Languedoc
sammlerfreak
Beiträge: 213
#1 19.04.2012 15:57
Getrunken:
Als ich vor Jahren – fast zufällig – die grosse Scheune an der Strasse mitten in Paziols (Aude) betrat, wusste ich noch nichts vom Weingut Bertrand-Bergé und seinen Weinen. Der Altwinzer hat mir – eher etwas wortkarg – die verschiedenen Cuvées vorgestellt. Inzwischen haben die „Jungen“ den Hof übernommen, meinte er. Wahrscheinlich hat er mich unter die vielen Touristen eingereiht, die täglich da „einkehren“ und höchstens mal eine oder zwei Flaschen kaufen.
So war es aber nicht, ich interessierte mich für die Weine und die Weinerzeugung, so dass der knorrige „alte Herr“ langsam in Fahrt geriet, erzählte, dass sie früher ihren Wein zur Cooperative gebracht haben, dann sich aber von ihr lösten und seit ein paar Jahren ihre eigenen Weine keltern und vermarkten. Bereits werden diese in viele Länder geliefert, nach Deutschland aber noch nicht.
Vier Rotweine waren es – und sind es noch immer – die für mich im Mittelpunkt standen: der einfache L’Origines (Carignan und Grenache), der Ancestrale (der weichere, elegantere Wein, der noch Syrah in der Cuvée hat), les Meégalithes (fast aus 100% Carignan – mit unglaubliche Terroir-Prägung) und Jean Sirven (eine Homage an den Ur-Winzer dieser alteingesessenen Familie, der schon 1900 in Paris eine Goldmedaille für seinen Wein erhielt).
Der Spitzenwein Jean Sirven war schon damals, in den 90er Jahren, fast so teuer wie ein guter Bordeaux (damals). Unglaublich zu dieser Zeit in dieser Gegend! Meine beiden Lieblinge aber waren – seit dieser ersten Begegnung – der Origines und der Mégalithes. Beide verkörpern ein gutes Stück Fitou-Tradition. Wer schon in hier war, vielleicht sogar die eine oder die andere der Katharer-Burgen bestiegen hat (Quéribus, Peyrepertuse,), der weiss, was ich meine.
Inzwischen sind die Bertrand-Bergé Weine auch in Deutschland angekommen, der Origines für ca. 7 Euro, der Mégalithes für ca. 11 Euro. Die Preise haben sich in den vielen Jahren kaum verändert, der Wein auch nicht. Die gleiche hohe Qualität, die gleiche Authentizität, das gleiche Spiel zwischen Eleganz und Kraft.
Ich habe inzwischen noch viele gute Languedoc-Weine kennen gelernt. Einige von ihnen haben sich rapide verändert, nicht immer zum Guten, oft Richtung Mainstream-Geschmack (auch oft überholzt!). Beim Jean Sirven (der in Deutschland jetzt um die 40 Euro kostet) habe ich – nicht erst heute – den Eindruck, da wird versucht den Anschluss (mit den traditionellen Trauben der Languedoc) an die moderne Weinwelt nicht zu verlieren, mit einer „Weinbombe“ (ähnlich wie auf Négly), die zwar interessant ist, aber nicht unbedingt meine Vorliebe trifft.
Les Mégalithes (genauso wie der Origines) ist hingegen ein wunderschöner Fitou-Wein, kräftig, ehrlich und doch leicht verspielt. Thymian, Lorbeer, Garrigue – wunderschöne Anklänge an Dürfte, die in dieser Gegend allgegenwärtig sind. Auch jetzt – längst wieder in der Schweiz angekommen - tanzen diese Aromen wieder auf der Zunge und im Gaumen.
Als ich vor Jahren – fast zufällig – die grosse Scheune an der Strasse mitten in Paziols (Aude) betrat, wusste ich noch nichts vom Weingut Bertrand-Bergé und seinen Weinen. Der Altwinzer hat mir – eher etwas wortkarg – die verschiedenen Cuvées vorgestellt. Inzwischen haben die „Jungen“ den Hof übernommen, meinte er. Wahrscheinlich hat er mich unter die vielen Touristen eingereiht, die täglich da „einkehren“ und höchstens mal eine oder zwei Flaschen kaufen.
So war es aber nicht, ich interessierte mich für die Weine und die Weinerzeugung, so dass der knorrige „alte Herr“ langsam in Fahrt geriet, erzählte, dass sie früher ihren Wein zur Cooperative gebracht haben, dann sich aber von ihr lösten und seit ein paar Jahren ihre eigenen Weine keltern und vermarkten. Bereits werden diese in viele Länder geliefert, nach Deutschland aber noch nicht.
Vier Rotweine waren es – und sind es noch immer – die für mich im Mittelpunkt standen: der einfache L’Origines (Carignan und Grenache), der Ancestrale (der weichere, elegantere Wein, der noch Syrah in der Cuvée hat), les Meégalithes (fast aus 100% Carignan – mit unglaubliche Terroir-Prägung) und Jean Sirven (eine Homage an den Ur-Winzer dieser alteingesessenen Familie, der schon 1900 in Paris eine Goldmedaille für seinen Wein erhielt).
Der Spitzenwein Jean Sirven war schon damals, in den 90er Jahren, fast so teuer wie ein guter Bordeaux (damals). Unglaublich zu dieser Zeit in dieser Gegend! Meine beiden Lieblinge aber waren – seit dieser ersten Begegnung – der Origines und der Mégalithes. Beide verkörpern ein gutes Stück Fitou-Tradition. Wer schon in hier war, vielleicht sogar die eine oder die andere der Katharer-Burgen bestiegen hat (Quéribus, Peyrepertuse,), der weiss, was ich meine.
Inzwischen sind die Bertrand-Bergé Weine auch in Deutschland angekommen, der Origines für ca. 7 Euro, der Mégalithes für ca. 11 Euro. Die Preise haben sich in den vielen Jahren kaum verändert, der Wein auch nicht. Die gleiche hohe Qualität, die gleiche Authentizität, das gleiche Spiel zwischen Eleganz und Kraft.
Ich habe inzwischen noch viele gute Languedoc-Weine kennen gelernt. Einige von ihnen haben sich rapide verändert, nicht immer zum Guten, oft Richtung Mainstream-Geschmack (auch oft überholzt!). Beim Jean Sirven (der in Deutschland jetzt um die 40 Euro kostet) habe ich – nicht erst heute – den Eindruck, da wird versucht den Anschluss (mit den traditionellen Trauben der Languedoc) an die moderne Weinwelt nicht zu verlieren, mit einer „Weinbombe“ (ähnlich wie auf Négly), die zwar interessant ist, aber nicht unbedingt meine Vorliebe trifft.
Les Mégalithes (genauso wie der Origines) ist hingegen ein wunderschöner Fitou-Wein, kräftig, ehrlich und doch leicht verspielt. Thymian, Lorbeer, Garrigue – wunderschöne Anklänge an Dürfte, die in dieser Gegend allgegenwärtig sind. Auch jetzt – längst wieder in der Schweiz angekommen - tanzen diese Aromen wieder auf der Zunge und im Gaumen.
verdi
Beiträge: 3
#2 21.04.2012 17:38
Lieber Herr Züllig,
wo gibt es denn die Weine von Bertrand-Bergé in Deutschland zu kaufen?
Herzliche Grüße
Stephan Hagen
wo gibt es denn die Weine von Bertrand-Bergé in Deutschland zu kaufen?
Herzliche Grüße
Stephan Hagen
sammlerfreak
Beiträge: 213
#3 22.04.2012 9:39
Grüezi Stephan
(ich verwende das formsvertraute Du)
In der Regel gebe ich aus verschiedenen Gründen keine Bezugsquelle an.
1. Die meisten Interessierten möchten den "günstigsten" Preis - den aber kenne ich nicht (müsste auch lange googeln).
2. Als Schweizer habe ich vor allem Zugriff auf Bezugsquellen in der Schweiz - und die sind für andere Länder nicht unbedingt "brauchbar"
3. Ich möchte keinen der Weinhändler "bevorzugen", da ich als Weinliebhaber und Kolumnist meine Unabhängigkeit bewahren möchte, vor allem in Bereichen, in denen sich Kommerz, Werbung, PR und Information ständig berühren,
In der Regel sind die Bezugsquellen sehr einfach über das Weingut zu erfahren. Oft sind sie sogar auf der Website der Domaine für verschiedene Länder vermerkt. In diesem Fall zwar nicht, doch die Adresse bertrand-berge@wanadoo.fr gibt sicher schnell eine Antwort.
Schliesslich kenne ich die Stadt oder die Gegend nicht, in welchen der/die Interessierten wohnen. Bleiben also vor allem die Oneline-shops interessant. Ich möchte diese aber nicht gegenüber den Weinhändlern "vor Ort" bevorzugen. Hier für einmal aber drei Adressen für den erfragten Wein: Weinkeller Berlin, 10961 Berlin-Kreuzberg - Arboniv-ea, Weinimport, D-82031 Geiselgasteig -
Le Midi-Weine aus Südfrankreich 63071 Offenbach am Main.
Herzlich
Peter
(ich verwende das formsvertraute Du)
In der Regel gebe ich aus verschiedenen Gründen keine Bezugsquelle an.
1. Die meisten Interessierten möchten den "günstigsten" Preis - den aber kenne ich nicht (müsste auch lange googeln).
2. Als Schweizer habe ich vor allem Zugriff auf Bezugsquellen in der Schweiz - und die sind für andere Länder nicht unbedingt "brauchbar"
3. Ich möchte keinen der Weinhändler "bevorzugen", da ich als Weinliebhaber und Kolumnist meine Unabhängigkeit bewahren möchte, vor allem in Bereichen, in denen sich Kommerz, Werbung, PR und Information ständig berühren,
In der Regel sind die Bezugsquellen sehr einfach über das Weingut zu erfahren. Oft sind sie sogar auf der Website der Domaine für verschiedene Länder vermerkt. In diesem Fall zwar nicht, doch die Adresse bertrand-berge@wanadoo.fr gibt sicher schnell eine Antwort.
Schliesslich kenne ich die Stadt oder die Gegend nicht, in welchen der/die Interessierten wohnen. Bleiben also vor allem die Oneline-shops interessant. Ich möchte diese aber nicht gegenüber den Weinhändlern "vor Ort" bevorzugen. Hier für einmal aber drei Adressen für den erfragten Wein: Weinkeller Berlin, 10961 Berlin-Kreuzberg - Arboniv-ea, Weinimport, D-82031 Geiselgasteig -
Le Midi-Weine aus Südfrankreich 63071 Offenbach am Main.
Herzlich
Peter