Ritsch
Glossar-Begriff
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Suchwort: Ritsch
Ritsch
Einzellage in der Gemeinde Thörnich (Bereich Bernkastel) im deutschen Anbaugebiet Mosel. Der Name wird vom mittelalterlichen Wort „Steinrutze“ mit der Bedeutung „Steine rutschen“ abgeleitet. Immer wieder rutschen im extrem steilen Gelände brüchige Felsen ins Tal. Aus diesem Grund kann auch keine Flurbereinigung mit Wegebau durchgeführt werden, denn die Wege würden abrutschen. Weine aus der Thörnicher Ritsch wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts im englischen Königshaus getrunken. Die Lage wurde im Jahre 1956 berühmt, als der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) mit 20 Flaschen des Jahrgangs 1953 nach Moskau reiste und den russischen Regierungschef Nikita Chruschtschow (1894-1971) mit diesem Gastgeschenk zur Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen bewegen konnte.
Die nach Südsüdosten bis Südwesten ausgerichteten Weinberge mit 30 bis 70% Hangneigung umfassen 20 Hektar Rebfläche. Der genau nach Süden ausgerichtete Kernbereich verläuft exakt parallel zur Mosel. Die Randbereiche drehen sich leicht gegen Südwest bzw. Südost. Die Reben wachsen auf verwittertem nur 30 Zentimeter tiefem Grauschieferboden. Darunter befinden sich Schieferfelsen, die an mehreren Stellen nach außen treten und dem Berg sein charakteristisches, markantes Äußeres verleihen. Hier wird hauptsächlich die Sorte Riesling kultiviert. Anteile an der Lage haben zum Beispiel die Weingüter Carl Loewen, Gebr. Ludwig, Lorenz Nikolaus und Rauen Walter.
Ritsch