Ungeld
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Suchwort: Ungeld
Ungeld
Bezeichnung (auch Umgeld oder Ohmgeld und lokal auch Böspfennig) für eine ehemalige Verbrauchs- und Umsatzsteuer auf Wein und andere geistige Getränke wie Bier und Branntwein. Sie war ab dem 13. Jahrhundert in der Schweiz, Österreich und Deutschland weit verbreitet. Bisweilen wurde sie auch auf Lebensmittel wie Salz, Korn oder Fleisch erweitert. In der Praxis wurde die Höhe des Ungeldes vor dem Abladen und Einkellern der Weinfässer vom „Weinsticher“ festgelegt, indem er mit einem Messstab den Füllstand im Fass bzw. Weinbehälter erhob. Das festgelegte Ungeld wurde dann vom „Ungelder (Ungelter)“ einbezogen. Dies war jedoch lokal unterschiedlich, es waren oft auch beide Funktionen in einer Person vereinigt. Allmählich entwickelte sich das Ungeld zu einer mit dem Tavernenrecht verbundenen Ausschanksteuer. Das Ungeld war sehr unbeliebt und auch manchmal einer der vielen Gründe für Bauernkriege und Untertanen-Revolten. In der Schweiz wurde diese Steuer erst 1887 aufgehoben. Eine ähnliche Funktion für das Feststellen einer Weinmenge hatte der Weinvisierer. Siehe auch unter Weinbauberufe.
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