Wagram
|
|
Weingärten im Weinbaugebiet Wagram, Niederösterreich (Quelle: ÖWM/Lehmann)
|
Das ehemalige Weingebiet Donauland trägt heute den Namen einer Bodenerhebung, die während der Eiszeit das nördliche Ufer der Donau darstellte. Es teilt sich in zwei Unterzonen: die eine, wesentlich bedeutendere, befindet sich nördlich der Donau, im Westen begrenzt durch das Anbaugebiet Kamptal, im Norden durch den Wagram und im Osten durch das Weinviertel. Das flächenmäßig erheblich größere Stück zieht sich südlich der Donau bis nach Klosterneuburg (nachdem es als Großlage benannt ist) und die Wiener Stadgrenze hin, verfügt aber lediglich über etwa 350 Hektar Rebland, während es nördlich der Donau fast 2500 sind.
Die Meterhohen Lössschichten des Wagram bilden eine ideale Unterlage für den Grünen Veltliner, der hier auf weit mehr als der Hälfte der Rebfläche kultiviert wird. Kaum eine andere Rebsorte fühlt sich auf Löss derart wohl. Er verleiht den Weinen eine sehr feine Würze und Mineralik, die das typische Pfefferl des Veltliners noch ergänzt, wenn nicht hervorhebt, sowie selbst den sehr reifen Exemplaren zumeist recht charakteristische Zitrustöne, die man nicht nur am Wagram bei Weinen von auf Löss kultivierten weißen Sorten findet.
Trotz dieser ziemlich eindeutlgen Bodenprägung fallen die Veltliner hier keineswegs eintönig aus. Ihr Spektrum reicht von schlank, feingliedrig und animierend bis zu mächtig, komplex und langlebig. Neben der Wagramer Hauptsorte nehmen sich die Flächenanteile der anderen angebauten Sorten recht bescheiden aus. Nach wie vor steht auf rund 10% des Reblands Müller-Thurgau, der jedoch kaum auf den Etiketten zu finden ist. Erheblich mehr Bedeutung für Flaschenweine von gehobener Qualität hat da schon der Zweigelt als wichtigste rote Sorte, aber auch der Riesling oder der seltene Rote Veltliner. Neben Stillwein wird am Wagram von hauptsächlich in Klosterneuburg ansässigen Kellereien auch reichlich Sekt produziert.
Kremstal
|
|
Blick ins Kremstal (Quelle: ÖWM)
|
Das Kremstal schließt im Osten direkt an die Wachau an. Obwohl erst 1993 gesetzlich definiert, blickt das gebiet auf eine weit mehr als tausend Jahre alte Weinbautradition zurück. Der wichtigste Teil des Anbaugebietes liegt nördlich der Donau, um Krems herum und ein Stück ins Waldviertel hinauf, von dem die Krems zur Donau hinunterkommt um dann eine Weile parallel zur Donau zu fließen, sowie im Osten bis an die Grenze zum Kamptal bei Gedersdorf. Der Teil südlich der Donau wird komplett vom Weingebiet Traisental umrahmt.
Die mit Abstand wichtigste Sorte ist auch im Kremstal der Grüne Veltliner, der über die Hälfte der Weinbergsfläche belegt. Sowohl auf den verwitterten Urgesteinsböden westlich und nördlich von Krems, als auch auf den dicken Lössschichten im Osten findet die Sorte ideale Bedingungen vor, auch wenn sich die Weine aufgrund der völlig unterscheidlichen Bedingungen schwer unter einen Hut bringen lassen. Der Riesling als zweitwichtigste Sorte (wenn auch flächenmäßig noch hinter dem Müller-Thurgau liegend) fühlt sich hingegen auf den Urgesteinsböden deutlich wohler, wo er vor allem in Kremser und Senftenberger Lagen prächtige Ergebnisse liefern kann, die den berühmten Nachbarn aus der Wachau in nichts nachstehen. Bei den Roten Sorten herrscht wie fast überall in Niederösterreich Zweigelt vor, dessen Fläche ebenso groß ist, wie die des Rieslings.
Mit dem Jahrgang 2007 wurde die DAC Krems ins Leben gerufen. Sie gilt aussschließlich für Grünen Veltliner und Riesling, was zur Folge hat, dass Weine aus anderen Soren inzwischen nur noch unter der Herkunftsbezeichnung "Niederösterreich" auf den Markt kommen.
Traisental
|
|
Weingärten im Weinbaugebiet Traisental in Niederösterreich (Quelle: ÖWM/Armin Faber)
|
Das Traisental gehörte früher zum ehemaligen Weingebiet Donauland und erhielt erst 1995 seinen eigenen Namen und Status. Es ist damit das jüngste Weingebiet Österreichs - und gleichzeitig eines der ältesten. Schon in vorrömischer Zeit wurde hier archäologischen Funden zufolge Weinbau betrieben. Das Gebiet liegt vollständig südlich der Donau und grenzt im Norden an die Wachau und das Kremstal, sowie im Nordosten und Osten ans Wagram. Im Süden reichen die meist terrassierten Weinbergsflächen mit ihren kalkhaltigen, schottrigen bis lehmigen und sandigen Böden bis an die Landeshauptstadt St. Pölten heran.
Das Traisental ist das österreichische Weingebiet mit dem höchsten Veltliner-Anteil, der hier bei über 60% liegt. Der Riesling belegt im Vergleich dazu eine winzige Fläche, hat qualitativ aber auch hier seine Bedeutung. Aus beiden Sorten entstehen hier im Idealfall fest gewirkte, nicht selten ausgesprochen mineralische Weine. Bei den Roten Sorten wird der Zweigelt ausnahmsweise vom Portugieser auf den zweiten Platz verdrängt.
Schon mit dem Jahrgang 2006 wurde im Traisental die DAC für Riesling und Veltliner eingeführt - mit den gleichen Folgen für Weine aus anderen Sorten, wie im Kremstal, im Kamptal und im Weinviertel. Eine Sonderregel erlaubt hier - wie auch im Weinviertel - beim Veltliner klugerweise statt der üblichen 9 Gramm für als trocken bezeichnete Weine lediglich einen maximalen Restzuckergehalt von 6 Gramm (nachdem es im ersten Jahr - vielleicht noch ein wenig klüger - noch höchstens 4 Gramm waren).
Die im letzten Jahr aus dem Wagram probierten Weine
Der Wagram und seine Produzenten im Weinführer
Die aktuell probierten Weine der Kremstal DAC
Das Kremstal und seine Produzenten im Weinführer
Die aktuell probierten Weine der Traisental DAC
Das Traisental und seine Produzenten im Weinführer