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 Hungary

Ungarn

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Empfohlene Erzeuger: 44
Verkostete Weine: 302
Alle empfohlenen Erzeuger in Ungarn

Ungarn hat eine sehr alte Weinbau-Kultur, denn Weine aus Sopron und Eger waren schon im 13. Jahrhundert ein Begriff. Die Griechen führten den Weinbau in Ungarn von Südosten her die Donau und deren Nebenfluss Theiß aufwärts und die Römer von Westen her über die pannonische Ebene bis zum Plattensee ein. Trotz Hunnen-, Vandalen-, Goten-, Tataren- und Türken-Einfällen über viele Jahrhunderte hinweg wurde immer Wein angebaut. Sogar die Türken, die den größten Teil des Landes 160 Jahre besetzt hielten, unterdrückten trotz Alkoholverbot den Weinbau nicht, nahmen gerne die Steuern dafür ein, aber die Entwicklung war in dieser Zeit gehemmt. Karl der Große soll vom „Awarenwein“ so begeistert gewesen sein, dass er einige Reben mit nach Deutschland nahm.

Vom ungarischen König Matthias Corvinus (1440-1490), der in seinen letzten fünf Lebensjahren in Wien residierte, ist die Aussage überliefert, dass das ganze Volk Wein haben solle und die Weinbauern hoch zu achten seien. Im Mittelalter spielte die Kirche wie in fast allen anderen Ländern auch in Ungarn eine tragende Rolle für die Verbreitung der Weinkultur. Entscheidend mit der Wein-Geschichte Ungarns verbunden ist der berühmte Tokajer. König Béla IV. (1235-1270) holte Italiener ins Land, die den Furmint mitbrachten. Nach der Reblaus-Katastrophe und den beiden Weltkriegen verlegte man sich auf die Produktion von Massenweinen. Seit den politischen Umwälzungen des Jahres 1989 und Neugründung des Weinbauverbandes geht es aber mit dem Weinbau wieder steil aufwärts.

Es herrscht mitteleuropäisches, kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern vor. Die geographische Breite entspricht in etwa dem französischen Burgund, was aromatische Weißweine ergibt. Rund 2.000 Stunden Sonnenschein jährlich begünstigen aber auch die Produktion von Rotweinen. Die vom Norden nach Süden fließende Donau teilt das Land in etwa zwei große Hälften. Mit dem Weingesetz von 1997 wurden insgesamt 22 Weinbaugebiete definiert. Im Westen liegt Transdanubien, das von den Grenzen zu Österreich, Slowenien und Kroatien im Westen bis zur Donau reicht. Im Zentrum liegt der Balaton (Plattensee), der mit 591 km² größte See Mitteleuropas. Zusammen mit dem Neusiedlersee und der Donau wird ein sehr positiver klimatischer Einfluss auf den Weinbau ausgeübt. Transdanubien besteht aus vier Weinbauregion mit 15 Weinbaugebieten:

Balaton (Plattensee)
* Badacsony
* Balatonboglár
* Balatonfüred-Csopak
* Balatonfelvidék (früher Balaton-Mellék)
* Balatonmelléke (früher Zala)
* Somló

Észak Dunantul (Nördliches Transdanubien)
* Ászár-Neszmély
* Etyek-Buda
* Pannonhalma-Sokoróalja
* Mór

Pannon (Pannonien)
* Mecsekalja
* Szekszárd
* Tolna
* Villány (früher Villány-Siklós)

Sopron (Ödenburg)
* Sopron

Im Südosten zwischen Donau und Theiß liegt das große Pannonische Tiefland mit sandigem, steppenartigem Boden, im ungarischen Alföld genannt. Die Weingärten üben hier einen festigenden Einfluss auf den Boden aus. Im Sommer gibt es häufig die Ernte gefährdende Dürre und im Winter Frost. Die Region Duna hat drei Weinbaugebiete:

Duna (Donau)
* Csongrád
* Hajós-Baja (früher Hajos-Vaskút)
* Kunság (früher Kiskunság)

Das Nordmassiv liegt im Norden in den Ausläufern des Mátra-Gebirges nahe der Grenze zur Slowakei. Die zwei Regionen mit ihren Weinbaugebieten:

Eger (Erlau)
* Bükkalja
* Eger mit dem Stierblut (Egri Bikavér)
* Mátraalja

Tokaj-Hegyalja
* Tokaj-Hegyalja

Ungarn ist mit knapp 70% der Produktion ein Weißweinland, obwohl eindeutig die Rotweinsorte Kékfrankos (Blaufränkisch) dominiert. Die Tokajersorte Furmint rangiert nach dem Olaszrizling (Welschriesling) erst am dritten Platz. Im Jahre 2008 wurden von rund 67.000 Hektar Rebfläche rund 3,5 Mio Hektoliter Wein erzeugt. Der Rebsortenspiegel:

REBSORTEN-NAME
(INTERNATIONAL)
SYNONYME / UNG. NAME FARBE HEKTAR %
Blaufränkisch Kékfrankos rot 8.181 12,1
Welschriesling Olaszrizling weiß 4.909 7,3
Furmint Mosler, Tokaisky weiß 4.005 5,9
Cserszegi Füszeres Würziger aus Cserszeg weiß 3.068 4,6
Chardonnay - weiß 2.865 4,3
Cabernet Sauvignon - rot 2.752 4,1
Müller-Thurgau Rizlingszilváni weiß 2.312 3,4
Zweigelt - rot 2.284 3,4
Zala Gyöngye Perle von Zala weiß 2.243 3,3
Merlot - rot 1.791 2,7
Ezerjó Tausendgut weiß 1.656 2,5
Izsáki Sárfehér Arany Sárfehér weiß 1.635 2,4
Hárslevelü Lindenblättriger weiß 1.612 2,4
Veltliner Zöldveltelini, Grüner Veltliner weiß 1.552 2,3
Pinot Gris Szürkebarát, Grauburgunder weiß 1.524 2,3
Riesling Rajnai Rizling, Rheinriesling weiß 1.390 2,1
Kunleány - weiß 1.320 2,0
Blauer Portugieser Portugieser (Kékoporto ist verboten) rot 1.296 1,9
Cabernet Franc - rot 1.243 1,8
Muskat-Ottonel Ottonel Muskotály weiß 1.233 1,8
Irsai Oliver - weiß 997 1,5
Pinot Noir Kékburgundi, Blauburgunder rot 963 1,4
Feteasca Regala Királyleányka weiß 942 1,4
Kövidinka - weiß 921 1,4
Leányka Mädchentraube weiß 880 1,3
Sauvignon Blanc - weiß 754 1,1
Traminer Tramini, Piros Tramini weiß 722 1,1
Kadarka Kék Kadarka rot 666 1,0
Muskateller Sárgamuskotály, Muscat Lunel weiß 648 1,0
Zenit - weiß 560 0,8
Ezerfürtü - weiß 478 0,7
Blauburger - rot 400 0,6
Zengö Zengo weiß 318 0,5
Pinot Blanc Weißburgunder weiß 200 0,3
Turán Agria rot 178 0,3
Medina - rot 169 0,3
Juhfark - weiß 155 0,2
Zéta Oremus weiß 114 0,2
Syrah - rot 100 0,1
Zefir Zephyr weiß 72 0,1
Sémillon - weiß 56 0,1
Menoir früher Kékmedoc oder Médoc Noir rot 46 0,1
Kéknyelü Blaustängler weiß 41 0,1
Kövérszölö Dicktraube weiß 37 0,1
Zierfandler Cirfandli weiß 18 0,1
Zeus Zeusz weiß 14 0,1
Rest weiße Sorten 6.982 10,4
Rest rote Sorten 300 0,5
ROTE SORTEN 20.369 30,2
WEISSE SORTEN 46.233 68,6
TAFELTRAUBEN 766 1,2
GESAMT 67.368 100

Die Angaben auf dem Flaschen-Etikett sind zumeist kurz und bündig. Dem Ortsnamen mit der Endung „i“ (was dem deutschen „er“ entspricht) wird gewöhnlich die Rebsorte angefügt, zum Beispiel Soproni Kékfrankos (Blaufränkischer aus Sopron). Féherbor = Weißwein, Vörösbor = Rotwein, Pezsgö = Sekt, száraz = trocken, félszáraz = halbtrocken, édes = süß, félédes = halbsüß. Die Weinqualitätsstufen sind:

Weinkategorien: Im August 2009 wurde die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen gültig. Um den EU-Staaten Zeit für Umstellungen zu geben, gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2011. Es gibt folgende neue Bezeichnungen bzw. Qualitätsstufen (siehe dazu auch detailliert unter Qualitätssystem):

* Bor - entspricht dem nun als Begriff verbotenen Asztali Bor
* OFJ = Oltalom alatt álló Földrajzi Jelzés (früher Tájbor)
* OEM = Oltalom alatt álló Eredetmegjelölés (früher Minöségi Bor, Különleges M. Bor)

Asztali Bor: Ein Tafelwein ohne Herkunftsangabe mit zumindest 8% vol Alkoholgehalt aus klassifizierten Rebsorten. Diese dürfen bei zumindest 70% Anteil genannt werden.

Tájbor: Ein Landwein mit Angabe von Anbaugebiet u. Rebsorte bis 12% vol Alkoholgehalt.

Minöségi Bor: Ein Qualitätswein mit zumindest 10% vol Alkoholgehalt. Es werden Rebsorte, Jahrgang, Abfüller, Alkoholgehalt sowie Ort und Zeit der Lese genannt. Die Trauben müssen aus klassifizierten Rebsorten vom angegebenen Ort/Lage stammen und der Ertrag darf 12 t/ha nicht überschreiten. Es darf kein Anreichern erfolgen.

Különleges Minöségi Bor: Hochwertiger Qualitätswein mit staatlichem Kontrollzeichen „Állami Ellenörzöjegy“. Die Vorgaben sind identisch dem Qualitätswein, aber es wird aus vollreifen oder edelfaulen Beeren produziert, ist handgelesen und der Ertrag darf 10t/ha nicht überschreiten. Der Mindest-Alkoholgehalt ist 13% vol oder zumindest 190 g/l Mostzucker bei der Ernte. Als Zusatzbezeichnungen gibt es die Prädikate bzw. Weintypen Spätlese (zumindest 190 g/l Mostzucker, überreife Trauben), Auslese (205 g/l Mostzucker, auserlesene gesunde überreife Trauben), Ausbruch (220 g/l Mostzucker) und Trockenbeerenauslese (aus überreifen, meist edelfaulen Beeren, 250g/l Mostzucker).
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