Veltliner
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Veltliner
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Die weiße Rebsorte mit vollem Namen Grüner Veltliner ist eine urtypisch österreichische Rebe. Synonyme sind Bielospicak, Dreimänner, Falkensteiner, Fehérhegyü, Grüner Muskateller, Nemes Veltelini, Manhardsrebe, Manhartsrebe, Mouhardsrebe, Ryvola Bila, Tarant Bily, Valteliner, Veltlini, Veltlinske Zelené, Weißgipfler, Weißreifler, Weißmuskateller, Yesil Veltliner, Zeleny Muskatel, Zleni Veltinac, Zöld Muskotaly und Zöld Veltelini. Eine Spielart des Grünen Veltliners mit ausgeprägtem Beerenduft ist Grauer Veltliner. In der Vergangenheit wurde häufig ein Bezug zum Veltlin (ital. Valtellina), dem Tal des Flusses Adda in der italienischen Lombardei vermutet. Eine solche Herkunft ist aber keineswegs gesichert. Der heutige Name ist im Jahre 1855 erstmals in einem Dokument aufgetaucht, setzte sich aber erst in den 1930er-Jahren durch. Vorher wurde die Sorte zumeist „Weißgipfler“ oder „Grüner Muskateller“ genannt, obwohl sie keinen Muskatton aufweist. Der Ampelograph Balthasar Sprenger (1724-1791) erwähnte 1766 einen „Grünen Muskateller“ aus Ödenburg, der nach seiner Beschreibung dem Veltliner ähnelt.
Der Grüne Veltliner ist mit allen anderen Veltliner-Sorten wenn überhaupt, nur sehr entfernt verwandt und gehört nicht zur Veltlinerfamilie. Dies bemerkte übrigens schon der Ampelograph Hermann Goethe (1837-1911) im Jahre 1887 in seinem berühmten Handbuch der Ampelographie mit den Worten „dass er botanisch nicht zur Familie der Velteliner gehört“. Geringe genetische Merkmale ließen eine Zeit lang vermuten, dass die zentrale Veltliner-Leitsorte Roter Veltliner ein Großelternteil ist. Durch entsprechende DNA-Analysen des österreichischen Biologen Dr. Ferdinand Regner wurde der Traminer als Elter identifiziert. Im Jahre 2000 wurde in der burgenländischen Gemeinde St. Georgen ein schon einige Jahrhunderte alter Rebstock entdeckt, von dem nur dieses Exemplar existiert. Die bislang unbekannte Sorte wurde nach dem Auffindungsort St. Georgen genannt und ist nach DNA-Analysen von Regner ein Elter des Grünen Veltliners. Ob es sich dabei um Vater- oder Muttersorte handelt, ist noch offen (Stand Ende 2010). Die Eigenschaften des St. Georgen haben sich jedoch deutlich stärker durchgesetzt als jene des Traminers.
Mitte des 19. Jahrhunderts war der Grüne Veltliner in der Gegend um Retz (Weinviertel, NÖ) an der Brünner Straße und Horner Straße stark verbreitet. Dort verdrängte er den Massenträger Heunisch. Bis zum Zweiten Weltkrieg war er aber in Österreich eher nur vereinzelt vertreten. Erst mit Einführung der von Lenz Moser III. (1905-1978) kreierten Erziehungsform „Hochkultur“ breitete er sich ab den 1950er-Jahren sehr schnell aus und wurde zur bestimmenden Sorte. Die Reife erfolgt relativ spät und deshalb ist ein milder, langer Herbst von Vorteil. Die Sorte erhebt keinen großen Anspruch an den Boden (nicht zu trocken und nicht zu nass), sie gedeiht genauso gut auf mageren wie auf fruchtbaren Böden. Bezüglich Klima und Boden sind die österreichischen Verhältnisse geradezu ideal. Mit 13.518 Hektar hat heute der Grüne Veltliner rund 30% Anteil an der österreichischen Gesamt-Rebfläche; die Tendenz ist aber fallend. Er wird in fast allen österreichischen Weinbaugebieten kultiviert, besonders im Weinviertel, dem „Veltliner-Land“. In Deutschland wird er auf nur insgesamt 7 Hektar angebaut (Rheinhessen, Pfalz). Weitere Flächen gibt es in Tschechien (2.000 ha), Ungarn (1.500 ha) und auf wenigen Hektar sogar in Neuseeland.
Die Sorte ist gut geeignet für Urgesteinsböden (zum Beispiel in der Wachau und im Kremstal), Lössböden (zum Beispiel im Kremstal und Wagram), aber auch schwere Lehm- und Tonböden (zum Beispiel im Weinviertel). In Österreich gibt es eine Vielzahl von Selektionen bzw. Klonen. Außerhalb Österreichs wird er noch in Südmähren, in der Slowakei und im westungarischen Raum um Ödenburg angebaut. Im Jahre 2005 wurde die Sorte sogar im neuseeländischen Central Otago gepflanzt. Der Wein ist inzwischen weltweit auf vielen Getränkekarten zu finden und beliebt geworden. Deshalb ist zu erwarten, dass die Rebe von weiteren Ländern in den Sortenkatalog aufgenommen wird. Der Wein hat ein ausgeprägt würziges Bouquet, der mit dem österreichischen Ausdruck „Pfefferl“ bezeichnet wird. Nach einigen Jahren geht dies in einen samtigen Mandelton über. Der Wein sollte eher jung getrunken werden, aber mit entsprechender Ausbau kann es ein Wein mit außerordentlicher Lagerfähigkeit mit bis zu 20 Jahren und al auch mehr sein. Der Grüne Veltliner wurde im Jahre 2003 als gebietstypische Sorte des Weinbaugebietes Weinviertel (Niederösterreich) für den ersten österreichischen DAC (Ursprungswein) ausgewählt.
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