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Wichtigste Rebsorten
Im Jahre 1993 wurden aus dem ehemaligen Staat Tschechoslowakei die beiden eigenständigen Staaten Slowakei und Tschechien gebildet. Der Weinbau hat eine gemeinsame Geschichte, die bis zu den Kelten zurückgeht. Im 3. Jahrhundert n. Chr. drangen unter Kaiser Marcus Aurelius Probus (232-282) römische Legionäre bis Südmähren vor und legten im heutigen Gebiet Znojemská (Znaimer Land) Weingärten an. Eine erste Hochblüte erreichte der Weinbau im 9. Jahrhundert zur Zeit des Großmährischen Reiches. Wie in vielen anderen Länden auch übten besonders die Klöster einen positiven Einfluss aus, denn sie benötigten Messwein für die liturgischen Feiern. Dabei tat sich besonders das 1190 gegründete Prämonstratenser-Kloster Louka bei Znojmo hervor. Dieser Orden war stark von den Idealen der Zisterzienser beeinflusst und betrieb so wie diese professionellen Weinbau. Während des Mittelalters gab es um viele Städte und Klöster blühende Weinberge. Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) gab es einen großen Niedergang. Der Mehltau und die 1890 in Satov erstmals auftretende Reblaus besorgten den Rest.
Im 20. Jahrhundert erfolgte ein Wiederaufbau mit neu gepflanzten Rebsorten. Im Jahre 2007 wurden von 17.700 Hektar Rebfläche 821.000 Hektoliter Wein produziert. Es gibt 377 Weinbau-Gemeinden mit rund 18.000 Weinbauern mit oft kleinsten Flächen. Tschechien ist in die zwei historische Landschaften Böhmen (Cechy) und Mähren (Morava) gegliedert, die auch den zwei Weinbaubereichen (mit insgesamt sechs Unter-Bereichen) den Namen gaben. Jährlich wird rund eine halbe Million Hektoliter Wein erzeugt. Es herrscht kontinentales Klima mit warmer und trockener Vegetationszeit und trockenem, kühlem Herbst vor. Zu zwei Dritteln werden Weißweine und zu einem Drittel Rotweine produziert.
In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche tschechische Neuzüchtungen kreiert. Die wichtigsten Zuchtziele waren zumeist Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und Frost. Das sind Agni, André, Ariana, Aurelius, Cabernet Moravia, Devin, Lena, Laurot, Mährischer Muskat, Malverina, Neronet, Pálava, Rubinet, Veritas und Vrboska.
Die nach dem Fluss March (Morava) benannte Weinbau-Bereich Mähren (Morava) liegt im Südosten des Landes. Die Weinberge umfassen 96% der tschechischen Rebfläche und liegen zwischen Brno (Brünn) und der österreichischen Grenze an den Donau-Nebenflüssen Svraka, Morava (March) und Dyje (Thaya). Die ersten Weinberge wurden hier schon von römischen Legionären angelegt. Um den größten Aufschwung im Mittelalter machte sich Kaiser Karl IV. (1316-1378) verdient, der das Anlegen von Weingärten befahl. Das mährische Weinbaugebiet gliedert sich aus geologischer Sicht in den westlichen Teil mit den Ausläufern des Böhmischen Massivs und den östlichen Teil mit den westlichen Karpaten. Der Weinbaubereich Mähren ist in vier Unterbereiche gegliedert:
Der Unterbereich Mikulovská umfasst 4.737 Hektar Rebfläche an den südlichen Hängen der Pollauer Berge (Pálava) in 30 Gemeinden. Die wichtigsten sind Bavory, Brod nad Dyjí, Dolní Dunajovice, Klentnice, Lednice, Mikulov, Napajedly, Novosedly, Pavlov, Perná, Popice, Pouzdoany, Sedlec u Mikulova, Strachotín und (mit Sitz des zentralen Weinbauzentrums) Valtice. Es handelt sich um den wärmsten Bereich. Die kalkhaltigen Böden bestehen aus Tonerde, Tonstein und Löss. Die besten Weine und Sekte werden aus Welschriesling, Chardonnay, Weißburgunder und Müller-Thurgau gekeltert. Der Unterbereich Slovácká (Mährische Slowakei) umfasst 4.514 Hektar Rebfläche in 115 Gemeinden. Bekannte sind Blatnice, Breclav, Bzenec, Dolní Bijanovice, Èejkovice, Kyjov, Hluk, Moravská Nová Ves, Mutenice, Napajedly, Petrov, Podluzi, Polesovice, Stráznice und Uherské Hradiste. In Èejkovice gründeten im Jahre 1232 die Tempelritter eine Festung mit weitreichenden Kellerräumen. In diesem Bereich gedeihen besonders die Weißweinsorten Sorten Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder, sowie die Rotweinsorten Blaufränkisch, Zweigelt und die in Moravská Nová Ves gezüchtete Cabernet Moravia. Zwei sehr bekannte Weine sind Bzenecká Lipka aus Bzenec und Blatnicky Rohac aus Blatnice.
Der größte Unterbereich Velkopavlovická umfasst 5.143 Hektar Rebfläche in 75 Gemeinden. Die wichtigsten sind Brno (Brünn), Cejkovice, Klobouky u Brna, Nemcicky, Hustopece, Velké Pavlovice, Velké Bílovice und Zidlochovice. Die magnesiumhaltigen Böden bestehen aus Lehm und Löss. Hier wachsen ausgezeichnete Rotweine aus Blauer Portugieser und Blaufränkisch, sowie Weißweine aus Grüner Veltliner, Traminer, Neuburger und Mährischer Muskat. Im Unterbereich Znojemská erreichte der Weinbau zur Zeit des Großmährischen Reiches einen Höhepunkt, als Fürst Svatopluk „Magnus” (gest. 894) Reben aus Österreich und Ungarn anpflanzen ließ. Die Stadt Znojmo war schon immer ein bedeutendes Weinbau-Zentrum. Unter der Stadt sind viele Weinkeller mit langen, labyrinthartigen Gängen angelegt. Die Rebfläche umfasst 3.462 Hektar in 91 Gemeinden. Die wichtigsten sind Dolní Kounice, Hnanice, Hodonice, Horní Dunajovice, Ivancice, Miroslav, Novy Saldorf, Satov, Syrovice, Tasovice, Vrbovec und Znojmo. Die Böden bestehen aus Kies mit Lehm und Löss. Häufigste Sorten sind Grüner Veltliner, Müller-Thurgau, Riesling, Blaufränkisch und St. Laurent. Ein bekannter Betrieb ist Znovin Znojmo.
Die Region Böhmen ist nach dem keltischen Stamm der Boier benannt und umfasst im Westen des Landes rund zwei Drittel der tschechischen Landfläche. Seine Blütezeit erlebte der böhmische Weinbau unter der Regierung von Kaiser Rudolf II. (1552-1612), damals gab es hier rund 3.500 Hektar Weinberge. Der heutige Weinbau-Bereich Böhmen (Cechy) umfasst mit 631 Hektar Rebfläche nur mehr ein Sechstel, was nicht einmal 4% der tschechischen Gesamtrebfläche ausmacht. Die Weingärten liegen an Hängen in der Umgebung der Flüsse Berounka, Labe (Elbe), Ohre und Vltava, der Großteil davon nördlich der Landeshauptstadt Praha (Prag). Der Bereich ist in zwei Unterbereiche gegliedert:
Der Unterbereich Litomerická umfasst 288 Hektar in 29 Gemeinden. Die wichtigsten sind Litomerice, Most-Chrámce, Mostecko, Lovosice, Velké Zernoseky und Vrbice. Im Mittelalter war Litomerice nach Prag die zweitgrößte Weinbaugemeinde Böhmens. Im Jahre 1251 ließen die Zisterzienser in Zernoseky großflächige Weinkeller ausheben und gründeten Weinberge. Heute werden hier vor allem Weißweine aus Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder und Müller-Thurgau, sowie Rotweine aus St. Laurent und Blauer Portugieser produziert. Der Unterbereich Melnická umfasst 343 Hektar Rebfläche in 37 Gemeinden. Die bekanntesten sind Karlstejn (mit einer Forschungsstation für Weinbau), Melník, Kutná Hora, Kralupy nad Vltavou und Praha. Die Weinberge liegen auf kalkhaltigem Untergrund aus Mergelschichten, der zum Teil mit Anschwemmungen aus Lehm und Sand bedeckt ist. Diese eignen sich besonders gut für die Rotweinsorten Blauburgunder, Blauer Portugieser und St. Laurent. Die häufigste Sorte ist jedoch der Müller-Thurgau.
Das neue tschechische Klassifikations-System ist im Weinbaugesetz des Jahres 2004 verankert. Die Weinkategorien sind ähnlich jenen in Österreich und Deutschland und basieren auf dem Mostgewicht der Trauben (1 NM-Grad = 1 kg Zucker je 100 l Most). Der Tafelwein wird aus Trauben mit einem Mindest-Mostgewicht von 11° produziert. Es darf weder Gebiet, Gemeinde, Jahrgang oder Sorte angeführt werden. Zumeist handelt es sich um leichtere Weine zwischen 7 und 11% vol Alkoholgehalt. Beim Landwein müssen die Trauben zumindest 14° Mostgewicht aufweisen. Er muss jedoch im Gegensatz zum Tafelwein auf dem Etikett mit Gebietsnamen, Jahrgang und Sorte bezeichnet sein.
Die Weintrauben für Qualitätsweine = Jakostní Víno müssen aus qualifizierten Weingärten stammen und erfordern zumindest 15° Mostgewicht. Der maximale Ertrag beträgt 12 Tonnen/Hektar. Die Herstellung muss in jenem Weinbaugebiet erfolgen, in dem die Trauben auch geerntet wurden. Der Wein muss die Qualitätskriterien erfüllen und von der Staatlichen Landwirtschafts- und Lebensmittelinspektion (SZPI) eingestuft werden. Ein Qualitätssortenwein darf aus Weintrauben, Maische oder Traubenmost von maximal drei als Qualitätsweinsorten zugelassenen Sorten produziert werden. Ein Qualitätsmarkenwein wird aus Mischungen von Weintrauben, Maische, Most oder Verschnitt von Qualitäts-Weinen nach gleichbleibender Rezeptur erzeugt.
Die Trauben für Qualitätswein mit Prädikat = Jakostní Víno s Prívlastkem müssen alle Qualitätsweinkriterien erfüllen und aus einem Weinbaugebiet stammen. Ursprung, Sorte und Zuckergehalt müssen von der SZPI überprüft worden sein. Der Zuckergehalt des Mostes darf nicht erhöht werden. Der Wein darf aus höchstens drei Sorten hergestellt werden. Bei einem Anteil von zumindest 15% können die Sorten am Etikett Reihenfolge angeführt werden. Die Prädikatsstufen sind Kabinett = Kabinetní Víno (19°, trocken), Spätlese = Pozdní Sber (21°, trocken oder halbtrocken), Auslese = Výber z Hroznu (24°, höherer Alkohol- oder Restzucker-Gehalt), Beerenauslese = Vyber z Bobuli (27°, halbsüß oder süß), Eiswein = Ledové Víno (27°, gelesen bei zum. minus 7 °C), Strohwein = Slamove Vino (27°, zum. 3 Monate Lagerung auf Schilf oder Stroh) und Trockenbeerenauslese = Vyber z Cibeb (edelfaule oder überreife Beeren mit zumindest 32°).
2004 wurde auch die neue Qualitätes-Kategorie Wein mit Ursprungs-Zertifikat mit der Kurzbezeichnung VOC (Víno Originální Certifikace) eingeführt. Solche Weine müssen zumindest den Kriterien für Qualitätswein entsprechen, sie unterliegen aber nicht einer staatlichen Einstufung wie die oben angeführten. Vielmehr erfolgt die Einstufung durch eine Winzergenossenschaft, deren Mitglieder diesen Wein produzieren dürfen. Das Recht für die Vergabe der VOC-Bezeichnung wird der jeweiligen Winzergenossenschaft unter strengen Bedingungen vom tschechischen Landwirtschafts-Ministerium erteilt. Ein Wein mit Ursprungszertifikat muss typisch für das jeweilige Gebiet und jeweilige Rebsorte sein.
Im 20. Jahrhundert erfolgte ein Wiederaufbau mit neu gepflanzten Rebsorten. Im Jahre 2007 wurden von 17.700 Hektar Rebfläche 821.000 Hektoliter Wein produziert. Es gibt 377 Weinbau-Gemeinden mit rund 18.000 Weinbauern mit oft kleinsten Flächen. Tschechien ist in die zwei historische Landschaften Böhmen (Cechy) und Mähren (Morava) gegliedert, die auch den zwei Weinbaubereichen (mit insgesamt sechs Unter-Bereichen) den Namen gaben. Jährlich wird rund eine halbe Million Hektoliter Wein erzeugt. Es herrscht kontinentales Klima mit warmer und trockener Vegetationszeit und trockenem, kühlem Herbst vor. Zu zwei Dritteln werden Weißweine und zu einem Drittel Rotweine produziert.
| Rebsorte | Synonyme in Tschechien | Farbe | % |
| Müller-Thurgau | - | weiß | 11,2 |
| Veltliner (Grüner Veltliner) | Veltlinské Zelené | weiß | 11,0 |
| St. Laurent | Svatovavrinecké | rot | 8,8 |
| Welschriesling | Ryzlink Vlasský | weiß | 8,4 |
| Riesling (Rheinriesling | Ryzlink Rýnský | weiß | 7,1 |
| Blaufränkisch | Frankovka | rot | 7,0 |
| Pinot Blanc (Weißburgunder) | Rulandské Bilé | weiß | 4,7 |
| Zweigelt | Zweigeltrebe | rot | 4,7 |
| Sauvignon Blanc | Sauvignon | weiß | 4,5 |
| Chardonnay | - | weiß | 4,0 |
| Pinot Noir (Blauburgunder) | Rulandské Modré | rot | 3,9 |
| Blauer Portugieser | Modrý Portugal | rot | 3,9 |
| Pinot Gris (Grauburgunder) | Rulandské Sedé | weiß | 3,7 |
| Traminer (Roter oder Gewürztraminer) | Tramín Cervený | weiß | 2,9 |
| Neuburger | Neuburské | weiß | 2,3 |
| Mährischer Muskat | Muskát Moravský (MOPR) | weiß | 1,8 |
| Frühroter Veltliner | Veltlinské Cervené Rané | weiß | 1,7 |
| André | - | rot | 1,5 |
| Cabernet Sauvignon | - | rot | 1,3 |
| Cabernet Moravia | - | rot | 0,8 |
| Pálava | - | weiß | 0,6 |
| Silvaner (Grüner Silvaner) | Sylvánské Zelené | weiß | 0,6 |
| Irsai Oliver | Irsay Oliver | weiß | 0,4 |
| Aurelius | - | weiß | 0,3 |
| Muskat-Ottonel | Muskát Ottonel | weiß | 0,3 |
| Neronet | - | rot | 0,2 |
| Kerner | - | weiß | 0,1 |
In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche tschechische Neuzüchtungen kreiert. Die wichtigsten Zuchtziele waren zumeist Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und Frost. Das sind Agni, André, Ariana, Aurelius, Cabernet Moravia, Devin, Lena, Laurot, Mährischer Muskat, Malverina, Neronet, Pálava, Rubinet, Veritas und Vrboska.
Die nach dem Fluss March (Morava) benannte Weinbau-Bereich Mähren (Morava) liegt im Südosten des Landes. Die Weinberge umfassen 96% der tschechischen Rebfläche und liegen zwischen Brno (Brünn) und der österreichischen Grenze an den Donau-Nebenflüssen Svraka, Morava (March) und Dyje (Thaya). Die ersten Weinberge wurden hier schon von römischen Legionären angelegt. Um den größten Aufschwung im Mittelalter machte sich Kaiser Karl IV. (1316-1378) verdient, der das Anlegen von Weingärten befahl. Das mährische Weinbaugebiet gliedert sich aus geologischer Sicht in den westlichen Teil mit den Ausläufern des Böhmischen Massivs und den östlichen Teil mit den westlichen Karpaten. Der Weinbaubereich Mähren ist in vier Unterbereiche gegliedert:
Der Unterbereich Mikulovská umfasst 4.737 Hektar Rebfläche an den südlichen Hängen der Pollauer Berge (Pálava) in 30 Gemeinden. Die wichtigsten sind Bavory, Brod nad Dyjí, Dolní Dunajovice, Klentnice, Lednice, Mikulov, Napajedly, Novosedly, Pavlov, Perná, Popice, Pouzdoany, Sedlec u Mikulova, Strachotín und (mit Sitz des zentralen Weinbauzentrums) Valtice. Es handelt sich um den wärmsten Bereich. Die kalkhaltigen Böden bestehen aus Tonerde, Tonstein und Löss. Die besten Weine und Sekte werden aus Welschriesling, Chardonnay, Weißburgunder und Müller-Thurgau gekeltert. Der Unterbereich Slovácká (Mährische Slowakei) umfasst 4.514 Hektar Rebfläche in 115 Gemeinden. Bekannte sind Blatnice, Breclav, Bzenec, Dolní Bijanovice, Èejkovice, Kyjov, Hluk, Moravská Nová Ves, Mutenice, Napajedly, Petrov, Podluzi, Polesovice, Stráznice und Uherské Hradiste. In Èejkovice gründeten im Jahre 1232 die Tempelritter eine Festung mit weitreichenden Kellerräumen. In diesem Bereich gedeihen besonders die Weißweinsorten Sorten Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder, sowie die Rotweinsorten Blaufränkisch, Zweigelt und die in Moravská Nová Ves gezüchtete Cabernet Moravia. Zwei sehr bekannte Weine sind Bzenecká Lipka aus Bzenec und Blatnicky Rohac aus Blatnice.
Der größte Unterbereich Velkopavlovická umfasst 5.143 Hektar Rebfläche in 75 Gemeinden. Die wichtigsten sind Brno (Brünn), Cejkovice, Klobouky u Brna, Nemcicky, Hustopece, Velké Pavlovice, Velké Bílovice und Zidlochovice. Die magnesiumhaltigen Böden bestehen aus Lehm und Löss. Hier wachsen ausgezeichnete Rotweine aus Blauer Portugieser und Blaufränkisch, sowie Weißweine aus Grüner Veltliner, Traminer, Neuburger und Mährischer Muskat. Im Unterbereich Znojemská erreichte der Weinbau zur Zeit des Großmährischen Reiches einen Höhepunkt, als Fürst Svatopluk „Magnus” (gest. 894) Reben aus Österreich und Ungarn anpflanzen ließ. Die Stadt Znojmo war schon immer ein bedeutendes Weinbau-Zentrum. Unter der Stadt sind viele Weinkeller mit langen, labyrinthartigen Gängen angelegt. Die Rebfläche umfasst 3.462 Hektar in 91 Gemeinden. Die wichtigsten sind Dolní Kounice, Hnanice, Hodonice, Horní Dunajovice, Ivancice, Miroslav, Novy Saldorf, Satov, Syrovice, Tasovice, Vrbovec und Znojmo. Die Böden bestehen aus Kies mit Lehm und Löss. Häufigste Sorten sind Grüner Veltliner, Müller-Thurgau, Riesling, Blaufränkisch und St. Laurent. Ein bekannter Betrieb ist Znovin Znojmo.
Die Region Böhmen ist nach dem keltischen Stamm der Boier benannt und umfasst im Westen des Landes rund zwei Drittel der tschechischen Landfläche. Seine Blütezeit erlebte der böhmische Weinbau unter der Regierung von Kaiser Rudolf II. (1552-1612), damals gab es hier rund 3.500 Hektar Weinberge. Der heutige Weinbau-Bereich Böhmen (Cechy) umfasst mit 631 Hektar Rebfläche nur mehr ein Sechstel, was nicht einmal 4% der tschechischen Gesamtrebfläche ausmacht. Die Weingärten liegen an Hängen in der Umgebung der Flüsse Berounka, Labe (Elbe), Ohre und Vltava, der Großteil davon nördlich der Landeshauptstadt Praha (Prag). Der Bereich ist in zwei Unterbereiche gegliedert:
Der Unterbereich Litomerická umfasst 288 Hektar in 29 Gemeinden. Die wichtigsten sind Litomerice, Most-Chrámce, Mostecko, Lovosice, Velké Zernoseky und Vrbice. Im Mittelalter war Litomerice nach Prag die zweitgrößte Weinbaugemeinde Böhmens. Im Jahre 1251 ließen die Zisterzienser in Zernoseky großflächige Weinkeller ausheben und gründeten Weinberge. Heute werden hier vor allem Weißweine aus Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder und Müller-Thurgau, sowie Rotweine aus St. Laurent und Blauer Portugieser produziert. Der Unterbereich Melnická umfasst 343 Hektar Rebfläche in 37 Gemeinden. Die bekanntesten sind Karlstejn (mit einer Forschungsstation für Weinbau), Melník, Kutná Hora, Kralupy nad Vltavou und Praha. Die Weinberge liegen auf kalkhaltigem Untergrund aus Mergelschichten, der zum Teil mit Anschwemmungen aus Lehm und Sand bedeckt ist. Diese eignen sich besonders gut für die Rotweinsorten Blauburgunder, Blauer Portugieser und St. Laurent. Die häufigste Sorte ist jedoch der Müller-Thurgau.
Das neue tschechische Klassifikations-System ist im Weinbaugesetz des Jahres 2004 verankert. Die Weinkategorien sind ähnlich jenen in Österreich und Deutschland und basieren auf dem Mostgewicht der Trauben (1 NM-Grad = 1 kg Zucker je 100 l Most). Der Tafelwein wird aus Trauben mit einem Mindest-Mostgewicht von 11° produziert. Es darf weder Gebiet, Gemeinde, Jahrgang oder Sorte angeführt werden. Zumeist handelt es sich um leichtere Weine zwischen 7 und 11% vol Alkoholgehalt. Beim Landwein müssen die Trauben zumindest 14° Mostgewicht aufweisen. Er muss jedoch im Gegensatz zum Tafelwein auf dem Etikett mit Gebietsnamen, Jahrgang und Sorte bezeichnet sein.
Die Weintrauben für Qualitätsweine = Jakostní Víno müssen aus qualifizierten Weingärten stammen und erfordern zumindest 15° Mostgewicht. Der maximale Ertrag beträgt 12 Tonnen/Hektar. Die Herstellung muss in jenem Weinbaugebiet erfolgen, in dem die Trauben auch geerntet wurden. Der Wein muss die Qualitätskriterien erfüllen und von der Staatlichen Landwirtschafts- und Lebensmittelinspektion (SZPI) eingestuft werden. Ein Qualitätssortenwein darf aus Weintrauben, Maische oder Traubenmost von maximal drei als Qualitätsweinsorten zugelassenen Sorten produziert werden. Ein Qualitätsmarkenwein wird aus Mischungen von Weintrauben, Maische, Most oder Verschnitt von Qualitäts-Weinen nach gleichbleibender Rezeptur erzeugt.
Die Trauben für Qualitätswein mit Prädikat = Jakostní Víno s Prívlastkem müssen alle Qualitätsweinkriterien erfüllen und aus einem Weinbaugebiet stammen. Ursprung, Sorte und Zuckergehalt müssen von der SZPI überprüft worden sein. Der Zuckergehalt des Mostes darf nicht erhöht werden. Der Wein darf aus höchstens drei Sorten hergestellt werden. Bei einem Anteil von zumindest 15% können die Sorten am Etikett Reihenfolge angeführt werden. Die Prädikatsstufen sind Kabinett = Kabinetní Víno (19°, trocken), Spätlese = Pozdní Sber (21°, trocken oder halbtrocken), Auslese = Výber z Hroznu (24°, höherer Alkohol- oder Restzucker-Gehalt), Beerenauslese = Vyber z Bobuli (27°, halbsüß oder süß), Eiswein = Ledové Víno (27°, gelesen bei zum. minus 7 °C), Strohwein = Slamove Vino (27°, zum. 3 Monate Lagerung auf Schilf oder Stroh) und Trockenbeerenauslese = Vyber z Cibeb (edelfaule oder überreife Beeren mit zumindest 32°).
2004 wurde auch die neue Qualitätes-Kategorie Wein mit Ursprungs-Zertifikat mit der Kurzbezeichnung VOC (Víno Originální Certifikace) eingeführt. Solche Weine müssen zumindest den Kriterien für Qualitätswein entsprechen, sie unterliegen aber nicht einer staatlichen Einstufung wie die oben angeführten. Vielmehr erfolgt die Einstufung durch eine Winzergenossenschaft, deren Mitglieder diesen Wein produzieren dürfen. Das Recht für die Vergabe der VOC-Bezeichnung wird der jeweiligen Winzergenossenschaft unter strengen Bedingungen vom tschechischen Landwirtschafts-Ministerium erteilt. Ein Wein mit Ursprungszertifikat muss typisch für das jeweilige Gebiet und jeweilige Rebsorte sein.