Anmelden
Dauerhaft anmelden
Infos über Wein-Plus
Mitgliedschaft
RSS
Hilfe
Social Networks
Stellenangebote
Impressum
Presse
Über Wein-Plus
Datenschutz
Partnerprojekte
Kontakt

AW: Kannibalismus und Wein (Satire)

  1. Information
    Weine, Winzer, Wissen
  2. Forum
     (1225 Beiträge)

Zurück zum aktuellen Forum    zum alten Wein-Plus.de Archiv

Betreff: AW: Kannibalismus und Wein (Satire)

Datum: 2004-01-22 20:48:16
Absender:  "Oliver Wullschleger"



Die Kombination Mensch und Wein ist schwierig, da der Mensch hier nicht
als Gesamtes gesehen werden darf.
Machen wir es doch für den Anfang sehr einfach und Fragen Deutschland,
das Land der Wurstkenne:
Was trinkt man zu Wurst??


Liebe Grüsse

Oliver

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de] Im
Auftrag von Elflein@t-online.de
Gesendet: Mittwoch, 21. Januar 2004 11:30
An: weinforum@wein-plus.de
Betreff: [weinforum] Kannibalismus und Wein (Satire)

Liebe Weinfreunde,

nachdem ein Gutachten dem "Kannibalen von Rotenburg" bescheinigt, nicht
an einer psychischen Erkrankung zu leiden, und der freundliche Onkel
Doktor damit - zumindest erscheint es nach Presseberichten so - die
nicht ganz alltägliche Neigung des Herrn Meiwes für meinen Geschmack
doch ein wenig beschönigend darstellt, stellt sich mir die Frage: Wie
krank ist unsere Gesellschaft wirklich?

Wahrscheinlich wird es erst dann zum großen Aufschrei kommen, wenn es
die Musiker der Gruppe Rammstein wagen, ein Tondokument zu diesem Thema
zu veröffentlichen. Eingefleischte (hier muss ich inne halten und mir
überlegen, ob dieses Wort in diesem Zusammenhang passend ist)
Musikfreunde werden sich noch lebhaft an das verlogene Gezeter
moralisierender Schreiberlinge erinnern, nachdem bekannt wurde, dass das
niedliche, auf dem Cover des letzten Tonträgers abgebildete "Baby im
Mutterleib" in Wirklichkeit aus einer Präparatensammlung stammt. Eine
Veranstaltung namens "Körperwelten", in denen Leichenteile ausgestellt
werden, findet dagegen wohl nur eine Minderheit anstößig.

Doch zurück zum Thema. Da Kannibalismus in Deutschland keine Straftat
darstellt, und diverse Gutachter möglicherweise selbst nicht mehr Herr
ihrer Sinne sind - bei all dem Elend, mit dem sie täglich konfrontiert
werden, eigentlich kein Wunder - wird es vermutlich irgendwann auch hier
zum Tabubruch kommen. In meiner Nachbarschaft werden die ersten
Fangnetze ausgeworfen, und in einer als Billiganbieter bekannten
deutschen Supermarktkette wird sich tiefgekühlter Homo sapiens in der
Kühltruhe befinden. Wer einen Eiswein für fünf Euro verkauft, hat keine
moralischen Bedenken!

Der Genuss von Menschenfleisch wird gesellschaftsfähig, zur Freude der
Tierschützer. Endlich müssen wir uns nicht mehr die Frage stellen, wo
all das Fleisch, das wir verzehren, herkommen soll oder was mit all den
Rentnern zu passieren hat, die der jüngeren Generation eh nur auf der
Tasche liegen, sondern können uns endlich der einzig wirklich wichtigen,
zentralen Frage widmen:

Was trinken wir dazu?

Armin Meiwes soll mal eben locker 20(!) Kilogramm seines abendlichen
Essensgastes - dieses Wort wird eine völlig neue Bedeutung erlangen -
verschnabuliert haben. Welche Soße es dazu gab, und welcher Wein
getrunken wurde, ist uns aus den Presseberichten leider nicht
überliefert. Daran dachte mal wieder kein Mensch!

Wenn Hardy Rodenstock Recht hat, und der 2000er Chateau Mouton
Rothschild tatsächlich bereits einen gewissen morbiden Charme verströmt
,
wäre dieser Wein doch mal ein geeigneter Kandidat. Genau kann ich es
aber nicht sagen, weil ich in dieser Szene nicht verkehre.

Kalt vergorene Rieslinge wären aber sicher eine Alternative auf der
Weißweinschiene. Die sind bereits nach spätestens einem Jahr derart
hinüber, dass ihr Genuss, zumal zum Essen, oft schon eine sehr bizarre
Haltung des Weinfreundes zum Thema Wein & Speisen erfordert. Ich
jedenfalls möchte solche Weine dann nicht mehr trinken, weder solo, noch
zu (oder mit) dem Essen.

Viele Grüße
Werner

P.S. Ich gehe in der Mittagspause zum Chinesen - da weiß man wenigstens,
das alles nur von Tieren stammt. (Wenngleich nicht, von welchen ...)

--
Werner Elflein
Paracelsusstraße 12, 41564 Kaarst, Deutschland
Telefon: +49 2131 2049036, Telefax: +49 2131 2049037
Mobiltelefon: +49 171 2883761, Mobiltelefax: +49 171 13 2883761
E-Mail: Elflein@t-online.de, Internet: Elflein.privat.t-online.de