Rheinfront
Glossar-Begriff
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Rheinfront
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Populäre Bezeichnung (auch Rheinterrasse) für einen Teil des deutschen Anbaugebietes Rheinhessen, die aber keine weinrechtliche Bedeutung bzw. Berechtigung hat. Es werden damit die sich über zwei Bereiche erstreckenden Hanglagen am linken Rheinufer zwischen den Gemeinden Nackenheim im Norden (Bereich Nierstein) und Worms im Süden (Bereich Wonnegau) benannt. Die Gemeinsamkeit liegt in den zum Teil extrem steilen, nach Süden bis Südosten ausgerichteten Hängen, sowie der Nähe zum Rhein. Ein wesentlicher Teil der Rheinfront ist der „Rote Hang“ zwischen Nackenheim und Nierstein. Es handelt sich um einen fünf Kilometer langen, kaum 200 Meter breiten Bereich, der beim Einbruch des Rheingrabens entstanden ist. Die windgeschützte, sonnenreiche Hanglage bringt besonders günstige Bedingungen für eine frühe Rebblüte und somit lange Vegetations- und Reifezeit. Die Ernte der Rieslingtrauben beginnt meist Ende Oktober bis manchmal Anfang November.
Die Böden bestehen aus dem so genannten Rotliegend (siehe dazu unter Bodentyp). In den roten Schieferplatten findet man Fossilien und Saurierspuren. Hier wachsen besonders langlebige Rieslinge, die sich durch ihren seidigen Charakter von jenen unterscheiden, die auf dem blaugrauen Devonschiefer wachsen. Schon seit dem 19. Jahrhundert zählen die von hier gekelterten Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen zu den erlesensten Dessertweinen der Welt. Zum Roten Hang zählen die Einzellagen Brudersberg, Glöck, Heiligenbaum, Hipping, Kranzberg, Ölberg, Orbel, Pettenthal, Rothenberg (zum Teil) und Schloss Schwabsburg. Zu den bekanntesten Lagen der Rheinfront außerhalb des Roten Hanges zählen Falkenberg und Tafelstein in der Gemeinde Dienheim, Engelsberg in der Gemeinde Nackenheim, sowie Herrenberg und Sackträger in der Gemeinde Oppenheim. Die Großlagen sind Auflangen auf der Niersteiner und Rehbach auf der Nackenheimer Seite.
Rhine front