Petrus de Crescentiis
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Petrus de Crescentiis
Der italienische Rechtsgelehrte Petrus de Crescentiis oder auch in einigen Quellen Pier(o) de Crescenzi (1230/1233-1320/1321) studierte Medizin und Jura an der Universität Bologna und lehrte dort als Professor. Weiters war er in Norditalien für mehrere Städte als Jurist tätig. Im Jahre 1299 zog er sich auf sein Landgut zurück, um sich literarischen Studien zur Landwirtschaft und Botanik zu widmen. Im Jahre 1303 erschien sein Werk „Liber Commodorum Ruralium“ (Buch über die Landwirtschaft). Das vierte Buch „Von Weinbergen und Weinstöcken“ ist dem Wein gewidmet und enthält auch viele Illustrationen. Es wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts in viele Sprachen übersetzt, zum Beispiel auf Befehl Kaiser Karl V. (1500-1558) ins Französische. Petrus de Crescentiis zitiert zwar die alten Autoren Varro (5. Jhdt. V. Chr.), Plinius den Älteren (23-79 n. Chr.), Columella (1. Hälfte 1. Jhdt) und Palladius (4. Jhdt), entwickelt jedoch neue Gedanken und beschreibt sehr ausführlich die zu seiner Zeit wichtigen Weinbereitungs-Techniken.
Er weist auf die Wichtigkeit des Auffüllens der Fässer mit Wein hin, um zu verhindern, dass der Wein zu Essig wird. Dafür empfiehlt er auch, den Wein mit einer Schicht Olivenöl abzudecken, um ihn vor dem Verderb (Oxidation) zu schützen. Er reiht die Weine nach dem Alter in die drei Qualitätsklassen „neue“ unter einem Jahr, „mittlere“ bis zu vier Jahren und „alte“ über vier Jahren. Er bevorzugt zweijährigen Wein und meint, dass junger Wein keine verdauungsfördernde oder wassertreibende Wirkung habe und außerdem den Bauch aufblähe. Alte Weine seien oft bitter und sollten mit Wasser vermischt werden. Der Autor erwähnt auch einen Wein aus der Sorte Trebbiano als edel und haltbar und lobt den Albana über alle Maßen. Als den Nachfolger kann man vielleicht den heutigen DOCG-Weißwein Albana di Romagna bezeichnen. In seinem Werk „Trattato della Agricoltura“ beschrieb Crescentiis die Traubensorten von Oberitalien. Darunter war auch eine namens Porcina, die noch heute unter dem Namen Lambrusca di Alessandria angebaut wird.
Peter de Crescentiis