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Die Rebflächen im österreichischen Bundesland Steiermark belegen gemäß Weingarten-Erhebung im Jahre 2009 insgesamt 4.242 Hektar (1999 waren es 3.242 Hektar). Für die Produktion von Landweinen ist aber unter dem Namen „Steirerland“ das Gebiet eine der drei Weinbauregionen. Die Kelten betrieben bereits ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. kultivierten Weinbau. So wie in ganz Mitteleuropa gab auch hier Kaiser Karl der Große (742-814) dem Weinbau neue Impulse. Große Verdienste um den steirischen Weinbau erwarb sich im Mittelalter die Kirche und deren Klöster, besonders die Abtei Rein der Zisterzienser. Im Jahre 1406 sind bereits 535 Orte mit 6.000 Weingärten urkundlich belegt. Im 16. Jahrhundert war mit 35.000 Hektar die Rebfläche rund acht Mal so groß wie heute.

Der habsburgische Erzherzog Johann (1782-1859) besaß ein Schloss im heutigen Schilcherzentrum Stainz. Er gründete 1822 bei Marburg ein Versuchsweingut und stellte damit entscheidende Weichen für einen qualitätsorientierten Weinbau. Der Erzherzog ließ die bis dahin vor Ort unbekannten Rebsorten Traminer, Sauvignon Blanc, Silvaner, Riesling und Weißburgunder anpflanzen und neue Erziehungsformen ausprobieren. Zudem förderte er die Winzerausbildung und die Hygiene bei der Weinherstellung. Im Jahre 1872 wurde in Marburg die steirische Obst- und Weinbauschule gegründet. Der erste Direktor Hermann Goethe (1837-1911) war einer der profiliertesten Weinbaufachleute und Ampelographen seiner Zeit. Heute werden die steirischen Winzer in Silberberg bei Leibnitz ausgebildet.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging 1918 ein Großteil der Rebflächen an den südlichen Nachbarn Slowenien verloren. Der Zweite Weltkrieg brachte große Verwüstungen, da die Steiermark vielerorts Kampfgebiet war. Der Weinbau erlitt einen Niedergang und Anfang der 1960er-Jahre betrug die Rebfläche nur mehr rund 1.600 Hektar. Durch gezielte Förderung der steirischen Landesregierung mittels Weinbauplänen mit Erneuerung und Aufstockung der Weingärten sowie Umstellung auf neuzeitliche Erziehungsformen wurde bis heute der Rebbestand wieder auf mehr als das Zweieinhalbfache gesteigert. Die Steiermark ist in drei Weinbaugebiete gegliedert (in Klammer die Werte von 1999):

* Südoststeiermark - 1.401 ha (1.105 ha)
* Südsteiermark - 2.340 ha (1.739 ha)
* Weststeiermark - 501 ha (432 ha)

Alle drei Weinbaugebiete liegen im Süden des Bundeslandes in der Nähe der Grenze zu Slowenien. Die Weingärten sind weit verstreut und sind vorwiegend an steilen Südhängen in bis zu 650 Meter Seehöhe (Südoststeiermark, Ringkogel bei Hartberg) angelegt. Rund 70% der Weinberge sind Hanglagen mit einer Neigung von mehr als 26% und sind damit nach österreichischem Weinrecht als „Bergweinbau“ klassifiziert. Das Wahrzeichen des steirischen Weinbaus ist der Klapotetz, ein durch Wind betriebenes Gerät, um Schadvögel aus den Weingärten zu vertreiben. Erwähnenswert sind die zahlreichen Weinstraßen.

Das Klima liegt an der Schnittstelle von südeuropäischem Mittelmeerklima im Westen und Süden, sowie pannonischem Klima mit heißen, niederschlagsarmen Sommern im Südosten. Die jährlichen Niederschlagsmengen betragen im Westen 1.200, im Osten aber nur 800 Millimeter. Die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht im Herbst verleihen was Weinen eine Aromavielfalt. Die Böden sind recht unterschiedlich. Im südöstlichen Bereich um Bad Gleichenberg, Kapfenstein, Klöch, Riegersburg und Straden herrschen Böden vulkanischen Ursprungs mit sandigen Lehmen, Tonerden und Basaltverwitterungen vor. Die aufragenden Vulkankegel prägen auch diese Landschaft. Im Sausal gibt es über Glimmerschiefer und Gneis eine silikatische Felsbraunerde. Um Fürstenfeld und nördlich davon um Hartberg und Weiz gibt es Schieferverwitterungsböden. Im Hügelland von Gamlitz, Glanz, Grassnitzberg, Plössnitz, Zieregg und Zoppelberg findet sich als Opok bezeichnetes sandig-toniges Sedimentgestein, durchmischt mit Muschelkalk.

Die Marktgemeinschaft Steirischer Wein vertritt über 750 Mitglieder, weitere große Winzergemeinschaften sind Steirische Terroir- und Klassikweingüter und Erzherzog Johann Weine. Zu Dreiviertel werden Weißweine produziert, die zumeist trocken, frischfruchtig sowie leicht im Alkohol ausgebaut werden. Eine besondere steirische Spezialität ist der Schilcher aus der Sorte Blauer Wildbacher. Der Rebsortenspiegel basiert auf der im Jahre 2009 durchgeführten Weingartenerhebung. Im Vergleich zur vorletzten Erhebung im Jahre 1999 ergeben sich bei den Sorten keine großen Veränderungen. Die zwei Sorten Chardonnay (Morillon) und Weißburgunder wurden 1999 noch gemeinsam erfasst. Die Gesamtrebfläche vergrößerte sich um 31% von 3.242 Hektar auf 4.242 Hektar.

Rebsorte - österr.
Hauptname
in Österreich offiziell zulässige
Synonyme
Farbe Hektar
2009
%-Ant
2009
Hektar
1999
Welschriesling - weiß 793 18,7 696
Weißer Burgunder Pinot Blanc, Klevner, Weißburgunder weiß 513 12,1 386
Sauvignon Blanc Muskat-Sylvaner weiß 513 12,1 178
Blauer Wildbacher - rot 450 10,6 461
Zweigelt Blauer Zweigelt, Rotburger rot 441 10,4 331
Chardonnay Morillon weiß 331 7,8 181
Müller-Thurgau Rivaner weiß 314 7,4 351
Muskateller Gelber Muskateller, Roter M. weiß 216 5,1 86
Scheurebe Sämling 88 weiß 157 3,7 180
Traminer Gewürztraminer, Roter T., Gelber T. weiß 81 1,9 72
Grauer Burgunder Pinot Gris, Ruländer weiß 81 1,9 66
Weißer Riesling Riesling, Rheinriesling weiß 76 1,8 74
Goldburger - weiß 42 1,0 52
Gem. Satz weiß Steirischer Mischsatz weiß 28 0,7 45
Blauburger - rot 30 0,7 22
Merlot - rot 21 0,5 1
Blaufränkisch - rot 17 0,4 17
Blauer Burgunder Pinot Noir, Blauer Spätb., Blaub. rot 17 0,4 5
Cabernet Sauvignon - rot 17 0,4 7
St. Laurent - rot 16 0,4 6
Sylvaner Grüner Sylvaner weiß 11 0,3 11
Muskat-Ottonel - weiß 6 0,1 5
Grüner Veltliner Weißgipfler weiß 4 0,1 5
Blauer Portugieser - rot 3 0,1 5
Roesler - rot 3 0,1 0
Bouvier - weiß 2 0,1 2
Cabernet Franc - rot 1 - 0
Rathay - rot 1 - 0
Frühroter Veltliner Malvasier weiß 0,5 - 0
Syrah Shiraz rot 0,5 - 0
Neuburger - weiß 0 - 0,3
and. weiße Sorten - weiß 56 1,3 0
and. rote Sorten - rot 0 - 7
WEISSE SORTEN 3.225 76 2.388
ROTE SORTEN 1.017 24 854
GESAMT 4.242 100 3.242
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