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 When a wine is ready to drink?

Wann ist ein Wein trinkreif?

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Wann ist ein Wein trinkreif?

Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage sehr einfach: Wenn er schmeckt!

Für mich gibt es nichts Spannenderes, als einen Wein, von dem ich z.B. 12 Flaschen gekauft habe, über mehrere Jahre zu "beobachten", d.h. immer mal wieder eine Flasche zu öffnen, zu probieren und die zunehmende Reife des Weines zu erleben.

Aber nicht von jedem Wein hat man mehrere Flaschen. Viele empfinden es als schade, einen Wein "zu früh" aufzumachen und sich damit des Genusses zu berauben, ihn "im richtigen Moment" zu trinken.

Aber wann ist dieser "richtige Moment"? Das hängt erst einmal stark vom eigenen Geschmack ab. Viele Weintrinker mögen die jungen, primärfruchtigen Weine, die am Gaumen noch wild sind, die Zunge pelzig werden lassen und bei denen man die Säure noch deutlich spürt. Andere lieben die reifen Weine mit komplexer Nase, ausgewogenem sanften Geschmack. Da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen und seinen eigenen Geschmack herausbilden. Und – man muss ein Gespür dafür entwickeln, ob ein Wein deshalb nicht schmeckt, weil er noch zu jung (oder auch schon zu alt)  ist, oder ob es sich einfach um einen schlechten oder sogar fehlerhaften Wein handelt.

Entwicklung eines Weins mit zunehmender Reife

Ein junger Wein ist jung und ungestüm. Die einzelnen Komponenten (Säure, Tannine, evtl. Holznoten) stehen noch "nebeneinander", jede Komponente ist für sich präsent und identifizierbar. Die Säure (wer nicht weiß wie Säure schmeckt, soll mal in die Apotheke gehen und sich Vitamin-C-Pulver kaufen und das dann in verschiedenen Dosierungen in Wasser auflösen – ein sehr gesunder Versuch) kann aufdringlich und störend sein. Das gilt auch für das Tannin. Jeder kennt dieses pelzige Gefühl auf der Zunge, das von jungen Rotweinen erzeugt wird. Das ist das Tannin (Gerbstoff). Außerdem hat ein junger Wein eine deutliche, möglichst kräftige Frucht. Man nennt das Primärfrucht. Mich erinnert diese Fruchtigkeit in jungen Weinen am ehesten an frisches Obst (oder auch Gemüse oder andere Pflanzen), später wird die Frucht eher dezenter und tritt nicht mehr so klar hervor.

Irgendwann beginnt ein Wein, seine Primärfruchtigkeit zu verlieren. Man sagt oft dazu, der Wein beginne sich zu verschließen. Gemeint ist, dass der Wein wirklich unattraktiv wird. Auf der einen Seite kaum spürbare Frucht, aber noch deutliche und nicht unbedingt angenehme Tannine und Säure. In dieser Phase macht ein Wein keinen Spaß.

Wenn er sich dann wieder öffnet, wird es spannend. Die Nase entwickelt komplexe, sehr vielfältige Aromen. Die Frucht kommt wieder. Allerdings nicht mehr so klar und eigenständig, sondern eingebunden in viele andere Aromen, die beim jungen Wein nicht einmal zu erahnen waren. Die Farbe wird goldgelber (beim Weißwein) bzw. rotbrauner (bei roten Weinen), am frühesten zu erkennen am Glasrand. Am Gaumen haben sich Säure und Tannine mit dem Wein "vermählt". Der Wein wirkt runder, eleganter – eben reifer.

Diese Phase hält möglichst lange an. Mit zunehmender Reife wird der Wein brauner, in der Nase entsteht ein eigentümlicher eindimensionaler Alterston. Die Frucht baut ab, ist kaum noch zu spüren. Irgendwann zerfällt der Wein auch im Glas. Die Bestandteile lösen sich auf, der Wein wird trüb und die Bestandteile fallen zu Boden. Jetzt macht der Wein keinen Spaß mehr: Wegschütten ist angesagt.

Ich möchte betonen, dass ich hier natürlich einen idealen Alterungsprozess beschreibe, der in dieser Form nur bei hochwertigen Weinen anzutreffen ist. Ein Wein, der von Anfang an keine Säure, keine Tannine, keine Struktur aufweist, wird nie altern. Die meisten Weine dieser Welt wollen im ersten Jahr nach der Abfüllung getrunken sein!

Siehe auch im Glossar unter Flaschenreife

Trinkreifetabellen

Wenn ich einen Anhaltspunkt für den optimalen Trinkzeitpunkt benötige, nutze ich sehr gern den "Kleinen Johnson", der für die verschiedenen Anbaugebiete mit Tabellen ungefähre Hinweise an die Hand gibt.

Ein kleiner Trick

Es gibt eine Möglichkeit, eine etwaige Ahnung vom noch vorhandenen Potenzial in einem Wein durch einen kleinen Test zu erhalten. Bekommt der Wein Luftkontakt, dann nimmt man damit quasi einen Teil der Zukunft in der Flasche vorweg. Wenn ein Wein nach einem Tag in der geöffneten Flasche (oder sogar in der Dekantierkaraffe) noch OK ist oder sogar noch besser wird, kann man im Regelfall auch davon ausgehen, dass er in der Flasche noch eine längere Zukunft vor sich hat.

Stirbt ein (zumal älterer) Wein quasi schon sichtbar nach ein bis zwei Stunden im Glas, dann hat er sicher keine Zukunft mehr.

Utz Graafmann

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