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 Muscatel

Muskateller

Glossar-Begriff
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Suchwort: Muskateller

Muskateller

Eine der ältesten Rebsorten der Welt, die wahrscheinlich aus Vorderasien stammt, von den Phönikern und Griechen nach Europa gebracht und dann von den Römern in ihrem gesamten Herrschaftsgebiet verbreitet wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen „musca“ (Fliege) ab, weil der intensive Duft Insekten anzieht. Eine zweite Variante des Namens-Ursprunges sind die kleinen, dem Samen des Muskat-Nussbaumes ähnlichen Beeren. Schon die beiden Kaiser Karl der Große (742-814) und Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) galten als große Verehrer des Muskateller-Weines. In Deutschland ist die Rebsorte seit dem 12. und in Österreich seit dem 14. Jahrhundert in Dürnstein im Weinbaugebiet Wachau urkundlich belegt. Der deutsche Botaniker Hieronymus Bock (1498-1554) beschreibt in seinem „Kreütter Buch“ in der Ausgabe von 1546 einen „Muscateller“. Von den zahlreichen Muskateller-Spielarten zählen die hellbeerigen zu den wichtigsten; die internationale Bezeichnung ist Muscat Blanc (Muscat Blanc à Petits Grains). Rot- bzw. dunkelbeerige Spielarten sind Muscat Rouge, Muscat Noir und Rosenmuskateller.

Es gibt weit über 100 Synonyme, zu einem nicht unerheblichen Teil handelt es sich dabei auch um verschiedene Spielarten und Klone. Zum Beispiel weisen die Namen Blauer, Gelber, Gelbweißer, Roter und Schwarzer Muskateller auf die verschiedenen Beerenfarben und damit wahrscheinlich Mutationen hin. Weitere sind Alpianae de los Romanos, Apiana, Barzsing, Beli Muskat, Bornova Misketi, Brown Muscat, Chungi, Csikos Muskotaly, Csikos Zöld Szagos, Dinka Bela, Early Silver Frontignan, Gelber Weihrauch, Hazai Muskotaly, Honi Muskotaly, Irmes, Jönica, Katzendreckler, Kedves Muskotaly, Khungi, Kilianstraube, Kustidini, Ladannyi, Moscatel Branco (und viele weitere beginnend mit Moscatel, Moscatello, Moscato, Muscat und Muskat), Myskett, Ranfler, Rozsdas Muskotaly, Rumeni Muskat, Saint Jacques Blanc, Sarga Muskotaly, Sari Muscateller, Schmeckende Weyrer, Schmeckerter, Seidentraube, Szargos Veirer, Tamaioza, Tamianka, Tamiioasa Romaneasca, Tamiiosa Alba, Tamiiosa de Dragasani, Tamiiosa de Moldava, Uva de Cheiro, Wanzenweinbeer, Weihrauchtraube, Weirer, White Frontignan, Zoruna und Zuti Muskat.

Eng verwandt sind die beiden wahrscheinlich spontanen (natürlichen) Kreuzungen Muscat d’Alexandrie (Muscat Blanc x Axina de Tres Bias) und Muscat d’Hamburg (Trollinger x Muscat d’Alexandrie). Ebenso verwirrend wie die zahlreichen Namen ist die Tatsache, dass zahlreiche Rebsorten in aller Welt in ihrem Namen „Muskat“ (oder ähnlich lautend) tragen, um auf den typischen Muskatton hinzuweisen, obwohl viele davon mit der Rebsorte gar nicht verwandt sind, bzw. dies zumindest nicht eindeutig geklärt ist. Das sind zum Beispiel Morio-Muskat, Muscadet, Muscadelle, Muskat-Sylvaner (Synonym für Sauvignon Blanc) und Muskat-Trollinger. Muskateller-Spielarten sind weltweit unter den obigen Namen verbreitet. Im Jahre 2009 belegte sie in Deutschland 192 Hektar Rebfläche. In Österreich ist sie in der Steiermark, Niederösterreich und Burgenland auf 527 Hektar mit steigender Tendenz vertreten. Die meisten Spielarten weisen einen typischen Muskatton auf und werden zu den Bukettsorten gezählt. Muskateller-Trauben werden bei vielen (oft süß ausgebauten) berühmten Weinen verwendet, zum Beispiel Asti Spumante, Banyuls, Constantia, Malaga, Maury, Moscato d’Asti, Muscat de Frontignan, Rivesaltes, Samos, Sherry und Tokajer.

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