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AW: Heymann-Loewenstein

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Betreff: AW: Heymann-Loewenstein

Datum: 2006-12-18 16:47:42
Absender:  Jürgen Steinmeyer



> anfänglich einen massiv unangenehmen Geruch verbreiten ...

> Ich habe schon viele Erklärungen zu diesem Effekt gehört, der
> bedeutungsvollste kam wohl von einem Winzer aus Niederfell/Mosel,
> der erklärte, dieses Verhalten sei typisch für einen Wein,
> dem Würzer zugesetzt sei.

Hallo Werner,
das scheint mir ein richtiges Winzermärchen.
Wir sprechen doch über qualitativ hochwertige Rieslinge.
Würzer ist eine äußerst fruchtbetonte Rebsorte,
die vegetative Paprika- und Cassistöne in einer
unverwechselbaren Aromatik vereinen.
Sie läßt aber im Gegensatz zu mir an Körperfülle fehlen
und verliert ihre Aromatik spätestens in zwei Jahren.
Ein schlechter Verschnittpartner.

Eher nehme ich die schwefelartige Schieferaromatik an,
die in der Tat oft zu Fehlinterpretationen führt und
nach einiger Zeit nicht mehr unangenehm wahrgenommen wird.

Vielleicht ist es aber auch unechtes Terroir,
das als aufgesetztes Aromat bald verfliegt.

Freundliche Grüße
Jürgen


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
Auftrag von Werner Müller
Gesendet: Sonntag, 17. Dezember 2006 11:33
An: weinforum@wein-plus.de
Betreff: [weinforum] Heymann-Loewenstein


Verehrtes Forum,
die Diskussion um das Interview von Herrn Heymann-Löwenstein nimmt
langsam etwas groteske Formen an. Ich konnte es leider bisher nicht
lesen, weil der link, den ich verwendete, mich ins Nichts führte.
Ich habe Herrn Heymann-Löwenstein vor einigen Jahren als äußerst
eloquenten, dabei aber sehr angenehmen Gesprächspartner kennengelernt,
der offenbar immer wusste, was er wollte und sich gegen enorme
Widerstände in Winningen durchsetzte. Der Terroirgedanke wirkte bei
ihm - ich glaube, er hat ihn bei uns maßgeblich losgetreten - absolut
echt und bei seinen Weinen ebenso. - Ich wollte aber kein hohes Lied
auf ihn singen; weil fast alle seine Weine, die ich zu Hause nach
mind. 2-monatiger Lagerung bei 12°C aufgemacht habe, anfänglich einen
massiv unangenehmen Geruch verbreiten, der nach 40-50 Min völlig
verflogen war und einer wunderschönen, ausgeprägten Blume Platz macht.
Kennt jemand dieses Phänomen? Laufe ich offene Türen ein? Jedenfalls
gelang es mir vor einem Jahr mit der Voraussage dieses Effektes meine
kanadischen Weinfreunde - echte Okanagan-Jünger - in höchstes Erstaunen
zu versetzen.
Ich habe schon viele Erklärungen zu diesem Effekt gehört, der
bedeutungsvollste kam wohl von einem Winzer aus Niederfell/Mosel, der
erklärte, dieses Verhalten sei typisch für einen Wein, dem Würzer
zugesetzt sei. Wie denkt Ihr darüber?
Freundliche Grüße
Werner
(Heppenheim)



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