Méthode charmat
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Méthode charmat
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Verfahren bei der Herstellung von Schaumwein, bei dem die zweite Gärung nicht in der Flasche, sondern in einem Drucktank erfolgt. Deshalb wird es auch als Tankgärverfahren oder Großraumgärung, in Frankreich als Cuve-close und in Spanien als Granvás bezeichnet. Die Erfindung wird in der Regel dem französischen Agraringenieur Eugène Charmat zugeschrieben. Dieser experimentierte im Jahre 1907 an der Universität in Montpellier (Languedoc) mit Drucktanks und führte ab 1910 die Methode in breitem Umfang ein. Besonders in Italien gilt jedoch Federico Martinotti (1860-1924), der Direktor des l’Istituto Sperimentale per l’Enologia di Asti als Erfinder, der anscheinend schon vor Charmat in seinem Institut umfangreiche Versuche anstellte. Er verwendete dabei geschlossene Behälter, die einem Druck bis zu 6 bar standhielten. Deshalb wird in Italien das Verfahren patriotischerweise auch als Metodo martinotti oder Metodo martinotti-charmat bezeichnet.
Aber auch andere wie zum Beispiel der französische Chemiker Edme-Jules Maumené (1818-1898) in Zusammenarbeit mit L. Jaunay beschäftigten sich schon 1852 mit Schaumweingärung in druckfesten Großbehältern, sodass es für dieses Verfahren wahrscheinlich mehrere Väter gibt. Jedenfalls wurden 1930 in Frankreich auf diese Art bereits über fünf Millionen Flaschen Schaumwein hergestellt und das Verfahren setzte sich weltweit durch. Denn es erlaubte erstmals die Herstellung preiswerter Schaumweine und machte aus dem exklusiven Luxusartikel ein erschwingliches Produkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Perfektionierung besonders in Deutschland vorangetrieben. Heute wird der Großteil der Sekte und (mit wenigen Ausnahmen) Spumanti so hergestellt. Bei Cava, Champagner, Hauersekt und Winzersekt ist das Verfahren jedoch prinzipiell nicht erlaubt.
Die temperaturkontrollierten Drucktanks fassen 100.000 bis 200.000 Liter Wein. Mittels Zugabe der Dosage (Fülldosage) wird die Zweitgärung eingeleitet. Das dabei entstehende Kohlendioxid bleibt im Drucktank gefangen. Der Hefesatz im Tank wird periodisch von mächtigen Rührwerken aufgewirbelt, um den Wein mit diesen erwünschten Geschmacks-Stoffen anzureichern. Nach zumeist mehrmonatiger Lagerung wird die Versanddosage zwecks gewünschter geschmackliche Restsüße zugegegeben. Zuletzt wird der Tank auf Minusgrade herunter gekühlt, wodurch die Kohlensäure „inaktiv“ wird und im Schaumwein gebunden bleibt. Nun erfolgt eine Filtration und daraufhin die Flaschenabfüllung.
Der Vorteil der Méthode charmat besteht darin, dass die zweite Gärung wesentlich kostengünstiger, schneller und weniger aufwändig als die traditionelle Méthode champenoise bzw. Méthode classique bezüglich Flaschengärung und Dégorgement (Entfernen des Hefesatzes) ist. Die Qualität einer Flaschengärung mit hoher Perlfähigkeit kann in der Regel aber damit nicht erreicht werden. Ein hochwertiger Grundwein kann aber selbstverständlich auch im Edelstahltank mit entsprechend langer Hefelagerung zu einem hervorragenden Sekt reifen. Eine davon abgewandelte Form ist das in Russland entwickelte Durchlaufverfahren. Auch beim so genannten Transvasierverfahren kommen Tanks zum Einsatz. Siehe auch die verschiedenen Produktions-Verfahren unter Schaumwein.
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