Verschlüsse für Weinflaschen
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Verschlüsse für Weinflaschen
Es gibt viele Methoden, Weinflaschen zu verschließen. Leider ist die schlechteste aller Methoden gleichzeitig auch die am häufigsten verwendete: der Korken. Korken sind teuer, rar und fehleranfällig. Sie halten nicht ewig, weil sie irgendwann spröde und undicht werden, und das Schlimmste: Sie sind die Ursache für den häufigsten Weinfehler, den Korkschmecker.
Leider verbindet der Verbraucher aber einen Korken mit einem guten Wein und alternative Verschlüsse mit einem schlechteren Wein. Ich wäre froh, wenn sich das eines Tages ändern würde. Ich bin es leid, ständig Wein wegschütten zu müssen, nur weil ich mal wieder einen Korkschmecker erwischt habe. Man spricht davon, dass zwei bis zehn Prozent aller mit Kork verschlossenen Flaschen durch einen Korkfehler beeinträchtigt sind. Das ist eindeutig zu viel!
Immer wieder wird behauptet, Korken seien zur Reifung von Weinen sinnvoll, da diese einen gewissen Luftaustausch ermöglichen. Ich halte das für ein hartnäckiges Gerücht und bin davon überzeugt, dass ein Wein unter vollständigem Luftabschluss am besten und sichersten reift. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass die in der Flasche befindliche Luft zur Reifung völlig ausreicht; ein Luftaustausch mit der Umwelt muss also gar nicht stattfinden.
Naturkorken
Diese werden aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Es handelt sich hier um ein reines Naturprodukt. Ein Naturkorken ist
umso besser, je länger und elastischer er ist. Die Qualität eines Korkens ist auch umso besser, je glatter die Oberfläche ist. Das wird jedoch teilweise auch durch Kosmetik vorgetäuscht.
Die Beschichtung von Korken, übrigens kaum noch mit Parafin, sondern in der Regel mit Silikon-Kautschuk-Mischungen, dienen zur Verbesserung der Dichtigkeit, insbesondere bei stehender Lagerung, und der Verbesserung des Verschlussverhaltens.
Sehr gute Korken verteuern eine Flasche Wein um bis zu einen Euro!
Naturkork muss wachsen und kann nicht in beliebiger Menge produziert werden. Er wird daher immer seltener.
Interessante Infos zur Frage der Gewährleistung bei Korkschmeckern
Presskorken
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Presskorken werden nicht in einem Stück aus der Korkeiche herausgeschnitten, sondern es handelt sich um Korkgranulat, das mit Hilfe von Harz gebunden wurde. Presskorken sind deutlich billiger als Naturkorken. Bessere Presskorken (Verbundkorken) haben oben und unten eine Naturkorkscheibe. Damit soll verhindert werden, dass der Leim, mit dem das Granulat verklebt wurde, negativen Einfluss auf den Wein nimmt. Ob das zutrifft, darf bezweifelt werden. |
Behandelte Korken
Zur Vermeidung von Korkschmeckern hat es verschiedene Versuche gegeben, Korken vor Nutzung chemisch oder physikalisch zu behandeln. Besonders euphorisch wurde dabei die Methode gehandelt, die Korken durch eine Mikrowellenbehandlung vorher zu sterilisieren. Dazu gibt es aber mittlerweile viele kritische Stimmen, die nicht mehr an den Nutzen dieser Methode glauben.
Aktuell gibt es unter dem Namen "Suberase" ein Verfahren, bei dem die für den Korkschmecker verantwortlichen Substanzen mittels eines Enzyms deaktiviert werden sollen. Hier gibt es aber noch keine nennenswerten Erfahrungen.
Kunststoffkorken
Ein Kompromiss zwischen den ästhetischen Anforderungen der
Verbraucher, die nicht auf den "Plopp-Effekt" verzichten möchten einerseits und den Problemen des Naturkorkens andererseits, ist der Kunststoffkorken.
Dieser wird z.B. aus Polyethylen oder einer Gummi- bzw. Teflonmischung erzeugt und zeigt durchaus vielversprechende Resultate. Aber die Erfahrung ist natürlich sehr kurz (6-7 Jahre). Man kann
also bisher noch kaum abschätzen, wie der Kunststoffkorken langfristig einzuordnen ist. Insbesondere gibt es zur Rolle der Weichmacher im Kunststoff und ihrer Interaktion mit dem Wein noch keine eindeutigen Untersuchungsergebnisse von Langzeitversuchen.
Und es gibt ein weiteres bisher nicht definitiv erklärtes Problem: Bei einigen Kunststoffkorken wird im Vergleich zu Naturkorken SO2 viel schneller abgebaut.
Kunststoffkorken gibt es übrigens in farbigen und naturfarbigen Ausführungen.
Einige ergänzende Infos dazu gibt es auf der Seite eines Anbieters.
Schraubverschlüsse
Wie ich meine, der aus rein praktischen Gesichtspunkten heraus beste Verschluss - sehr preiswert, aber
höchst effektiv. Der Verschluss bleibt ewig lange dicht, Korkschmecker gibt es nicht, und ganz nebenbei
ist er auch noch konkurrenzlos praktisch, um eine angebrochene Flasche wieder zu verschließen.
Leider wurden Schraubverschlüsse traditionell wegen des Preisvorteils eher für einfache Trinkweine eingesetzt, so dass der Verbraucher heute mit einem Schraubverschluss automatisch einen billigen Wein verbindet. Ich habe großen Respekt vor den Erzeugern, die den Mut haben, auch ihre besseren Weine mit einem Schraubverschluss zu versehen.
Sehr weit ist hier übrigens die Schweiz, in der Schraubverschlüsse weitaus gängiger sind, als in anderen Ländern.
Kronkorken
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Insbesondere in Österreich werden Weinflaschen auch mit einem Kronkorken verschlossen. Aus meiner Sicht auch eine Alternative, die jedenfalls besser ist als der Naturkorken. In Deutschland verwendet z.B. das Weingut Querbach einen Kronkorken unter der Bezeichnung "stainlesscap" (siehe Bild links). |
Weitere Alternativen
Derzeit werden überall in der Welt weitere Alternativen entwickelt. Die Ansätze sind sehr unterschiedlich.
So wird z.B. ein Verschlusssystem aus reinem Glas entwickelt, bei dem das Glas des Verschlusses mit dem Glas der Flasche verschmolzen wird.
Der Hersteller Alcoa entwickelte den Vino-Lok (Foto links). Hier handelt es sich
ebenfalls um einen Glasstopfen, der dank Kunststoffdichtung für einen sehr guten Verschluss sorgt. Zur Sicherheit wird der Stopfen noch mit einer Überkappe aus Aluminium versehen. Vorteil
dieses Systems ist neben der nach Herstelleraussagen hohen Dichtigkeit und Neutralität die Tatsache, dass zum Öffnen kein Werkzeug benötigt wird. Auch die sichere Wiederverschließbarkeit der angebrochenen Flasche ist gegeben.
Weiterführende Infos
- Beitrag von Dr. Andreas Schmitt zum Thema im Magazin
- Kommentar von Utz Graafmann zum Thema im Magazin
- Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Thema
- Website www.verschlusssache-wein.de
Utz Graafmann
Closures for wine bottles
