Brunello di Montalcino DOCG
sammlerfreak
Beiträge: 210
#1 26.05.2012 6:39
Getrunken
Im Garten habe ich gearbeitet, vier Stunden, jetzt bin ich todmüde. Ich greife in eine nicht so genau definierte Schachtel im Weinkeller, in der ein paar ersteigerte Italiener ruhen. Ein Mixtlot. Quasi „Ramsch“ für neugierige Weinliebhaber, die neue Erfahrungen machen möchten. Meist sind es Einzelflaschen von Kellerauflösungen, die sich an Auktionen nur schwer vermarkten lassen; sei es, weil sie schon alt sind; sei es, weil sie keinen klingenden Namen haben; sei es, weil der Füllstand nicht mehr perfekt ist oder die Etikette verschmutzt.
In diesem Fall war nur ich müde, nicht aber der Wein. Ein Brunello, 24 Jahre alt, zwar bereits mit leicht bräunlicher Färbung, aber noch mit Kraft (wenn auch matte), fein geschliffenen Tanninen und kompostartig verarbeiteter Frucht. Was habe ich da für einen prächtigen, alten Kerl im Glas. Ich streife meine eigene Müdigkeit ab. Der wunderschöne Frühsommerabend vermischt sich mit dem Weingenuss. Eigentlich habe ich einen Wein erwartet, der mit meiner eigenen Müdigkeit wetteifert. Das Gegenteil ist der Fall. Er hat mich geweckt, der Wein, aufgestellt, wach gemacht.
Es gibt ja so etwas wie ein Trinkfenster, für jeden Wein. Gemeint ist die Zeit, in der ein Wein seine Kraft, Schönheit und Ausgewogenheit voll entfaltet. Ich bin kein Brunello-Spezialist, doch ich denke, dies dürfte so zwischen zehn und zwanzig Jahren sein, natürlich für Spitzenweine. CastelGiocondo die Mantalcino ist ein „Spitzenwein“ (ca. 50 Euro). Aber ein 24jähriger Sangiovese, von dem ich nicht einmal weiss, wie er gelagert wurde und wo er sich umgetrieben hat?
Offensichtlich war er kein „Steuner“ – jedenfalls hat er sich wunderbar gehalten: Leicht welke, aber wunderschöne Rosen, noch deutliche Mineralität, leicht teerig oder lederig, aber sehr komplex im Gaumen, mit einem frechen, angenehmen Abgang.
Ja, so lass ich mir Frühsommerabende (das Bild dazu auf www.sammlerfreak.ch – „Bild des Tages“) gefallen. Ob sich der Abend wiederholen lässt? Ich weiss nicht, was noch alles in der Schachtel ist.
Im Garten habe ich gearbeitet, vier Stunden, jetzt bin ich todmüde. Ich greife in eine nicht so genau definierte Schachtel im Weinkeller, in der ein paar ersteigerte Italiener ruhen. Ein Mixtlot. Quasi „Ramsch“ für neugierige Weinliebhaber, die neue Erfahrungen machen möchten. Meist sind es Einzelflaschen von Kellerauflösungen, die sich an Auktionen nur schwer vermarkten lassen; sei es, weil sie schon alt sind; sei es, weil sie keinen klingenden Namen haben; sei es, weil der Füllstand nicht mehr perfekt ist oder die Etikette verschmutzt.
In diesem Fall war nur ich müde, nicht aber der Wein. Ein Brunello, 24 Jahre alt, zwar bereits mit leicht bräunlicher Färbung, aber noch mit Kraft (wenn auch matte), fein geschliffenen Tanninen und kompostartig verarbeiteter Frucht. Was habe ich da für einen prächtigen, alten Kerl im Glas. Ich streife meine eigene Müdigkeit ab. Der wunderschöne Frühsommerabend vermischt sich mit dem Weingenuss. Eigentlich habe ich einen Wein erwartet, der mit meiner eigenen Müdigkeit wetteifert. Das Gegenteil ist der Fall. Er hat mich geweckt, der Wein, aufgestellt, wach gemacht.
Es gibt ja so etwas wie ein Trinkfenster, für jeden Wein. Gemeint ist die Zeit, in der ein Wein seine Kraft, Schönheit und Ausgewogenheit voll entfaltet. Ich bin kein Brunello-Spezialist, doch ich denke, dies dürfte so zwischen zehn und zwanzig Jahren sein, natürlich für Spitzenweine. CastelGiocondo die Mantalcino ist ein „Spitzenwein“ (ca. 50 Euro). Aber ein 24jähriger Sangiovese, von dem ich nicht einmal weiss, wie er gelagert wurde und wo er sich umgetrieben hat?
Offensichtlich war er kein „Steuner“ – jedenfalls hat er sich wunderbar gehalten: Leicht welke, aber wunderschöne Rosen, noch deutliche Mineralität, leicht teerig oder lederig, aber sehr komplex im Gaumen, mit einem frechen, angenehmen Abgang.
Ja, so lass ich mir Frühsommerabende (das Bild dazu auf www.sammlerfreak.ch – „Bild des Tages“) gefallen. Ob sich der Abend wiederholen lässt? Ich weiss nicht, was noch alles in der Schachtel ist.