Anmelden
Dauerhaft anmelden
Newsletter abonnieren
Der Newsletter ist kostenlos. Ihre E-Mailadresse wird nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
Infos über Wein-Plus
Mitgliedschaft
RSS
Hilfe
Social Networks
Stellenangebote
Impressum
Presse
Über Wein-Plus
Datenschutz
Partnerprojekte
Kontakt
Diese Seite in einer anderen Sprache:

 Robert Parker

Parker Robert

Glossar-Begriff
|
Informationstexte

Suchwort: Parker Robert

Parker Robert

Der aus Baltimore/USA stammende Anwalt Robert McDowell Parker jr. (*1947) ist der einflussreichste Weinjournalist und Weinkritiker der Welt. Angeblich ist seine Nase auf eine Million Dollar versichert, deshalb wird er auch „The Million Dollar Nose“ oder auch „Wine Pope“ genannt. Den Anstoß für die Beschäftigung mit Wein war eine Reise im Alter von 20 Jahren in das Elsass. Im Jahre 1978 erschien die erste Ausgabe der seitdem zweimonatlich erscheinenden Zeitschrift „Wine Advocate“, in der Beurteilungen über einzelne Weine enthalten sind. Heute gibt es über 45.000 Abonnenten in rund 40 Ländern weltweit. Für die Weinbewertung führte Parker das in Amerika in den Schulen übliche 100-Punkte-System ein, was in der Folge zum internationalen Standard wurde. Nach eigener Zielsetzung wollte er „ein Anwalt des Konsumenten“ sein, der im Gegensatz zu vielen damaligen Weinautoren in keiner Weise im Weinhandel verbunden war und dadurch keinerlei Interessens-Konflikte hatte. Parker erfuhr erstmals weltweite Aufmerksamkeit, als er den 1982er von Bordeaux als herausragenden Jahrgang ausrief. Dies war völlig konträr zur Meinung vieler anderer Weinkritiker, nach deren Ansicht das Jahr viel zu säurearm ausgefallen war. Es gab eine endlos lange Debatte, ob 1982 denn ein alterungsbeständiges Jahr sei oder nicht.

Da sich ja ein Wein während bei der Alterung bzw. der Flaschenreifung kontinuierlich verändert bzw. weiterentwickelt, belässt es Parker nicht bei einer einmaligen Bewertung. Der neueste Jahrgang wird „en Primeur“ im April-Heft mit einer Punktespanne (zum Beispiel 92 bis 96 Punkte) bewertet, dies sind Parkers „first thouhgts“ (erste Gedanken). Ein Jahr später bewertet Parker den Jahrgang erneut „prior to bottling“ und dann mit Erscheinen der Weine auf dem Markt noch ein Mal „from the bottle“. Darüber hinaus kann es durchaus der Fall sein, dass bei der Bewertung eines Weines ältere Jahrgänge des gleichen Weines noch ein Mal erwähnt und bewertet werden. Eine Zusammenfassung der Wine-Advocate-Bewertungen erfolgt im „Parker`s Wine Buyer’s Guide“. Dieser erscheint in unregelmäßigen Abstanden, bis jetzt in den Jahren 1987, 1989, 1993, 1995, 1999, 2002 und 2007. Im Durchschnitt werden darin etwa 8.000 Weine bewertet, darunter nur sehr wenige deutsche und noch weniger österreichische (Tendenz ist aber steigend).

Parkers besonderes Interesse gilt eindeutig französischen Weinen, über die er mehrere erfolgreiche Bücher schrieb. Im Jahre 1985 erschien „Bordeaux“, im Jahre 1987 „The Wine of the Rhône Valley and Provence“ und im Jahre 1990 „Burgund“. Parker verkostete in seiner aktivsten Zeit regelmäßig über 100 Weine per Tag. Im Zeitraum 1978 bis 2010 waren es insgesamt rund 300.000 vom Team verkostete Weine. Nur rund 160 davon bekamen die Höchstbewertung mit 100 Punkten. Es ist ein Phänomen, dass gut bewertete Weine unmittelbar nach Bekanntgabe der Bewertung beträchtlich im Preis steigen. Seine Kritiker kreiden ihm an, dass er säurearme, fruchtbetonte Weine, so genannte Fruchtbomben, oder Weine mit hohem Alkoholgehalt und ausgeprägten Eichengeschmack bevorzuge. Parker selbst bestreitet dies aber. Jedenfalls führte dies dazu, dass nicht wenige Weingüter ihre Techniken im Weinberg und Keller auf den „Parker-Stil“ änderten. Dies Phänomen wird als Parkerisieren bezeichnet. Parkers Bewertungen sind deshalb nicht unbestritten, aber es ist Faktum, dass er die Weinwelt positiv beeinflusst hat.

Selbstverständlich kann er schon seit vielen Jahren nicht mehr alleine die Unzahl der bewerteten Weine persönlich verkosten, sondern bedient sich der Hilfe von Mitarbeitern. Dies sind nun nach einer personellen Neuorganisation im Jahre 2006 Antonio Galloni (Italien, California, Chablis, Champagne, Côte d’Or, Kalifornien seit 2011 von Parker übernommen), David Schildknecht (Deutschland, Champagne, Elsass, Languedoc-Roussillon, Loire, Neuseeland, Österreich, Osteuropa, Südafrika sowie USA-Ostküste, Midwest), Jay Miller (Australien, Portwein, Spanien, Südamerika, Pacific Northwest) und Mark Squires (Portugal, ohne gespritete). Parker hat sich selbst die französischen Bereiche Bordeaux, Provence und Rhône vorbehalten. Er bekam für seine Arbeiten viele Ehrungen. Im Jahre 1992 erhielt er den Orden „Chevalier de l’Ordre du Mérite National“. 1993 wurde ihm der „Wine and Vine Communication Award” von Moët Hennessy (LVMH) für seine französischen Ausgaben über Burgund und Bordeaux verliehen. Im Jahre 1995 wurde er Ehrenbürger der Weinbau-Gemeinde Châteauneuf-du-Pape im Rhônetal. Der absolute Höhepunkt war dann das im Jahre 1999 vom französischen Präsidenten Jacques Chirac (*1932) unterzeichnete Dekret, das Parker zum Ritter der Ehrenlegion erhob.

Diese Seite mit Link und weiterführenden Informationen online lesen!
Dazu einfach oben rechts im Suchfeld den Infocode 3.0.1796 eingeben.