Tauberschwarz
Glossar-Begriff
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Suchwort: Tauberschwarz
Tauberschwarz
Die autochthone rote Rebsorte wurde seit dem 16. Jahrhundert im Taubertal (Baden, Franken, Württemberg) angebaut, die genaue Herkunft aber nicht gesichert. Synonyme sind Blauer Hängling, Elsässer, Frankentraube, Grobrot, Grobschwarze, Blaue Hartwegstraube, Häusler, Karmazyn, Quille de Coque, Saumoirau, Süßrot und Viesanka. Sie wurde erstmals in einem Dekret des Hochstifts Würzburg im Jahre 1726 unter dem Namen „Tauber schwarzen Weinbergsfexern (Schnittlinge)“ erwähnt. Erste Bezeichnungen als Tauberschwarz finden sich auch in Dokumentationen in den Jahren 1757 und 1768. Sie wurde zumeist im gemischten Satz gemeinsam mit den Sorten Elbling, Österreicher (Silvaner) und Trollinger angebaut. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts standen nur noch kleine Rebflächen in Laudenbach (Baden) und Weikersheim (Württemberg).
Ab den 1950er-Jahren wurden die Rebstöcke in älteren Anlagen mit Mischsatz gerodet, so dass die Sorte fast völlig verschwand. Sie galt bis 1959 sogar als völlig ausgestorben, ehe man in einem Weinberg in Ebertsbronn im Vorbachtal auf die letzten verbliebenen 400 Rebstöcke stieß. Mitte der 1960er-Jahre wurde an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg (Württemberg) in der Außenstelle in Lauda versucht, die Sorte wiederzubeleben. Seit dem Jahre 1996 ist sie offiziell zugelassen, im Jahre 2007 belegte sie insgesamt 14 Hektar Rebfläche, davon neun Hektar im Anbaugebiet Württemberg. Sie erbringt dunkelfarbene, fruchtige Rotweine. Die Sorte wurde vom Verein Slow Food als „Passagier“ der „Arche des Geschmacks“ aufgenommen. Sie gehört damit zu den ausgezeichneten Lebensmitteln, die vor der Gefährdung durch industrielle Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie geschützt und erhalten werden sollen.
Tauberschwarz