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Italien

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Statistik
Klassifiz. Erz.: 1736
Verk. Weine: 15295

Italien zählt zu den ältesten Weinbauländern, die Anfänge reichen zumindest bis vor 1.000 v. Chr. zurück. Zu dieser Zeit tauchten in Mittelitalien die Etrusker auf, die Gebiete der Regionen Abruzzen, Latium, Toskana und Umbrien besiedelten. Der Ursprung der italienischen Weinkultur liegt vor allem in der griechischen Kolonisation, mit der im 10. Jahrhundert v. Chr. beginnend auf der Insel Sizilien und Kampanien und Kalabrien griechische Weinbaukultur auf die Halbinsel gebracht wurde. Die Griechen brachten viele ihrer Rebsorten mit nannten dem für Weinbau idealen Land Oinotria (Land der an Pfählen erzogenen Reben). Ebenso übten zu dieser Zeit die später zum großen Feind gewordenen Phöniker (Punier), die auf Sizilien und im Mittelmeer Stützpunkte errichteten, einen Einfluss aus. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. begann ein reger Handel mit den Kelten in Gallien (Frankreich), die beträchtliche Weinmengen aus Ober- und Mittelitalien importierten.

Von all diesen Völkern lernten die Römer auch und führten die Weinbereitung zur hohen Kunst. Im 3. Jahrhundert v. Chr. war die Weinrebe überall verbreitet und im 1. Jahrhundert v. Chr. erreichte die Weinkultur einen Höhepunkt. Die Stadt Pompeji war bis zu ihrer Zerstörung durch den Vesuv-Ausbruch 79 v. Chr. das Weinhandels-Zentrum und Hauptlieferant für die Hauptstadt Rom. Die berühmtesten antiken Weine zu dieser Zeit waren Caecuber, Falerner und Surrentiner. Die Römer legten in den neu gewonnenen Provinzen in den heutigen Ländern Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland und England Weinberge an. Wein wurde zum Import- und Exportartikel und die Römer stellten dafür auch bereits Holzfässer her, wobei sie dies von den Kelten (Galliern) gelernt hatten.

Viele römischer Autoren verfassten über den Weinbau und Weinkultur z. T. sehr umfangreiche Werke und ermöglichen damit ein sehr genaues Bild. Die Bandbreite reicht dabei von rein wissenschaftlichen (lehrhaften) Schriften über poetische Schilderungen bis hin zu Beschreibungen über die Ess- und Trinkkultur. Hervorzuheben ist dabei Satyricon, ein Sittengemälde der römischen Oberschicht. Die wichtigsten Autoren in zeitlicher Reihenfolge sind Cato der Ältere (234-149 v. Chr.), Vergil (70-19 v. Chr.), Horaz (65-8 v. Chr.), Ovid (43 v. Chr. bis 8 n. Chr.), Columella (1. Hälfte 1. Jhdt.), Petronius (gest. 66), Plinius der Ältere (23-79) und Palladius (4. Jhdt.). Wein wurde zum Kulturträger ersten Ranges, in Fortsetzung des griechischen Dionysos-Kultes genoss der Weingott Bacchus große Verehrung. Die Römer waren bezüglich Weinbereitungs-Techniken sehr kreativ. Eine Spezialität war das Aromatisieren, um den Wein geschmackvoller und haltbarer zu machen.

Es wurde bereits perlender Wein durch Lagern der Amphoren in kaltem Quellwasser (Gärungs-Unterbrechung) erzeugt. Im ersten Jahrhundert n. Chr. beschäftigte man sich intensiv mit der Züchtung von Rebsorten und versuchte für den jeweiligen Boden die am besten geeignete Rebe zu finden. Viele der heutigen autochthonen Reben stammen von den damals kultivierten antiken Rebsorten ab. Durch den Zusammenbruch des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert und die Wirren der Völkerwanderung geriet die Weinkultur in Vergessenheit und wurde nur mehr durch Ordensklöster der römisch-katholischen Kirche durch Produktion des Messweins weiter gepflegt.

Großen Aufschwung gab es dann zu Beginn der Renaissance im 14. Jahrhundert. Um den Weinbau wiederzubeleben, tat Papst Paul III. (1468-1549) den französischen Wein in Acht und Bann und ließ detaillierte Übersichten über den damaligen italienischen Wein erstellen. Bereits 1716 wurden unter Großherzog Cosimo III. (1642-1723) aus dem Geschlecht der Medici in der Toskana die Weinzonen für den Chianti festgelegt, Italien war damit eines der ersten Länder mit Herkunfts-Bezeichnung. Doch erst als im 19. Jahrhundert mit französischer Hilfe Weintypen wie Barolo, Brunello und Chianti geschaffen wurden, leitete sich ein Neubeginn ein. Mit über 2.000 verschiedenen Rebsorten hat Italien die meisten der Welt, nicht wenige davon sind antiken (griechischen) Ursprungs. Davon sind aber „nur“ 400 offiziell zugelassen. Der Rebsortenspiegel 2010 mit den Top-45, wobei nur Keltersorten (keine Tafeltrauben) enthalten sind (ex Kym Anderson):

Rebsorte Farbe Synonyme / italienischer Name Hektar
Sangiovese rot Brunello, Prugnolo Gentile, Nielluccio 71.619
Montepulciano rot Cordisco, Morellone 34.824
Catarratto Bianco weiß C. B. Comune, C. B. Lucido 34.794
Merlot rot - 28.042
Trebbiano Toscano weiß Trebbiano di Cesena, Tália, Ugni Blanc 22.702
Barbera rot B. Amaro, B. d’Asti, B. Dolce 20.524
Chardonnay weiß - 19.709
Glera weiß bis 2009 Prosecco, Teran Bijeli 18.255
Pinot Gris weiß Pinot Grigio 17.281
Nero d’Avola rot Calabrese, Niureddu Calavrisi 16.595
Trebbiano Romagnolo weiß T. della Fiamma, T. di Romagna 15.893
Garganega weiß Grecanico Dorato 15.375
Cabernet Sauvignon rot Cabernet 13.724
Tribidrag / Zinfandel rot Primitivo 12.234
Muscat Blanc weiß Moscato Bianco, Moscato Reale 11.506
Negroamaro rot Abbruzzese, Purcinara 11.460
Trebbiano Giallo weiß Greco di Velletri, T. dei Castelli, T. di Spagna 10.609
Aglianico rot Aglianico del Vulture 9.910
Malvasia Bianca di Candia weiß M. Bianca, M. di Candia, M. Rossa 9.231
Corvina Veronese rot C. Comune, C. Gentile, C. Nostrana, Cruina 7.477
Syrah rot - 6.739
Garnacha Tinta rot Cannonau, Tai Rosso, Vernaccia Nera 6.372
Cabernet Franc rot Cabernet Frank 6.314
Grillo weiß Ariddu, Riddu, Rossese Bianco 6.295
Inzolia weiß Ansonica, Insolia 6.133
Dolcetto rot Dolcetto Nero, Nibièu, Nibiò, Ormeasco 6.128
Croatina rot Bonarda, Nebbiolo di Gattinara, Neretto 5.684
Nebbiolo rot Chiavennasca, N. del Piemonte, Picotèner 5.536
Trebbiano d’Abruzzo weiß T. Abruzzese, T. Campolese, T. di Teramo 5.091
Vermentino weiß Favorita, Pigato 5.046
Pinot Noir rot Pinot Nero 5.046
Lambrusco Salamino rot Lambrusco Galassi, Lambrusco di Santa Croce 5.003
Ancellotta rot A. di Massenzatico, Ancellotti, Lancellotta 4.343
Gaglioppo rot G. di Cirò, Galloppo, Lacrima Nera 4.214
Sauvignon Blanc weiß Pellegrina, Sauvignon Bianco 3.744
Verdicchio Bianco weiß Trebbiano di Lugana, Trebbiano di Soave 3.526
Pinot Blanc weiß Pinot Bianco 3.086
Falanghina weiß F. Beneventana, F. Flegrea 3.037
Cortese weiß Corteis, Cortese Bianca 2.953
Sauvignonasse weiß Friulano, Tai, Tuchì (früher Tocai Friulano) 2.911
Nerello Mascalese rot Mascalese Nera, Nerello Calabrese 2.883
Lambrusco Grasparossa rot Lambrusco di Castelvetro, Scorzamara 2.726
Biancame weiß B. dalla Forcella, B. Maschio, B. Nostrano 2.599
Nero di Troia rot Somarello, Uva di Troia 2.572
Rondinella rot Nessuno Conosciuto 2.479

Anfang der 1990er-Jahre betrug die Rebfläche noch weit über eine Million Hektar, die aber auf Grund von geförderten Rodungsprogrammen der Europäischen Union um rund 200.000 Hektar reduziert wurden. Im Jahre 2007 wurden von 847.000 Hektar 45,981 Millionen Hektoliter Wein produziert. Damit liegt Italien weltweit im Spitzenfeld und rittert ständig mit Frankreich und Spanien um den ersten Platz (siehe unter Wein-Produktionsmengen). Wein wird vom Norden des Landes (Trentino-Südtirol) bis in den tiefsten Süden (Sizilien) und auf den Inseln im Mittelmeer angebaut. Die über DOC- und DOCG-Zonen machen aber nur rund ein Fünftel der Weinproduktion aus. Es gibt rund zwei Millionen Traubenerzeuger, 340.000 Keller und 45.000 Weinabfüller.

Der Boden ist von großer Vielfalt geprägt, doch das Klima hat trotz lokaler Unterschiede gemeinsame Einflussgrößen. Die Alpen schirmen gegen kalte Nordwinde ab, die Apenninen bilden vom Piemont im Norden bis Sizilien im Süden eine 1.500 Kilometer lange Wetterscheide. Das Mittelmeer östlich und das Tyrrhenische Meer westlich des Stiefels sowie die zahlreichen Flüsse und Seen wirken sich bestimmend aus. Die besten Regionen haben Temperaturen zwischen 12 und 16 °C, ausreichende Schnee- und Regenfälle im Winter und warme bis heiße Sommer mit Sonnenschein bis spät in den Herbst. Die Weingärten sind von Meereshöhe bis zu 1.000 Metern hoch angelegt. Die 20 Weinbauregionen stimmen mit den politischen Regionsgrenzen überein:

REGION
deutsch
REGION
italienisch
HAUPTSTADT
italienisch
HEKTAR
Abruzzen Abruzzo L’Aquila 33.000
Aostatal Valle d’Aosta Aosta 500
Apulien Puglia Bari 88.000
Basilikata Basilicata oder Lucania Potenza 4.000
Emilia-Romagna Emilia-Romagna Bologna 52.000
Friaul-Julisch-Venetien Friuli-Venezia Giulia Trieste 24.000
Kalabrien Calabria Catanzaro 9.500
Kampanien Campania Napoli 24.000
Latium Latio Roma 19.500
Ligurien Liguria Genua 1.500
Lombardei Lombardia Milano 22.500
Marken Marche Ancona 17.500
Molise Molise Campobasso 6.000
Piemont Piemonte Torino 47.500
Sardinien Sardegna früher Tinakria Cagliari 26.500
Sizilien Sicilia Palermo 101.000
Toskana Toscana Firenze 58.000
Trentino-Südtirol Trentino-Alto Adige Trento 15.500
Umbrien Umbria Perugia 13.000
Venetien Veneto Venezia 80.000

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man in Italien eher auf Masse. Ab den 1960er-Jahren vollzog sich dann ein tief greifender Wandel. Das erste Gebiet, in der sich das „italienische Weinwunder“ bemerkbar machte, war Chianti-Classico in der Toskana, wo ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit vollzogen wurde. Dazu trugen u. a. die berühmten Weingüter Antinori, Frescobaldi und Ricasoli in dieser Region sowie später Ca’ del Bosco in der Lombardei entscheidend bei. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts hat sich der italienische Wein extrem positiv verändert.

Im Jahre 1963 wurde mit einem neuen Weingesetz eine umfassende Ordnung geschaffen und die neue Qualitäts-Bezeichnung „Denominazione di Origine Controllata“ (DOC) eingeführt, was in der Folge zur Qualitätsverbesserung entscheidend beitrug. Als erster DOC-Wein wurde 1966 Vernaccia di San Gimignano gekürt. Erst 1980 folgte die höchste Stufe „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ (DOCG). Weitere Änderungen gab es 1992 mit dem nach dem Landwirtschaftsminister Giovanni Goria (1943-1994) benannten „Goria-Gesetz“, mit dem die Stufe IGT eingeführt wurde.

Weinkategorien: Im August 2009 wurde für alle Mitgliedsländer die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen gültig. Es gibt folgende neue Bezeichnungen bzw. Qualitätsstufen (siehe dazu auch detailliert unter Qualitätssystem):

* Vino (früher Vino da Tavola bzw. Tafelwein) = Wein
* IGP oder die alternativ mögliche alte Bezeichnung IGT = Landwein
* DOP oder die alternativ möglichen alten Bezeichnungen DOC und DOCG = Qualitätswein

Im April 2010 wurde das neue nationale Weingesetz gültig, mit dem das Dekret Nr. 164 aus dem Jahre 1992 ersetzt wurde. Man begnügte sich nicht mit der bloßen Anpassung an das neue EU-Recht, sondern nahm ein paar substantielle Neuerungen vor. Die alten und neuen Bezeichnungen dürfen alternativ oder zusammen verwendet werden. Diese Wahlmöglichkeit gibt es deshalb, um eine „Verflachung“ der DOCG zur DOC zu vermeiden, da ja beide bei einer ausschließlichen Verwendung von DOP vereinheitlicht werden würden und DOCG ja weiterhin qualitätsmäßig über DOC zu stellen ist. Zusammengefasst gibt es nun strengere und klarer formulierte Regelungen.

Vino: Die alte Bezeichnung „VdT“ (Vino da Tavola) ist nun wie generell in allen EU-Mitgliedsländern verboten. Es gibt Weine ohne und mit Angabe der Rebsorten und/oder des Jahrgangs.

IGT (Indicazione Geografica Tipica) oder IGP (Indicazione Geografica Protetta):
Die Landweine müssen einer analytischen Prüfung unterzogen werden (eine sensorische Prüfung erfolgt nur für DOC/DOCG-Weine). Der Wein muss dem Wesen nach eine typische, geographisch bedingte Charakteristik haben. Die Anforderungen liegen unter dem DOC/DOCG bzw. DOP-Niveau. Die Bereiche sind zumeist viel größer und umfassen zum Teil gesamte Regionen. Ab den 1980er-Jahren führte die hohe Qualität einiger IGT-Weine aus der Toskana zum Begriff Super-Toskaner. Es gibt insgesamt 118 IGT/IGP-Weine mit rund 30% der Produktion. Ein Bereich kann eine gesamte Region wie zum Beispiel Toscana umfassen; die Bereiche sind jeweils bei den Regionen angeführt.

DOC (Denominazione di Origine Controllata) oder DOP (Denominazione di Origine Protetta):
Diese Qualitätsweine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung müssen aus festgelegten Rebsorten, die in bestimmten Gebieten angebaut werden, nach festgesetzten Mengen und Methoden verarbeitet und ausgebaut werden (siehe weiter unten). Manche DOC-Zonen produzieren nur einen Wein, andere mehrere in verschiedenen Farben, Rebsorten oder Arten. Als deutschsprachiges Pendant ist für Südtiroler Weine die Bezeichnung QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) zulässig. Die 332 DOC-Weine machen rund 25% aus. Sie sind bei den Regionen angeführt.

DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) bzw. DOP: Diese Qualitätsweine mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung repräsentieren die höchste italienische „Ehrenklasse”, die besonders hoch geschätzten Weinen die Echtheit garantiert. Die 73 DOCG-Weine machen nur rund 5% der Produktion aus. Eine komplette Aufstellung siehe weiter unten.

Rebsorten: Für DOC/DOCG bzw. DOP-Weine (Qualitätsweine) dürfen nur aus den in den jeweiligen Bereichen zugelassenen Rebsorten gekeltert werden. für IGT/IGP-Weine (Landweine) sind auch unter Beobachtung befindliche Sorten zugelassen. Sie müssen in den Produktionsreglementen genannt werden, wobei dies auch prozentual unter Einhaltung einer Toleranz von 1% erfolgen kann (vormals war nur die Zusammensetzung in den Weinbergen vorgeschrieben). Es dürfen auch Tafeltrauben vinifiziert werden; das bisherige Verbot wurde aufgehoben.

Weitere Vorgaben: Neben Rebsorten sind das Flaschenform, Mindestreifezeiten in Fässern und Flasche, Mindestwerte für Alkoholgehalt, Säure und Gesamtextrakt (Trockenextrakt), sowie Farbe und Aroma. Vor der Vermarktung erfolgt eine sensorische und analytische Prüfung. Es ist auch die Angabe von Unterzone (sottozona), Gemeinde (comune), Ortsteil (frazione), Kleinklimazone (microzona), Weingut (Fattoria, Cascina oder Podere) und der Weinbergsparzelle (Vigna) für Weine außerordentlicher Qualität möglich. Dadurch wird die Bedeutung der Herkunft noch stärker betont.

Zusätzliche Qualitätsbezeichnungen: Durch drei Begriffe wird bei Qualitätsweinen eine spezielle Qualität gekennzeichnet, die über dem Standard liegt. Der Begriff Classico bezeichnet traditionelle Herkunftsgebiete bzw. bodentypisch und klimatisch qualitativ bessere bzw. begünstigte Kernzonen innerhalb eines DOC/DOCG bzw. DOP-Bereiches. So gibt es zum Beispiel einen DOCG-Bereich Chianti und einen DOCG-Bereich Chianti-Classico. Mit höherem Alkoholgehalt, niedrigeren Ertragsgrenzen und/oder längerer Reifezeit sind die Begriffe Superiore und/oder Riserva erlaubt.

Die DOCG-Weine stellen in der Regel die absolute Spitze der italienischen Weine dar. Wenn Weine ihre Qualität zumindest fünf Jahre aufrechterhalten haben, wird ihnen der DOC- und frühestens nach weiteren fünf Jahren der DOCG-Status zuerkannt. Es kann theoretisch auch ein einzelner, hervorragender Markenwein DOCG-Status erlangen, wenn er „Italien Ehre macht“, was aber noch nicht erfolgt ist. Der allererste als DOCG klassifizierte Wein war im Jahre 1980 Vino Nobile di Montepulciano aus der Toskana, gefolgt im selben Jahr von Barbaresco, Barolo und Brunello di Montalcino. Es dauerte relativ lange, bis 1987 als erster Weißwein der aus der Emilia-Romagna stammende Albana di Romagna gekrönt wurde. Die ersten perlenden bzw. schäumenden Weine waren dann 1994 Asti Spumante und Moscato d’Asti aus dem Piemont. Die Liste der 73 DOCG:

DOCG-Bereich (Alternativname) Farbe Hauptrebsorte Region
Aglianico del Taburno rot Aglianico Kampanien
Aglianico del Vulture Superiore rot Aglianico Basilikata
Albana di Romagna weiß Albana Emilia-Romagna
Alta Langa weiß, rosé Chardonnay, PN Piemont
Amarone della Valpolicella rot Corvina, Corvinone Venetien
Asti (Asti Spumante) weiß Moscato Bianco Piemont
Bagnoli Friularo (Friularo di Bagnoli) rot Raboso Piave Venetien
Barbaresco rot Nebbiolo Piemont
Barbera d’Asti rot Barbera Piemont
Barbera del Monferrato Superiore rot Barbera Piemont
Bardolino Superiore rot Corvina Venetien
Barolo rot Nebbiolo Piemont
Brachetto d’Acqui (Acqui) rot Brachetto Piemont
Brunello di Montalcino rot Brunello Toskana
Cannelino di Frascati weiß Malvasia-Sorten Latium
Carmignano rot Sangiovese Toskana
Castel del Monte Bombino Nero rot Bombino Nero Apulien
Castel del Monte Nero di Troia Riserva rot Nero di Troia Apulien
Castel del Monte Rosso Riserva rot Nero di Troia Apulien
Castelli di Jesi Verdicchio Riserva weiß Verdicchio Marken
Cerasuolo di Vittoria rot Nero d’Avola Sizilien
Cesanese del Piglio rot Cesanese Latium
Chianti rot Sangiovese Toskana
Chianti-Classico rot Sangiovese Toskana
Colli Asolani Prosecco weiß Glera Venetien
Colli Bolognesi Classico Pignoletto weiß Pignoletto Emilia-Romagna
Colli di Conegliano weiß, rot verschiedene Venetien
Colli Euganei Fior d’Arancio weiß Moscato Venetien
Colli Orientali del Friuli Picolit weiß Picolit Friaul
Conegliano-Valdobbiadene Prosecco weiß Glera Venetien
Conero (Rosso Conero Riserva) rot Montepulciano Marken
Dogliani rot Dolcetto Piemont
Dolcetto di Diano d’Alba rot Dolcetto Piemont
Dolcetto di Ovada Superiore (Ovada) rot Dolcetto Piemont
Elba Aleatico Passito (Aleatico P. dell’Elba) rot Aleatico Toskana
Erbaluce di Caluso weiß Erbaluce Friaul, Venetien
Fiano di Avellino weiß Fiano Kampanien
Franciacorta weiß, rosé Chardonnay, PN Lombardei
Frascati Superiore weiß Malvasia-Sorten Latium
Gattinara rot Nebbiolo Piemont
Gavi (Cortese di Gavi, Gavi di Gavi) weiß Cortese Piemont
Ghemme rot Nebbiolo Piemont
Greco di Tufo weiß Greco Bianco Kampanien
Lison weiß Tai/Friulano Friaul, Venetien
Montecucco Sangiovese rot Sangiovese Toskana
Montefalco Sagrantino rot Sagrantino Umbrien
Montello Rosso rot Merlot, Cab. Franc Venetien
Montepulciano d’Abruzzo Colline Teramane rot Montepulciano Abbruzzen
Morellino di Scansano rot Morellino Toskana
Moscato d’Asti weiß Moscato Bianco Piemont
Moscato di Scanzo rot Moscato di Scanzo Lombardei
Offida weiß, rot verschiedene Marken
Oltrepò Pavese Metodo Classico weiß, rosé Pinot Noir Lombardei
Piave Malanotte (Malanotte del Piave) rot Raboso Piave Venetien
Primitivo di Manduria Dolce Naturale rot Primitivo Apulien
Ramandolo weiß Verduzzo Friaul
Recioto della Valpolicella rot Corvina, Rondinella Venetien
Recioto di Gambellara weiß Garganega Venetien
Recioto di Soave weiß Garganega Venetien
Roero weiß, rot Arneis, Nebbio Piemont
Rosazzo weiß Friulano Friaul
Ruchè di Castagnole Monferrato rot Ruchè Piemont
Sforzato di Valtellina (Sfursat) rot Chiavennasca Lombardei
Soave Superiore weiß Garganega Venetien
Suvereto rot verschiedene Toskana
Taurasi rot Aglianico Kampanien
Torgiano Rosso Riserva rot Sangiovese Umbrien
Val di Cornia Rosso (Rosso della Val di C.) rot Sangiovese, CS Toskana
Valtellina Superiore rot Nebbiolo Lombardei
Verdicchio di Matelica Riserva weiß Verdicchio Marken
Vermentino di Gallura weiß Vermentino Sardinien
Vernaccia di San Gimignano weiß Vernaccia Toskana
Vernaccia di Serrapetrona rot Vernaccia Nera Marken
Vino Nobile di Montepulciano rot Sangiovese Toskana

Einflussreiche italienische Weinautoren bzw. Weinkritiker sind unter anderem Burton Anderson (USA, schrieb aber fast ausschließlich über Italien), Daniele Cernilli, Giancarlo Gariglio, Fabio Giavedoni, Luigi Veronelli und Franco Ziliani. Sie wirken bzw. publizieren in vielen Weinmagazinen und Weinführern wie zum Beispiel Gambero Rosso, Slow Wine und Veronelli-Guide.
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