Merlot
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Merlot
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Die rote Rebsorte stammt aus Frankreich. Der Name ist vom französischen Wort für Amsel (merle) abgeleitet, weil diese Vögel die Beeren sehr gerne naschen. Synonyme sind unter anderem Alicante Noir, Bégney, Bigney, Bordò, Crabutet, Médoc Noir, Merle Petite, Merlau, Merlaut, Merlo, Merlot Noir, Merlott, Odzalesi, Petit Merle, Plant Médoc, Saint Macaire, Seme de la Canau, Seme dou Flube, Sémillon Rouge und Vitraille. Es handelt sich um eine sehr alte Sorte, denn die erste Erwähnung unter dem Namen Crabutet Noir stammt angeblich bereits aus dem 14. Jahrhundert. Unter dem Namen Merlau oder Merlot wurde sie erstmals im Jahre 1784 im Bereich Libournais dokumentarisch erwähnt und zählte zu dieser Zeit zu den wichtigsten Bordeaux-Sorten. In der italienischen Region Venetien wurde die Sorte im Jahre 1855 unter dem Synonym Bordò erwähnt. Eine erste komplette Beschreibung erfolgte durch Victor Rendu 1857 in seinem Werk „Ampélographie Française“.
Durch 2009 von Dr. Jean-Michel Boursiquot und Dr. Carole Meredith durchgeführte DNA-Analysen in Montpellier und an der University of California (Davis) wurde festgestellt, dass sie eine (höchstwahrscheinlich natürliche) Kreuzung zwischen der fast ausgestorbenen Magdeleine Noire des Charentes x Cabernet Franc ist. Da Carmenère- und Merlotreben sich äußerlich stark ähneln, wurden aus Frankreich nach Übersee importierte Reben im Weinberg sehr häufig gemischt angepflanzt. Aus diesem Grund hielt man in Chile die Sorte Carmenère fälschlicherweise lange Zeit für eine Spielart der Merlot. Tatsächlich sind sie aber nur verwandt, denn Cabernet Franc war bei beiden die Vatersorte. Die Spielarten Merlot Gris und Merlot Rosa wurden Anfang der 1980er-Jahre in Brasilien entdeckt. Die hellbeerige Merlot Blanc entstand aus einer natürlichen Kreuzung Merlot x Folle Blanche.
Merlot ist eine beliebte Zuchtsorte und war Kreuzungspartner bei den Neuzüchtungen Artzebat, Bruni 452, Carmine, Cosmo, Ederena, Erilon, Fertilia, Incrocio Terzi N. 1, Laurot, Malverina, Mamaia, Medina, Mendeleum, Mendioberena, Negru de Yaloven, Nigra, Plamennyi, Prodest, Rebo, Rigotti und Yama Merlot. Früher wurde sie auch für die Züchtung von Unterlagen verwendet. Sie ist auf Grund der dünnhäutigen Beeren fäuleanfällig und empfindlich gegen Falschen Mehltau. Die früh reifende Sorte erbringt fruchtige, körperreiche und vollmundige Weine, die bereits nach wenigen Jahren genussreif sind. Sie wird häufig als optimale Ergänzung des Cabernet Sauvignon als mildender Faktor verwendet. Dem „großen Bruder“ gegenüber hat sie weniger Tannine und Säure.
Sie ist sowohl in Frankreich als auch im Bordeaux die häufigste Rebsorte. In den Bereichen Graves, Saint-Émilion und Pomerol ist sie Hauptbestandteil der großen Rotweine und im Bereich Médoc Partner beim so genannten Bordeaux-Verschnitt. Im Bereich Pomerol werden daraus die berühmten Rotweine der beiden Weingüter Château Pétrus und Château Le Pin nahezu sortenrein gekeltert, die zu den besten und teuersten Rotweinen der Welt zählen. Die Merlotrebe ist weltweit verbreitet und liegt mit 260.000 Hektar im absoluten Spitzenfeld (2005). In Italien belegt sie 24.000 Hektar. Ab den 1990er-Jahren wurde sie in Übersee in Australien, Südafrika, Südamerika (besonders Argentinien) und Neuseeland populär, in Kalifornien belegt sie bereits 14.000 Hektar. Im Jahre 2009 war sie in Deutschland auf insgesamt 469 Hektar, sowie in Österreich mit stark steigender Tendenz auf 649 Hektar vertreten. In der Schweiz liegt sie mit über 1.000 Hektar am vierten Platz.
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