Anmelden
Dauerhaft anmelden
Newsletter abonnieren
Der Newsletter ist kostenlos. Ihre E-Mailadresse wird nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
Infos über Wein-Plus
Mitgliedschaft
RSS
Hilfe
Social Networks
Stellenangebote
Impressum
Presse
Über Wein-Plus
Datenschutz
Partnerprojekte
Kontakt
Diese Seite in einer anderen Sprache:

 Montpellier

Montpellier

Glossar-Begriff
|
Informationstexte

Suchwort: Montpellier

Montpellier

Hauptstadt der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon im Département Hérault unweit der Mittelmeerküste. In Montpellier hatte schon der berühmte Arzt Arnaldus de Villanova (1240-1311) im Mittelalter gelehrt. Hier wurde im Jahre 1872 die „École Nationale Supérieur Agronomique“ als Zweig der Universität gegründet. Anlass für die Gründung war die durch die Pilzkrankheiten echter und falscher Mehltau, sowie von der Reblaus verursachten Katastrophe im französischen Weinbau. Auch Jules Émile Planchon (1823-1888), der im Jahre 1868 die Reblaus endlich als Verursacher des rätselhaften Rebstock-Sterbens identifizieren konnte, war hier als Professor für Botanik tätig. Heute zählt die Abteilung Weinbaukunde weltweit zu den bedeutendsten Weinbau-Institutionen.

Der erste Leiter war Professor Gustave Louis Emile Foëx (1844-1906), der viele französische und amerikanische Rebsorten sammeln ließ. Die Sammlung umfasst heute über 3.100 Rebsorten, 230 Unterlagen und zahlreiche Wildreben. Das Herbarium ist neben Magarach (Krim-Ukraine) weltweit führend. Es wurde schon 1949 unter der Leitung von Jean Branas in die Domaine de Vassal an der Mittelmeerküste verlegt, weil dort der Boden frei von Reblaus und Nematoden ist. Durch erfolgreiche DNA-Analysen ist hier ein weltweit anerkanntes Zentrum für Rebsorten-Bestimmung entstanden, wobei eng mit der University of California zusammengearbeitet wird. In den 1990er-Jahren war dies vor allem Dr. Carole Meredith bei den Sorten Chardonnay, Durif, Gouais Blanc, Petite Syrah und Syrah.

Foëx veröffentlichte einen vielfach aufgelegten Führer über Amerikaner-Reben und experimentierte in großem Umfang mit reblausresistenten Unterlagen. Er begründete damit die besondere Stellung des Zweiges Ampelographie an der Universität. Der Rebenkrankheiten-Spezialist Pierre Viala (1859-1936) studierte in Montpellier, wurde dann hier Professor für Weinbau, legte durch eine USA-Reise die Basis für die berühmte Unterlage „41 B“ und veröffentlichte gemeinsam mit Victor Vermorel (1848-1927) den siebenbändigen Klassiker „Ampélographie“ mit 24.000 beschriebenen Rebsorten.

Weitere bedeutende Persönlichkeiten an der Universität waren Louis Ravaz (Gründung des Weinbau-Institutes in Cognac, Erweiterung der Rebensammlung), Jean Branas (Virenkrankheiten, Klonen-Selektion), der Rebsorten-Guru Pierre Galet, Denis Boubals (Mehltau-Ursachenforschung, Reblaus-Bekämpfung, Gründung der Versuchsstation Domaine du Chapître) und Alain Carbonneau (Laubdach-Mikroklima, Erziehungsformen). Seit dem Jahre 1946 wird die Weiterentwicklung der Weinbauforschung von der INRA finanziert, die auch die Fachleute bereitstellt. Zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Weinbau-Instituten wurden von Montpellier-Fachleuten unter anderem die Neuzüchtungen Arriloba, Chasan, Chenanson, Ganson, Gramon, Monerac, Odola und Perdea kreiert.

Diese Seite mit Link und weiterführenden Informationen online lesen!
Dazu einfach oben rechts im Suchfeld den Infocode 3.0.1044 eingeben.