300
Macabeo (Maccabeu) weiß Languedoc-Roussillon 3.500
Riesling weiß Elsass, Lothringen (Moselle) 3.400
Viognier weiß Rhône, Languedoc-Roussillon 3.300
Tannat rot Béarn, Cahors, Madiran 3.200
Rolle weiß Bellet, Korsika 3.100
Gewürztraminer weiß Elsass 3.000
Muscat d’Alexandrie weiß Roussillon 2.900
Gros Manseng weiß Südwest-Frankreich 2.900
Mauzac weiß Gaillac, Limoux 2.600
Clairette Blanche weiß Languedoc 2.500
Pinot Gris weiß Elsass, Burgund 2.400
Grolleau Noir rot Loire 2.400
Auxerrois weiß Elsass, Loire, Lothringen, Jura 2.200
Caladoc rot Rhône 2.200
Muscat d’Hamburg rot hauptsächlich als Tafeltraube 2.100
Grenache Gris weiß Südfrankreich 2.000
Folle Blanche (Gros Plant) weiß Loire (Pays Nantais) 1.900

Das Land ist verwaltungsmäßig in insgesamt 95 Départements unterteilt, die sich in Kreise (Arrondissements) und Kantone aufteilen. Die Weinbaugebiete sind ziemlich gleichmäßig über drei Viertel der Oberfläche verteilt. Unter dem Schutz und Aufsicht der INAO erfolgte eine Einteilung in 465 Appellationen (Stand Mitte 2006). Im Gegensatz zu Italien (wo dies zu 100% identisch ist) gibt es bei den Weinbauregionen nur in wenigen Fällen eine Übereinstimmung mit den politischen Grenzen (z. B. Bordeaux und Elsass). Es ist jedoch zu bemerken, dass die Gliederung bzw. Benennung der Weinbauregionen in den einzelnen Quellen unterschiedlichst erfolgt. Eine der häufigsten Gliederungen ist:

* Armagnac mit 12.000 ha
* Bordeaux mit 113.000 ha
* Burgund mit 40.000 ha
* Champagne mit 34.000 ha
* Cognac mit 75.000 ha
* Elsass mit 15.000 ha
* Jura mit 1.900 ha
* Korsika mit 7.500 ha
* Languedoc mit 220.000 ha
* Loire mit 70.000 ha
* Lothringen mit 125 ha
* Provence mit 25.000 ha
* Rhône mit 80.000 ha
* Roussillon mit 40.000 ha
* Savoyen mit 1.800 ha
* Südwest-Frankreich mit 160.000 ha

In Frankreich bestanden schon gegen Ende des ersten Jahrtausends strenge Weingesetze und als erstes Land hat es seine Weinbaugebiete in exakten Karten geographisch erfasst und eingeteilt. Dies geschah durch Festlegen von gesetzlich gültigen Gebieten und Grenzen, mit deren Hilfe die Qualität eines Weines klar abgeleitet werden kann. Sie ist dadurch definiert, aus welcher „Appellation“ er stammt. Je besser ein Wein, desto genauer die Bestimmungen. Das besondere System der „kontrollierten Herkunft“ ist unter Appellation d’Origine Protégée beschrieben; kontrolliert wird es durch die Behörde INAO.

Weinkategorien: Im August 2009 wurde die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen gültig. Als Übergangsregelung sind bis 2013 auch noch alternativ die alten Bezeichnungen AOC, Vin de Pays und Vin de Table erlaubt. Ab dem Jahrgang 2014 dürfen jedoch ausschließlich nur noch die neuen Bezeichnungen auf den Flaschenetiketten angeführt werden. Die neuen Bezeichnungen bzw. Qualitätsstufen sind (siehe dazu auch detailliert unter Qualitätssystem):

* Vin de France (früher Vin de table, Tafelwein)
* IGP = Indication Géographique Protégée (früher Vin de pays, Landwein)
* AOP = Appellation d’Origine Protégée (früher VDQS, AOC/AC)

Vin de France: Für den „Vins sans Indication Géographique“ (Weine ohne geographische Angabe) sind Rebsorten aus ganz Frankreich zulässig. Es gibt Weine ohne und mit Angabe von Rebsorten und/oder Jahrgang. Die alte Bezeichnung Vin de table ist nur mehr bis zum Jahre 2013 zugelassen; das erst 2007 eingeführte Vignobles de France verschwindet. Zuständig ist nicht die INAO, sondern der Verband Anivin de France.

IGP: Die „Vins avec Indication Géographique“ (Weine mit geschützter geographischer Angabe) unterliegen weniger strengen Produktionsrichtlinien als die AOP. Es handelt sich immer um Weine aus einer Region, wie zum Beispiel Gascogne, Pays d’Oc oder Val de Loire. Sie müssen einem EU-Regelwerk wie empfohlene Rebsorten und maximaler Ertrag entsprechen, aber die Produzenten haben mehr Freiraum als bei AOP (wo ja die Rebsorten vorgeschrieben sind). Bei IGP-Weinen können auch andere Rebsorten als die empfohlenen verwendet werden. Die alte Bezeichnung Vin de pays ist nur mehr bis 2013 zugelassen.

VDQS: Die Stufe „Vin Délimité de Qualité Supérieure“ wurde 1949 als Vorstufe für den AOC-Rang geschaffen. Die Herstellungsbedingungen müssen nun nach AOP-Standards aufbereitet und der Bezug zum Terroir nachgewiesen werden. Diese Weine werden damit zu AOP hochklassifiziert, die alte Bezeichnung VDQS ist nur mehr bis 2013 zugelassen.

AOP: Die neue Spitze der Qualitätspyramide. Gegenüber dem nur mehr bis Jahrgang 2013 alternativ zulässigen AOC werden die Kontrollen durch unabhängige Gremien verstärkt (siehe dazu detailliert unter Appellation d’Origine Protégée). Es gibt die drei Stufen AOP Cru (Weine aus einem Weingut, Lage oder Parzelle), AOP kommunal (Weine aus einer Gemeinde) und AOP regional (Weine aus einer Region); siehe dazu auch unter Grand Cru.

Einflussreiche französische Weinautoren bzw. Weinkritiker sind bzw. waren Michel Bettane, Guy Bonnefoit, Pierre Brejoux, Thierry Desseauve, Patrick Dussert-Gerber, Odette Kahn, Alexis Lichine, Émile Peynaud, Olivier Poussier, André Simon und Christian Vanneque. Zu den wichtigsten Weinmagazinen bzw. Weinführern zählen die vier Werke Guide des Vins, Hachette, Le Guide des Meilleurs Vins de France und Le Grand Guide des Vins.
Diese Seite mit Link und weiterführenden Informationen online lesen!
Dazu einfach oben rechts im Suchfeld den Infocode 2.0.3389 eingeben.