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 Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc

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Suchwort: Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc

Die weiße Rebsorte stammt aus Frankreich und zählt zu den so genannten Cépages nobles. Die wichtigsten Synonyme sind Blanc Fumé, Blanc Fumet, Feigentraube, Fié, Fiers, Fumé, Fumé Blanc (Kalifornien), Muskat-Silvaner (Österreich), Muskat-Sylvaner (Deutschland), Muskatny Silvanec (Slowenien), Sauternes, Sauvignon Blanc Musque, Sauvignon Fumé (Loire), Sauvignon Musque, Savagnou, Sotern Marunt (Moldawien), Surin und Verdo Belîi. Sie darf trotz scheinbar darauf hindeutender Synonyme bzw. morphologischer Ähnlichkeiten nicht mit den Sorten Ahumat, Sauvignonasse, Savagnin Blanc (Traminer), Silvaner oder Spergola verwechselt werden. Nach einer schönen, aber natürlich nicht nachprüfbaren Legende soll König Heinrich IV. (1553-1610) unmittelbar nach seiner Geburt sein Großvater die Lippen mit einer Knoblauchzehe eingerieben und einen Schluck Sauvignon Blanc eingeflößt haben. Dies machte ihn angeblich zum späteren Weingenießer.

Nach einem im Kloster St. Gallen (Schweiz) befindlichen Pachtvertrag wurde Sauvignon Blanc bereits 1692 in der Gemeinde Pfaffenweiler (Markgräflerland) angebaut. Zu dieser Zeit wurde die Raumschaft um Pfaffenweiler vom Kloster St. Gallen regiert. In diesem Dokument wird vorgeschrieben, dass bei Neupflanzungen roter Burgunder oder Muscatsylvaner (Sauvignon Blanc) angebaut werden muss. Bis zum dritten Reich war der Muscatsylvaner in mehreren Bereichen Badens im Anbau. Unter der Naziherrschaft wurde der Anbau in Deutschland mit der Begründung verboten, dass der in Frankreich populäre Sauvignon Blanc ein „Feindeswein“ sei. Deshalb war er nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland für längere Zeit ohne Bedeutung. Als „Riesling von Würzburg“ wurde er vom Hofbotaniker Johann Simon Kerner (1755-1830) um 1800 in seinen Rebsorten-Bildtafeln verewigt. Nach Meinung des Diplombiologen Andreas Jung ist er mit der Sorte Grünling (Adelfranke) identisch, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts in Franken angebaut wurde.

In Frankreich und später auch in Österreich durchgeführte DNA-Analysen deuten darauf hin, dass der Sauvignon Blanc sowohl mit dem Traminer (Savagnin), als auch mit Chenin Blanc eng verwandt ist. Beide kommen als Elter in Frage, wobei es unterschiedliche Meinungen gibt. Die eine nennt eine Kreuzung Traminer x Chenin Blanc. Eine zweite geht von Traminer x (noch) unbekannter Sorte aus und vermutet Sauvignon Blanc und Chenin Blanc als Geschwister. Nach einer Variante sollen Sauvignon Blanc und Traminer von Großmähren über Franken an die Loire und Bordeaux gekommen sein. Eine zweite Variante nennt die Loire als Ursprung. Eine spontane Kreuzung zwischen Cabernet Franc x Sauvignon Blanc ergab Cabernet Sauvignon. Farbliche Mutationen sind Sauvignon Gris, Sauvignon Rose und Sauvignon Rouge. Der Sauvignon Blanc war Kreuzungspartner bei den Sorten Agorra, Arriloba, Misket Sungurlarski, Sauvin und Sirmium. Ein offen abgeblühter Sämling ist die Sorte Avrora Magaracha. Die Sorte Sauvignonasse (Sauvignon Vert) wurde und wird oft mit Sauvignon Blanc verwechselt; ist aber nur entfernt verwandt.

Das signifikante Merkmal des Sauvignon Blanc ist das kräftige Aroma nach Gras, Kräutern, Stachelbeeren und grünen Früchten; dafür ist ein höherer Anteil von Methoxypyrazinen (Aromastoffe) verantwortlich. Aus dieser spät treibenden Traube werden besonders in der französischen Region Loire aromatische, frische, trockene Weißweine wie der Sancerre und der Pouilly-Fumé sortenrein gekeltert, die lange lagerfähig sind. Die Sorte verleiht aber auch als Verschnittpartner des Sémillon den Weinen Frische und Kraft, wie zum Beispiel den berühmten Weinen von Graves und Sauternes. Sie hat in den letzten Jahrzehnten den Siegeszug um die ganze Welt angetreten und wird auch in Argentinien, Chile, Italien, Neuseeland und besonders erfolgreich in Kalifornien (wo ihr Robert Mondavi den Namen Blanc Fumé gab) und Südafrika angebaut. Weltweit belegt sie 80.000 Hektar Rebfläche und ist damit unter den Top-15. Im Jahre 2009 war Sauvignon Blanc mit stark steigender Tendenz in Deutschland auf 516 und in Österreich auf 933 Hektar Rebfläche vertreten.

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