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 Table grape

Tafeltraube

Glossar-Begriff
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Suchwort: Tafeltraube

Tafeltraube
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Allgemeine Bezeichnung von bestimmten Rebsorten, die vorwiegend als so genannte Esstrauben für den Frischverzehr oder auch für die Produktion von Rosinen angebaut werden. Schon die Griechen und Römer haben in der Antike spezielle Sorten mit besonders süßen und großen Beeren gezüchtet, die nicht nur bei den Besitzenden (neben den Feigen) das beliebteste und wichtigste Obst waren. Sie wurden nicht nur zum Verzehr (frisch und teilweise konserviert), sondern auch als Süßungsmittel für Speisen und Getränke verwendet (siehe zu den Ess- und Trinkgewohnheiten der Römer auch unter Satyricon). Weltweit werden heute mit 6,6 Millionen Hektar etwa 82% Keltertrauben (für Wein und Destillate) und mit rund 1,4 Millionen Hektar Rebfläche rund 18% Tafeltrauben produziert.

Die zumeist sehr ertragreichen Sorten haben andere Qualitätskriterien wie die Keltertrauben. Das sind lockerbeerige Trauben, schöne Farbe, gleichmäßig große und möglichst kernlose bzw. kernarme saftige Beeren, dünne elastische Schale, langer Beerenstiel, festes Fruchtfleisch und Haltbarkeit für längeren Transport. Die Kernlosigkeit bewirkt jedoch auch negative Eigenschaften, die durch entsprechende Dünge-, Bewässerungs- und wachstumsregulierende Maßnahmen verhindert werden. Zwecks großer Beeren werden Gibberelline eingesetzt. Ein früher Reifezeitpunkt ist erwünscht. Der Zuckergehalt sollte 130 g/kg Beeren nicht unterschreiten (55 °Oe oder 11 °KMW). In den letzten Jahrzehnten sind viele Neuzüchtungen mit den gewünschten Eigenschaften kreiert worden. Sehr häufig sind es hybride Kreuzungen zwischen Spezies kultivierter Europäer- und wilder Amerikaner-Reben. Zweitere bringen die gewünschte Resistenz gegen Mehltau ein. Nach der Ernte reifen Tafeltrauben als nichtklimakterische Früchte nicht nach.

Seit der EU-Weinmarktordnung 2000 unterliegen Tafeltrauben nicht mehr dem Weinrecht. Der Anbau ist damit nicht mehr an den Rebkataster der Weinproduktion gebunden und ist frei. Als Keltertrauben klassifizierte Trauben dürfen nicht als Tafeltrauben vermarktet werden. Eine Sorte ist entweder als Qualitätswein-Rebsorte oder als Tafeltraube klassifiziert. Es gibt aber auch so genannte Schnitttrauben, das sind Keltertrauben, die auch als Esstrauben vermarktet werden dürfen. Dies sind zum Beispiel Chasselas (Gutedel) und Trollinger. Im Handel werden Tafeltrauben in den drei Klassen Extra (makellos), I (gute Qualität) und II (marktfähig) angeboten. Für alle Klassen gilt: kein Fäulnis-, Schimmel- oder Schädlingsbefall, ohne sichtbare Fremdstoffe (Pflanzenschutzmittel, Schmutz), natürlicher Duftfilm und ausreichender Reifegrad. Der Anbau ist an ein warmes Klima gebunden, oder sie werden in Treibhäusern gezogen. Wichtige Produktionsländer sind Brasilien, Chile, Griechenland, Niederlande (im Winter aus Treibhäusern), Italien, Japan, Portugal, Spanien, Südafrika, Türkei (weltweit führender Produzent) und einige der ehemaligen UdSSR-Staaten. Tafeltrauben kommen inzwischen ganzjährig auf den Markt.

Der weltweit produktivste Tafeltraubenzüchter war zweifelslos der Ungar János Mathiász (1838-1921), der unglaubliche 3.500 Kreuzungen durchführte. Ebenfalls von großer Bedeutung war der italienische Pomologe Alberto Piròvano (1884-1973). Es gibt heute weit über tausend verschiedene Tafeltraubensorten, zu 99% sind es Neuzüchtungen. Zu den weltweit wichtigsten Tafeltrauben bzw. zum Teil auch Rosinentrauben zählen Barlinka, Cardinal, Chasselas, Flame Seedless, Italia (Ideal), Korinthiaki, Muscat d’Alexandrie, Muscat d’Hamburg, Regina (Afus Ali) und Sultana (Kismis, Sultanina, Thompson Seedless).

Weitere sind Alba, Alden, Alphonse Lavallée, Anab-e-Shahi, Angela, Angelo Pirovano, Apirena Bruni, Arka, Aron, Attika Seedless, Attila, Aurelia, Aurora, Beichun, Bicane, Birstaler Muskat, Black Alicante, Black Queen, Bluestar, Burra Blanca, Calastra, Calina, Calmeria, Campbell Early, Carina, Cavus, Dabouki, Dattier Noir, Dawn Seedless, Decora, Delaware, Delight, Dimyat, DK 151, Dornfelder, Doux d’Henry, Emir, Emperor, Eva, Excelsior, Ferdinand de Lesseps, Foster’s White Seedling, Galanth, Ganita, Garant, Glenora, Glorie Boskoop, Happenbach, Hecker, Himrod, Huxelrebe, Irsai Oliver, Isabella, Jifeng, Königin der Weingärten, Königin Elisabeth, Königliche Esther, Koshu, Kyoho, Lady Downe’s Seedling, Leopold III., Lidi, Longyan, Mathiász Jánosne, Muscat Bleu, Milleniumtraube, Mitschurinski, Munson, Muscat Bleu, Muskateller, Nero, New York Muscat, Nyora, Oeillade Noire, Ohanes, Osella, Palatina, Perlette, Perle von Csaba, Perlona, Phoenix, Pölöskei Muskotaly, Primus, Red Globe, Regent, Romulus, Rosa, Rosetta, Seneca, Sideritis, Solara, Solferino, Tekla, Terez, Theresa, Triomphe d’Alsace, Trollinger, Vanessa, Venus, Victor, Victoria, Winchell, Yates, Zaarma und Zeyu. Einige werden auch als Zierreben verwendet.

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