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 Integrated Pest Management

Integrierter Pflanzenschutz

Glossar-Begriff
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Suchwort: Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz
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Bezeichnung für die systematische Anwendung und Kombination von vielen Verfahren des integrierten und kontrollierten Pflanzenschutzes (KIP), bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, anbau- und kulturtechnischer sowie pflanzenzüchterischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Mittel im Form von Bioziden auf das notwendige Maß beschränkt wird. Damit soll eine Beschränkung der Population schädlicher Insekten erreicht, sowie das Ausbreiten von Unkräutern und Rebstock-Krankheiten verhindert werden (siehe unter Rebstock-Feinde). Ein Umdenken in diese Richtung erfolgte ab den 1960er-Jahren, als auf Grund des vermehrten Einsatzes von chemischen Substanzen für den Pflanzenschutz und durch Monokultur sich zum Teil schwere Störungen des Naturhaushaltes ergaben. Vorreiter waren vor allem die Schweiz, sowie Deutschland, Frankreich und Österreich. Erste Konzepte wurden schon Mitte der 1970er-Jahre entwickelt. In vielen europäischen Ländern ist dies durch entsprechende Pflanzenschutz-Gesetze auch bereits ausreichend gesetzlich geregelt. Die einzelnen Pflanzenschutzmittel müssen offiziell zugelassen und das Anwendungs-Gebiet definiert sein. Oft wird die Verwendung auch auf einen bestimmten Zeitraum eingeschränkt.

Die Umwelt wird dadurch größtmöglich geschont und das biologische Gleichgewicht. nicht gestört. Ein stabiles Ökosystem mit vielen Arten wird als Biodiversität bezeichnet. Das bedeutet, dass Schadorganismen nicht prinzipiell ausgerottet werden sollen - was immer die Gefahr in sich birgt, damit auch ungewollt und kontraproduktiv nützliche Lebewesen zu vernichten - sondern in ihrer Population so zu lenken und zu kontrollieren, dass sie unter der Schadschwelle bleiben. Das zu berücksichtigende Umfeld bzw. die erforderlichen Maßnahmen im Weinbau umfassen dabei Witterungsverlauf, Förderung der natürlichen Widerstandskraft der Rebstöcke, Vorkommen und Lebenszyklus der tierischen Schädlinge, das Aktivieren von Nützlingen (natürlich vorkommender Feinde der Schädlinge), das alternative Aussetzen von Wirtspflanzen, biotechnische Verfahren (Netze, Schreckstoffe, Pheromon-Fallen, Verwirrmethode), sowie sogenannte Pflanzenstärkungsmittel.

Der Einsatz chemischer Mittel erfolgt nur dann, wenn alle anderen Verfahren nicht zum Erfolg geführt haben. Weitere Einschränkungen bezüglich Düngung, noch restriktivere Handhabung des Verzichtes auf chemische Mittel, gezieltes Einsetzen von Begrünung und auch kellertechnische Maßnahmen führen dann zu den noch umfassenderen Begriffen integrierte Produktion, bzw. Ökologischer Weinbau (auch umweltschonend oder biologisch). Eine besondere Form unter Berücksichtigung „kosmischer Einflüsse“ ist der biodynamische Weinbau, der auf den Anthroposophen Rudolf Steiner (1861-1925) zurückgeht.

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