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 Wine in Health and Disease

Wein bei Gesundheit und Krankheit

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Wein bei Gesundheit und Krankheit

von Daniel Bulut

Schon die alten Griechen und Römer wussten, dass Wein eine förderliche Wirkung auf die Gesundheit haben kann, sei es als Zusatz in anderen Mitteln oder pur. Man erkannte auf der einen Seite die beruhigende Wirkung bei aufgewühlten Patienten bis hin zu einer einschläfernden, sedativen Wirkung bei größerem Konsum, auf der anderen Seite seine anregende und problemlindernde Wirkung auf Magen-Darm-Trakt und Kreislauf. Weiterhin wurde Wein als Badezusatz, als Antiseptikum oder auch als harntreibendes Mittel gerne eingesetzt.

Auch waren die Nebenwirkungen eines zu hohen Weinkonsums durchaus geläufig.

Heutzutage, im Zeitalter einer intensiven Forschung über Mechanismen von Stoffwechselvorgängen im menschlichen Körper und einer zunehmenden Aufklärung der Patienten und der Gesellschaft zum Thema Gesundheit und Krankheit, fragen sich immer mehr Betroffene, ob ihre Erkrankung etwas mit ihrem Lebensstil zu tun hat und wie man diese Erkrankung durch den Wandel seiner Lebens- und Ernährungsgewohnheiten beeinflussen kann. Gerade bei den Erkrankungen, die man auch zusammenfassend als „Wohlstandserkrankungen“ bezeichnet und deren Bedeutung (sowohl medizinisch als auch volkswirtschaftlich) in Zukunft immer mehr zunehmen wird, kann man durch Änderung des Lebensstils den Krankheitsverlauf deutlich beeinflussen. Zu diesen Krankheiten zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Diabetes mellitus (im Volksmund Zuckerkrankheit genannt) und die Gicht.

Wirksame Inhaltstoffe im Wein

Wein besteht mehrheitlich aus Wasser (80%), den Rest machen sehr verschiedenartige Substanzen aus, wie u.a. Geruchs-, Farb- und Geschmacks- sowie Gerbstoffe, Äthylalkohol, verschiedene Zucker (Glucose, Fructose u.v.a.), Elektrolyte und Vitamine - insbesondere die Vitamine B6 (Pyridoxine) und C (Ascorbinsäure), wobei Vitamin B6 unerlässlich für die Funktion des zentralen Nervensystems ist und Vitamin C als Radikalfänger eine Schutzfunktion ausübt. Mit einem Glas Wein pro Tag kann noch nicht einmal ein Fünftel des Tagesbedarfs dieser Vitamine gedeckt werden.

Insbesondere den in Schalen und Kernen in hoher Konzentration vorkommenden Phenolen - hier v.a. den Flavonoiden, Salicylaten und den Tanninen - sowie dem Alkohol werden zur Zeit die positiven Wirkungen des Weins zugesprochen. Phenole finden sich in hoher Konzentration v.a. im Rotwein und im Holz der Fässer.

Wirkung der Inhaltsstoffe

Der Weingenuss in Maßen zeigt zahlreiche positive Wirkungen im menschlichen Körper. Hierbei gilt aber nicht, dass eine größere Menge auch zu einem besseren Erfolg führt. Viele der unten genannten Wirkungen reduzieren sich wieder bei größerem Konsum, und ihre positive erwünschte Wirkung wird im Verhältnis zu den unerwünschten Wirkungen relativ klein.
Auch die auf den Äthylalkohol allein zurückführenden Wirkungen werden durch noch nicht vollständig geklärte Wechselwirkungen zwischen dem Alkohol und den Phenolen zusätzlich gefördert.

Wirkung auf Herz und Kreislauf

  • Gefäßerweiterung mit geringer Blutdrucksenkung
  • Wirkung als Antioxidans
  • Senkung der schädlichen Blutfette (LDL)
  • Hemmung der Blutgerinnung (Senkung des Thrombose-Risikos)
  • bei übertriebenem Konsum: erhöhtes Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko

Phenole und Alkohol zeigen zahlreiche gemeinsame oder einander ergänzende Wirkungen auf Herz und Kreislauf, die bei moderatem Weingenuss (etwa 1-2 Gläser pro Tag als Obergrenze) prophylaktisch auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken können. Durch Senkung des Blutfettspiegels, insbesondere des LDL-Cholesterins (LDL: Low Density Lipoprotein), und Anhebung des „guten“, protektiven HDL-Cholesterins (HDL: High Density Lipoprotein), der Blutdrucksenkung und der antioxidativen Wirkung (u.a. Fänger von reaktiven chemischen Radikalen) kann der Entwicklung einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorgebeugt werden bzw. ihre Entstehung kann verlangsamt werden.

Verkalkte Gefäße können die Ursache von Durchblutungsstörungen sein. Im schlimmsten Falle sind die das Herz versorgenden Herzkranzgefäße betroffen, und es kommt zum Herzinfarkt, einer mangelhaften Durchblutung und Versorgung des Herzmuskels, der mit einer irreversiblen Schädigung des Herzens einhergehen kann.

Durch eine moderate Hemmung der Blutgerinnung kann einer Gerinnselbildung (Thrombose), die sich v.a. im Unterschenkel findet, vorgebeugt werden. Diese Gerinnsel können durch die Blutgefäße wandern, Gefäße verschließen und so zu Infarkten oder Schlaganfällen führen.

Ein Zuviel an Wein (oder anderen Alkoholika) kann die oben genannten Wirkungen deutlich verringern und so zu einem erhöhten Risiko für die genannten Erkrankungen führen.

Wirkung bei Nierenerkrankungen und Gicht

  • geringeres Risiko der Nierensteinbildung
  • geringere Ausscheidung von Harnsäure (Gichtgefährdung)

Die Gicht kann man unter dem Oberbegriff der „Wohlstandskrankheiten“ subsumieren. Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der die Konzentration der Harnsäure im Blut erhöht ist (Hyperurikämie). Kommt es zu Beschwerden, so spricht man von einer Gicht. Die Beschwerden sind in vielen Fällen typisch: Durch Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken (v.a. Großzehengelenk) kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung dieser Gelenke.

Ursache ist meist eine gestörte, verminderte Ausscheidung von Harnsäure über die Niere sowie eine zu starke Aufnahme von Harnsäure-Vorläufern (Purine) mit der Nahrung (hier v.a. Fleisch und Hülsenfrüchte). Alkohol hemmt die Harnsäureausscheidung zusätzlich, was verständlich macht, warum der Alkoholkonsum bei Hyperurikämie oder Gicht deutlich eingeschränkt werden sollte. Zusätzlich sollte die Ernährung umgestellt werden.

Sonstige Wirkungen des Weins

  • Erhöhung des Östrogenspiegels (Senkung des Osteoporoserisikos)
  • Anregung des Geistes
  • Anregung der Verdauung
  • Schutz vor Krebs

Wein, insbesondere der Alkohol, ist imstande, in den Hormonhaushalt des Menschen einzugreifen. Bekannt ist die gesteigerte Östrogenproduktion sowohl bei der Frau als auch beim Mann. Ein reduzierter Östrogenspiegel führt bei Frauen im fortgeschrittenen Alter (nach Beendigung ihrer Periode) zur Gefahr der Osteoporose, einer Entkalkung der Knochen, die mit deutlichen Stabilitätsverlusten einhergehen kann. Durch einen moderaten Weinkonsum kann die Entwicklung der Osteoporose verlangsamt werden.

Alkohol wirkt weiterhin steigernd auf die Produktion der Schilddrüse, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Geschlechtsdrüsen. Man denke hierbei nur ein Candlelight-Dinner mit seiner/m Liebsten, bei dem eine schöne Flasche Wein nicht fehlen darf: zur Hebung der Stimmung und der Libido für einen schönen Abend.

Auch in anderen Situationen mag ein Glas Sekt oder Wein positiv erscheinen. Man hört oft, dass man vor einer Prüfung ein Glas Sekt oder Wein trinken soll. Der Alkohol führt dazu, dass sich die Gefäße erweitern (siehe Absatz Herz/Kreislauf). Das Hirn wird besser durchblutet und wird leistungsfähiger (erhöhte Konzentrationskraft). Nicht zu vergessen: Wein wirkt beruhigend auf den gestressten Prüfungskandidaten. Außerdem fördert die herabgesetzte Hemmschwelle die Redseligkeit, was allerdings nicht immer von Vorteil sein muss.

Wein regt den Verdauungstrakt an. Der Magen schüttet mehr Säure aus, die Darmbewegungen werden gefördert. Dies macht gerade ein schweres Abendessen deutlich verträglicher.

Insbesondere Rotwein, der deutlich mehr Phenol enthält als Weißwein, kann durch seine antioxidative Wirkung (Radikalfänger) als Schutzfaktor vor bösartigen Tumoren wirken.

Risiken des Weinkonsums

Bitte beachten Sie: Die oben geschilderten positiven Wirkungen des Weinkonsums gelten nur für den moderaten Weinkonsum. Verschiedene Quellen besagen, dass etwa zwei Gläser Wein pro Tag als Obergrenze zu nennen sind, wobei bei Frauen etwas weniger und bei Männern etwas mehr gilt.

Diese Werte sind nur grobe Richtlinien. Im Einzelfall können andere Werte gelten, je nach bestimmten Vorerkrankungen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wie viel für Sie erlaubt ist !

Ein zu hoher Weinkonsum kann die positiven Wirkungen umkehren, außerdem treten die Nebenwirkungen immer mehr in den Vordergrund.

Bekannte Risiken und Nebenwirkungen sind u.a.:

  • Entwicklung einer Hepatitis, Fettleber und Leberzirrhose
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Mangel an Vitaminen (wichtig: Vitamin B12) und Nährstoffen
  • erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • psychische Veränderungen mit Stimmungsschwankungen, Überschätzung und erhöhter Unfallgefahr
  • Störungen des Nervensystems
  • Hormonstörungen
  • Abhängigkeit, Sucht
  • und viele mehr

Daniel Bulut
E-Mail: DLB@gmx.net

Weitere Infos im Internet:

Utz Graafmann

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