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 Ukraine

Ukraine

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Eine Weinkultur gab es in der heutigen Ukraine schon im 4. Jahrhundert vor Christi an der Südküste der Halbinsel Krim, aus dieser Zeit wurden Kelteranlagen und Amphoren gefunden. Im nördlichen Teil entwickelte er sich aber erst viel später ab dem 11. Jahrhundert durch Mönche. Im Mittelalter handelten die Genueser, die damals Besitzer des heutigen Sudak waren, mit Krimweinen in ganz Europa. Unter Katharina II. (1729-1796) wurde im Jahre 1783 die Halbinsel Krim Teil des Russischen Reiches. Ihr Günstling Grigori Alexandrowitsch Potjomkin (1739-1791) machte es urbar und förderte auch den Weinbau. Der Graf importierte Rebstöcke aus Italien, Spanien und Frankreich, wo das Klima dem auf der Krim sehr ähnlich war. Besonders der Boden um die Stadt Sudak war sehr fruchtbar. Hier liegt das mit 300 Sonnentagen im Jahr treffend bezeichente Solnechnaya Dolina (Sonnental) mit einer gleichnamigen großen Kellerei. In der Nähe von Jalta ließ Graf Michail Woronzow (1782-1856) im Jahre 1820 Weingärten anlegen und ein großes Weingut errichten. In der Nähe gründete er dann im Jahre 1828 das Weinbauinstitut Magarach.

Ein besonderes Verdienst um den russischen Weinbau gebührt dem von Katharina II. ins Land geholten aus Berlin stammenden deutschen Wissenschaftler und Akademie-Mitglied Peter Simon Pallas (1741-1811), der im Sudakgebiet große Weinplantagen anlegte. Er beschrieb als erster ausführlich etwa 40 einheimische Rebsorten. Fürst Lev Golizyn gründete im Jahre 1878 das noch bestehende Weingut Nowyj Swet (Neue Welt) in Sudak. Ein Schaumwein wurde erstmals 1799 in den klimatisch begünstigten Städten Sudak und Aluschta hergestellt. Die Mengen waren aber unbedeutend. Als Begründer des berühmten Krimsekts (Schampanskoje Krimskoje) gilt Golizyn. Im Auftrag von Zar Nikolaus II. (1868-1918) gründete er auch das heutige Staatsweingut Massandra. Mitte der 1980er-Jahre wurde initiiert von Michail Gorbatschow (*1931) eine Antialkohol-Kampagne gestartet. Durch umfangreiche Rodungen wurde der Rebenbestand von 225.000 Hektar auf weniger als 100.000 Hektar reduziert. Das warf den Weinbau um Jahrzehnte zurück.

In der ukrainischen Weinindustrie besteht aus diesem Grund ein Defizit an Rohstoffen, das durch Importe von zum Beispiel Weintrauben gedeckt werden muss. Von der Regierung wurde deshalb ein umfassendes Entwicklungsprogramm für Weinbau und Weinherstellung in der Ukraine bis zum Jahre 2025 verabschiedet. Danach soll der Ausbau der eigenen Rohstoffbasis gefördert sowie eine Effizienzsteigerung durch den Einsatz modernster Weinbautechnologien angestrebt werden. So wird bis zum Jahr 2025 eine Erweiterung der Gesamtrebfläche auf 167.600 ha angestrebt, was in etwa dem Stand von 1990 entspricht. Weiterhin sollen 80% der Rebflächen erneuert und optimiert werden, und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Frostbeständigkeit einzelner Rebsorten sowie der Bodenbeschaffenheit von Weinbauflächen (Quelle: Wellem Bougie, Bougie Marketing).

Die Ukraine besteht aus vier großen Weinbauregionen. Das ist das weitaus größte Gebiet im Südwesten um die Stadt Odessa mit fast 50% der Gesamtfläche, die Halbinsel Krim (siehe aber unten) am Schwarzen Meer mit rund einem Drittel, das an Slowakei, Ungarn und Rumänien angrenzende Transkarpaten-Gebiet, sowie das Gebiet südlich des Flusses Dnjepr bei den Städten Cherson und Dnjepropetrowsk. Das kontinentale Klima ist von heißen Sommern und strengen Wintern bis über minus 30 °Celsius geprägt.

Im Jahre 2007 wurden von 93.300 Hektar Rebfläche von rund 450 Betrieben 2,516 Millionen Hektoliter Wein produziert. Bekannte Markenweine sind Aluschta, Kagor, Naddniprjanske und Tschorny Doktor. Es werden knapp 180 Rebsorten kultiviert, darunter zum Großteil autochthone bzw. hier gezüchtete Sorten. Der Rebsortenspiegel 2010:
Rebsorte Farbe Synonyme bzw. ukrainische Namen Hektar
Rkatsiteli weiß Rkatziteli, Topolioc 11.552
Aligoté weiß - 9.627
Cabernet Sauvignon rot - 4.869
Sauvignon Blanc weiß - 3.123
Chardonnay weiß - 2.985
Merlot rot - 2.820
Riesling weiß - 2.702
Odessky Cherny rot Alibernet, Semenac 1-17-4 2.426
Isabella rot - 2.396
Saperavi rot Saperawi 1.514
Sukholimansky Bely weiß - 1.477
Bastardo Magarachsky weiß Bastardo Magarach, Magaracha Bastardo 1.330
Gewürztraminer / Traminer weiß - 961
Kokur Bely weiß Belji Dolgi, Kokuri Belji 918
Pinot Noir rot - 767
Pinot Gris weiß - 685
Muscat Blanc / Muskateller weiß - 674
Pervenets Magaracha weiß Pervenec Magaraca, Pervenets Magaratsch 643
Pinot Blanc weiß - 338
Lydia weiß Lidia 270
Telti Kyryk weiß Tilki Kuyrugu 246
Podarok Magaracha weiß Podarok Magaratcha, Podarok Magaratsch 212
Citronny Magaracha weiß - 110
Ekim Kara rot Echim Kara 27
Antey Magarachsky rot Antei, Antei Magarachskii ?
Cevat Kara rot Djevat Kara, Dshevat Kara ?
Fioletovy Ranny rot Filetovyi Ranii ?
Kapitan Jani Kara rot Adzhi Ibram Kara, Agii Ibram, Capitan Kara ?
Kapselsky weiß Kapsel Skii, Kapselski ?
Kefessiya rot Cefecia, Cefesia, Doktorsky Chernyi ?
Kok Pandas weiß Coc Pandas, Kok Pandasse ?
Krona rot - ?
Lapa Kara rot - ?
Rubin Golodrigi rot Ruby of Golodryga ?
Rubinovy Magaracha rot Magaracha Ruby, Ruby Magaracha ?
Rubin Tairovsky rot - ?
Sary Pandas weiß Sarah Pandas, Sari Pandas ?
Soldaia weiß Soldaiya ?
Solnechnodolinsky weiß - ?

Im Feber 2014 kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Die „Krimkrise“ führte in der Folge zu einem Referendum, an dem sich angeblich die Mehrheit der Bevölkerung der Krim für einen Beitritt zur Russischen Föderation aussprach (nach Schätzungen waren es aber nur rund 30-50% der Krimbevölkerung, von diesen waren rund 50-60% für die Abtrennung). Die Ukraine sieht die Krim weiterhin als eine autonome Republik und Bestandteil des eigenen Staatsgebiets, Russland hingegen als eigenen Föderationskreis. Die UNO hat mit großer Mehrheit das Referendum als ungültig bezeichnet (Stand Mitt 2014).
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