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1978 Clos des Papes Chateauneuf du Pape und

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Betreff: 1978 Clos des Papes Chateauneuf du Pape und

Datum: 2004-01-23 10:29:32
Absender:  "Uwe Bende"



Es begab sich am Ende des Jahres:

Eine schon länger auf eine richtige Gelegenheit wartendende Flasche 1978er
Chateauneuf du Pape Clos des Papes wurde ihrer Bestimmung zugeführt. Die
einzige Bestimmung, zumindest wenn man es philosophisch betrachtet, zu deren
diese Flasche von womöglich mehreren Eigentümern in den letzten 23 Jahren
aufbewahrt wurde, war, dass sie ihren Inhalt genussvoll in meinen
Schlund ergehen lassen sollte.

1978 Clos des Papes Chateauneuf du Pape
nur sehr dezente Bräunung am Rand, kräftiges, dunkles, frisches rot; sehr
viel Garrigue in der Nase, kandierte Früchte, etwas Erde, Leder, und Süsse,
leicht animalische, aber frische Noten; am Gaumen super strukturiert und
lang anhaltend, schwarze, dunkle Frucht, Süsse, Kräuter und Fleisch; ....
nach wenigen Minuten immer mehr Körper schon in der Nase andeutend, Volumen
und Struktur ...((20-30 Minuten) wird immer stärker in der Nase; am Gaumen
immer mehr Süsse und harmonische, animalische Noten, stärker Kräuter und
Gewürze, erstaunlich viel süsse, fast jugendlich, schwarze Frucht, dezente
Portnote, grosser Wein, noch immer Tannin und merklich Zukunft, stärker
werdende schwarze und rote Frucht, immer mehr Kirsche und schwarze
Brombeeren und kräftiger werdende Aromen von Kaffee, Tabak und kandierten
Früchten mischen sich in diesen "Kompott";;;;; immer grössere Harmonie
entwickelnd und deutlich jünger wirkend (in einer Blindprobe hätte ich den
zu diesem Zeitpunkt nie und nimmer für einen 78er gehalten), wird immer
rotfruchtiger, immer mehr präsente, vordergründige Kirscharomen, die nach ca
1 Std fast alles andere überlagert; wird immer besser und fruchtsüsser, mit
starker, dunkler Frucht, die sich bemüht den Kirscharomen Paroli zu bieten
... ein Feuerwerk der Sinne, eine Leidenschaft im Glas, betörend und
umnebelnd; das ist, was andere grosse Chateauneufs der Jahre 89,90,98,00,01
und 03 werden können, eine Legende der Weinwelt .... nach rund 2 Stunden
werden Erdbeeraromen immer stärker, fast etwas marmeladig wirkt er ob dieser
prägnanten Noten und seinen charmanten, diese Töne begleitenden, orange
Fruchtnotkomponenten und roten kandierten Früchten, die die Grösse dieses
Weines wundervoll begleiteten ... was hätte er vielleicht noch alles zeigen
können oder auch nicht; mehr als drei Stunden überlebte er jedenfalls nicht
[weil ausgetrunken]. Ein Wein, dessen Grösse ich vielleicht noch immer nicht
so richtig begriffen habe, jedenfalls der mit Abstand beste und gewaltigste
alte (mehr als 20 Jahre) Chateauneuf du Pape den ich bis heute getrunken
habe. Ein Riese und das nicht aus einem Spezialcuvee, sondern
über eine ganze Partie.... Clos des Papes, "spiel es noch einmal für mich"
... (97)


ein anderer Wein des Abends war:

1978 Domaine de Saint-Prefert Chateauneuf du Pape
Der Wein zeigte eine bräunliche Färbung am Rand bei mittlerer roter Farbe;
in der Nase Noten von hellen roten Früchten, Leder und leichte Fleischaromen
mit dezent süssen, kandierten Früchten; am Gaumen charmant und noch
immer harmonisch wirkend. Leder und Kräuternoten, von mittlerer Struktur und
Länge, sehr ordentlich, charmant und etwas portlike . ... (89)

Buhls Spätlese Ungeheuer trocken ;-) 2002 wie auch Valdespino 1842 rundeten
neben 96er Riesling Sekt von Petri den Abend ab.

Viele Grüße

Uwe Bende


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