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Robert Mondavi Winery

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Informationstexte

Portrait

Name:
Robert Mondavi Winery
Anschrift:
Highway 29, 94562 Oakville
Region:
Telefon:
1 888 7666328
Kontakt:
Besucherinformation
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 17:00 Uhr.
Touren und Reservierungen unter: robertmondavi.reservations@robertmondaviwinery.com
Bezugsquellen
Die Erfolgs-Geschichte dieser wohl berühmtesten kalifornischen Weinbau-Familie begann, als Cesare Mondavi (1883-1959) im Jahre 1906 und zwei Jahre später seine Frau Rosa aus der mittelitalienischen Region Marken nach Virginia im US-Bundestaat Minnesota auswanderten. Nach einer kurzen Karriere im Eisenbergbau eröffnete Cesare einen Saloon. Die Familie vergrößerte sich durch die beiden Söhne Robert Gerald (1913-2008) und Peter (geb. 1914). Im Jahre 1922 zog die Familie nach Kalifornien und begründete in Lodi im Central Valley einen Großhandel mit Weintrauben. Für den eigenen Gebrauch wurde auch Wein produziert. Im Jahre 1943 wurde das 1861 von Charles Krug (1825-1892) gegründete Weingut um $ 75.000 gekauft. Die beiden Söhne teilten sich die Verantwortung, Robert war für das Marketing und Peter für die Weingärten und die Vinifikation zuständig. Sie wurden dabei vom berühmten Önologen André Tchelistcheff (1901-1994) unterstützt.

Als erste Kellerei in Amerika wurde in der Charles Krug Winery eine temperaturkontrollierte Gärung eingeführt. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1959 zerstritten sich die Brüder. Der Hauptgrund war, dass sich die beiden über die Richtung und Zukunft des Weinguts nicht einig werden konnten. Im Jahre 1965 kam es zur Eskalation mit einer Schlägerei zwischen den beiden (erst 2005 gab es eine Versöhnung). Robert Mondavi gründete daraufhin 1966 mit Sohn Michael das Weingut „Robert Mondavi Winery“ in Oakville im Napa Valley. Das war die erste Neugründung einer Kellerei im Napa Valley seit der Prohibition (1920-1933). Die Gebäude wurden im spanischen Missionsstil mit einem Glockenturm gestaltet. Peter Mondavi führte mit seiner Mutter Rosa die Charles Krug Winery alleine weiter.

Der neue Besitz in Oakville wurde in der Folge stark erweitert und umfasst heute den bei der Gründung erworbenen Weinberg To-Kalon (Oakville), den 1969 erworbenen Weinberg Wappo (Stags Leap) und den 1988 erworbenen Weinberg Huichica Hills (Carneros). Der Betrieb wurde in der Folge zum kalifornischen und auch amerikanischen Maßstab hinsichtlich völlig neuer Keller-Techniken. Speziell wurde im Barrique-Ausbau experimentiert, den Robert Mondavi nach einem Besuch in Europa gezielt erforschte. Es wurde der berühmte „Fumé Blanc“ kreiert, ein trockener, in Barrique ausgebauter Weißwein aus Sauvignon Blanc (das an der Loire gebräuchliche „Blanc Fumé“ wurde umgedreht).

Heute werden zusätzlich Spitzenweine aus den Rebsorten Chardonnay, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot, Pinot Noir, Riesling und Sémillon produziert. Ein konsequenter „natural winegrowing/farming“ (naturnaher Weinbau) ist schon seit 1970 zur bestimmenden Mondavi-Philosophie geworden. Trotzdem werden modernste, innovative Produktionsmethoden angewendet, die inzwischen bei vielen anderen Großbetrieben unter der Bezeichnung Präzisionsweinbau populär wurden. Dabei werden zum Beispiel über Satellitenaufnahmen die Wärmewerte verschiedener Weingärten bestimmt, um die optimalen Reifezeiten der Trauben zu ermitteln. In den Weingärten werden Biotope und Waldflecken angepflanzt, nistende Vögel sind ausdrücklich erwünscht.

Das Mondavi-Imperium besteht heute aus einem Dutzend verschiedener Labels und Unternehmen, die auf verwirrende und unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind. Das sind das Stammhaus und Stammsitz Robert Mondavi Winery (Oakville, Napa Valley), Robert Mondavi Coastal, La Famiglia di Robert Mondavi and Colmera, die 1979 gekaufte ehemalige Genossenschafts-Kellerei Woodbridge in der gleichnamigen Stadt, das 1990 gekaufte Weingut Byron Vineyard & Winery (Santa Maria Valley im Santa Barbara County), das 2000 gekaufte Weingut Arrowood Vineyards & Winery mit den zwei Labels Arrowood und Grand Archer (Glen Ellen, Sonoma County) und das 1997 gegründete Weingut Vichon Mediterranean im französischen Languedoc. Dazu kommen noch Beteiligungen wie zum Beispiel in Chile (Joint Venture mit Familie Chadwick, siehe Errázuriz) und am australischen Weingut Rosemount Estate (Joint Venture mit Familie Oatley). Gemeinsam mit Baron Philippe de Rothschild (1902-1988) startete Robert Mondavi schon im Jahre 1979 im Napa Valley das 50:50 Joint Venture Opus One mit dem gleichnamigen Spitzenrotwein.

Die Weingärten umfassen heute insgesamt 1.300 Hektar Rebfläche inklusive langjähriger Vertrags-Weinberge, von denen Trauben angeliefert werden. Die Weine werden unter verschiedenen Labels mit unterschiedlichen Qualitäten bzw. Preisklassen erzeugt. Zum Großteil sind es Varietals (sortenrein). Unter Woodbridge wird mit rund 75 Millionen Flaschen jährlich rund ein Dreiviertel der Weine produziert. Diese Marke repräsentiert das unterste Preissegment. Die ebenfalls dort erzeugte Serie Twin Oaks ist die gehobenere Klasse. Unter Coastal Wines werden preisgünstige kalifornische Sortenweine vertrieben (8,5 Millionen Flaschen). Unter Io werden Weine im Rhône-Stil (Syrah) vinifiziert. Unter Vichon werden aus dem Languedoc stammende Jungweine in der Kellerei in Oakville ausgebaut (5 Millionen Flaschen). Und unter dem Label La Famiglia di Robert Mondavi werden Weine aus in Kalifornien gewachsenen italienischen Sorten erzeugt. Insgesamt werden vom Mondavi-Imperium jährlich 100 Millionen Flaschen Wein produziert. Im Jahre 2003 wurde vom Unternehmen ein Gesamtumsatz von 468 Millionen Dollar erzielt.

Ab Mitte der 1980er-Jahre zog sich Robert Mondavi nach und nach aus dem Tagesgeschäft zurück, behielt aber die Funktion eines „Brand Ambassador“ (Marken-Botschafter). Unter anderem vertrat er die Firma in der Familienweingüter-Vereinigung PFV (Primum Familiae Vini). Aus diesem erlauchten Kreis ist Mondavi aber 2005 durch den Verkauf an CB ausgeschieden. Seine Lebenserinnerungen sind 1999 unter dem Titel „Harvest of Joy“ (Ernte des Glücks) erschienen. Gemeinsam mit seiner Frau Margrit gründete er 2001 als Hauptsponsor in der Stadt Napa die „Galeria Copia“ als „American Center of Wine, Food and the Arts“. Damit soll der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden, dass Wein und Essen die Kultur beeinflussen und zur Lebensqualität beitragen können.

Robert Mondavi setzte sich damit wohl schon zu Lebzeiten ein Denkmal. Im Jahre 1994 bestimmte er seinen Sohn Michael zum Chief Executive Officer, Sohn Timothy wurde Managing Director und Tochter Marcia Direktions-Mitglied. Dabei wurde der Betrieb auch in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt. Ein groß angelegtes Renovierungs-Programm für das Stammgut im Napa Valley wurde 1991 gestartet. Bis 2001 entstand unter Beibehaltung der ursprünglichen Architektur eine moderne Kellerei, in der man unter Verzicht von Pumpen das Traubengut nur mittels Schwerkraft bewegt, eine schonende Pressung mittels Korbpressen vornimmt und in Fässern aus französischer Eiche vergärt.

Ende der 1990er-Jahre ergaben sich vor allem bei den hochpreisigen Spitzenmarken Absatzprobleme, was große Veränderungen verursachte. Nachdem sich Timothy Mondavi auf Grund interner Familien-Streitigkeiten 2003 aus der Geschäftsleitung zurückgezogen hatte, wurde im Jänner 2004 mit Ted Hall (kam von der Unternehmens-Beratungsfirma McKinsey) erstmals ein Nicht-Familienmitglied zum Chairman ernannt und Michael Mondavi zum zweiten Mann degradiert. Hundert Mitarbeiter wurden gekündigt. Mitte 2004 wurde der Aktienanteil der Mondavis durch Umwandlung von 85 auf 40% reduziert. Kurz darauf trat auch Michael Mondavi als Vice-President aus der Geschäftsleitung aus.

In der Folge gab es Gerüchte, dass Mondavi aufgeteilt werden sollte und man sich nur mehr auf die Produktion von Weinen unter 15 Dollar je Flasche konzentrieren werde. Das heißt, es sollten vor allem das Stammhaus, die Weingüter Arrow und Byron, sowie die Beteiligungen in Kalifornien, Italien und Chile abgestoßen werden. Im Dezember 2004 wurde Mondavi vom weltweit größten Weinkonzern Constellation Brands übernommen. Die kolportierte Kaufsumme ist 1,36 Milliarden Dollar. Dies verursachte einige Änderungen. So wurde die frühere Beteiligung an den Weingütern Luce della Vita und Ornellaia in Italien aufgegeben und beide nun vom ehemaligen Partner Frescobaldi komplett übernommen.
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