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[weinforum] Getrunken - Maehler-Besse: =?ISO-8859-1?Q?Ch=E2teau?

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Betreff: Getrunken - Maehler-Besse: =?ISO-8859-1?Q?Ch=E2teau?

Datum: 2012-02-08 13:54:48
Absender:  "Peter Züllig"




Getrunken - Mähler-Besse: Château D’Arche 1995, Haut-Médoc ,
Bordeaux

Wenn man von Mähler-Besse spricht, dann vor allem, weil das grosse
Weinhaus (zusammen mit Sichel) Hauptaktionär von Château Palmer
(Margaux) ist. Dass Mähler-Besse im Bordelais noch sieben andere
Weingüter besitzt und vor allem auch preiswerte und gute Weine
vermarktet (mit dem operativen Geschäft von Palmer aber nichts mehr
zu tun hat) ist weit weniger bekannt. Zwar wird sein Cheval Noir
(St-Emilion) mitunter auch in Discountern angeboten - "Le fer"
vom gleichen Weingut (mit einer Mini-Produktion) ist sogar so etwas
wie ein "Garangenwein".
Château d’Arche liegt auf der linken Seite der Garonne, im
Haut-Médoc. Sein Wein war vor Jahren so etwas wie ein
"Geheimtipp", oder eher noch eine gute Adresse für einen sehr
guten Wein im Preissegment um 15 Franken (damals ca. 10 Euro). Das war
wohl der Grund, dass ich vom 1995er eine ganze Kiste gekauft habe; vor
gut 15 Jahren noch nicht ahnend, wie sich mein Bordeaux-Keller einmal
entwickeln wird. Seither habe ich d’Arche nie mir gekauft, öfters
aber getrunken (übrigens: er kostet heute noch kaum viel mehr, als
damals, so um 25 Franken). Der 95er aber ist mir in Erinnerung
geblieben. Damals - so Mitte in den 90ern - habe ich mir
vorgenommen, alle Bordeaux-Güter (ihre Lage, ihre Weinberge, oft auch
ihre Caves), von denen ich Weine im Keller habe (oder hatte)
aufzusuchen oder mindestens einmal vor dem Weingut gestanden zu sein.
Das verflixte Château d’Arche aber - es war noch vor der Zeit des
"Navi" - habe ich einfach nicht gefunden. Ich bin gekreist und
gekreist: La Lagune, Lafon-Rocher, d’Agassac, Ségur und wieder
Lagune etc. Natürlich hat man ein Mundwerk um zu fragen, dies tat ich
anfänglich auch, doch dann packte mich der Ehrgeiz, das Weingut
wollte ich selber finden. Und so ist es gekommen, dass ich d’Arc he
noch immer nicht gesehen habe. Vielleicht habe ich auch deshalb den
Wein nie mehr gekauft, weil für mich das Weingut nicht existiert. Vor
ein paar Jahren habe ich den Wein aber einer befreundeten Wirtin als
Gastrowein empfohlen. Sie war zufrieden! Und hie und da habe ich mal
eine meiner 12 Flaschen selber getrunken. Jetzt ist noch eine einzige
Flasche da, die letzte eines unauffindbaren Château. Nach der
gestrigen Erfahrung: noch immer ein guter Wert. Eine elegante Dame,
mit Standfestigkeit, die jede Flatterhaftigkeit abgelegt hat, einen
schönen Rest an Frucht hütet und sich überhaupt nicht
"bräunlichen" Allüren hingibt. Zugegeben: der Druck, die Fülle
und das Volumen im Mund sind weg, der Abgang ist eher schlank und
schon fast kurz. Und trotzdem: Es ist noch ein schöner Wein.
Verglichen mit dem ganz in der Nähe liegenden La Lagune - mit weit
höherem Renommee - hat der Wein die fast 17 Jahre weit besser
überstanden und präsentiert sich frischer und fröhlicher (sogar
weit angenehmer) als der etwas teurere und mehr gelobte La Lagune aus
der gleichen Periode.

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www.wein-plus.de/karte/zuelligpe

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