AW: 1993 Kallstadter Saumagen Beerenauslese,
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Betreff: AW: 1993 Kallstadter Saumagen Beerenauslese,
Datum: 2006-03-03 11:19:55Absender: "Markus Vahlefeld"
Hallo Bernd (und natürlich alle anderen)!
Deiner Mail ist wirklich nichts hinzuzufügen. Ich selbst hatte den Wein
zufälligerweise selbst gestern im Glas. Ich fand ihn wunderbar im Trunk und
fast sensationell, was das Preis-Genuss-Verhältnis angeht. Was bekommt man
sonst an Süssweinen für 16 - 17 Euro die GANZE Flasche? Und dann ist der
Wein noch 13 Jahre alt! Phänomenal!
Ich hatte das Vergnügen, mich gestern durch die Kollektion von Herbert
Bender zu verkosten. Allesamt sehr ordentliche Weine. Herausragend seine
Rieslinge aus dem Saumagen. Vor allem die Spätlese trocken von 1998
(sensationelle EUR 7,50,--) und die BA von 1993. Wunderweine! Handwerklich
hergestellt, natürlich vergoren, Weine ohne Schnörkel und Schnickschnack.
Das sind die Spuren grosser Rieslingkultur. Und beide Weine machen auch
noch in 5 Jahren richtig Freude! Ich habe bei dem Preis mehrfach
zugegriffen.
(Bin weder verwandt noch verschwägert mit Herbert Bender)
Herzliche Grüsse
Markus Vahlefeld
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
> Auftrag von Bernd Beckschwarte
> Gesendet: Donnerstag, 2. März 2006 22:16
> An: Weinforum
> Betreff: [weinforum] 1993 Kallstadter Saumagen Beerenauslese, Herbert
> Bender
>
>
> Die Anspannung einer böse rabiaten Arbeitswoche darf früh
> weichen. Freitag kommt nichts heftig bedeutendes mehr.. Lege
> ich fest.
>
> Darum ein Riesling von hohen Gnaden. Mit dichtem Gelb hockt
> er im Glas. Erwartungsvolle Düfte strömen. In der Nase
> beides, eine witzige Kombination, Jugendlichkeit und Reife.
> Zuerst dominiert ein Petrolton. Neben der frischen Säure.
> Firne? Nein. Nur Petrol. Das darf er, ist kein Jungspund
> mehr. Aprikose und Banane leuchten sonnig aus dem Kelch,
> schmeichelnd an das Naseninnere und friedenstiftend. Mit
> dicken Honigtriefnasen läuft der Wein zurück. Jeder Schwenk
> begeistert Auge und Nase. Eine Spur Apfel tupft Frische hin.
>
> Erster Schluck. Flüssiger Honig der richtigen Konsistenz.
> Süße umspielt die Zunge vorn. Mild gleitet der Wein in die
> längshohl bergende Wölbung. Er rollt und rollt, schmeichelt
> der ganzen Zunge. Hinten läuft er aus, ganz gerade, rund.
> Glimmt sanft hinweg. Eine halbe Minute lang. Verströmt den
> Kuss der Gnade. Wie eine ältere Schwester, die einen fest in
> den Arm nimmt. Hier mal von innen, wird in der Kehle alles
> wohlig umfangen. Greift Platz und vertreibt anderes, Böses
> mit leichter Hand.
>
> Kopfschütteln, Wundern, es ist fast nicht wahr: ist das ein
> klasse Zeug.. Viel zu selten plündere ich die
> Süßwarenabteilung. Heute aber sollte das mal sein.
>
> Wieder ein flüssiger Schmelz. Nun ist auch das Petrolige der
> ersten Schlucke komplett verflogen. Nur noch Jugend, nur
> noch Frische, nur noch sanft. Üppiges Blond. Das elegante
> Vollweib. Veronika, des Tagebuchfälschers pralle Geliebte.
> Dass die Augen schiefstehen, macht gar nichts. Begeisternd.
> A pecurious sort of a girl. Zu wenig tummle ich mich bei
> dicken Rieslinginnen. Mir fehlen die Maßstäbe. Bestimmt
> heftig in den 90er Punkten.
>
> Diesen Wein sollte es auf Rezept geben. Um prosaisch zu
> schließen, Bodenhaftung, Vererdung rückzugewinnen: der
> Knüller. Zur Kostensenkung im Gesundheitswesen. Die Medizin
> wächst am Pfälzer Hang, so einfach ist das. Für 16 oder 17
> Euro die blanke Wonne.
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> Bernd B
>
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