AW: Re: Italien und Sangiovese
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Betreff: AW: Re: Italien und Sangiovese
Datum: 2010-02-23 13:49:47Absender: "K&M Gutsweine Frankfurt"
Hallo Herr Reichenbach,
Sie sprechen mir aus der Seele, denn genau die gleichen Beobachtungen habe
ich vor 2,5 Jahren gemacht, als ich das letzte Mal die Toskana beruflich
besuchte. Die meisten der verkosteten Weine, die ich auf diversen Messen
probieren konnte, waren reine Sangiovese-Weine und gerade die kleinen,
unbekannten Erzeuger, die übrigens vielmals phantastische Preise für die
gebotene Qualitäten anboten, machten mir auch in vielen Gesprächen deutlich,
dass ihr Weg nur dieser sein wird.
Beste Grüße
Bernd Klingenbrunn
K&M Gutsweine
www.gutsweine.com
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: weinforum_owner@wein-plus.de
> [mailto:weinforum_owner@wein-plus.de]Im Auftrag von Klaus Reichenbach
> Gesendet: Freitag, 19. Februar 2010 11:26
> An: klingenbrunn@gutsweine.com
> Betreff: [weinforum] Re: Italien und Sangiovese
>
>
> Hallo Bernd und Peter sowie alle Mitleser/innen,
>
> so ganz mag ich Euren Ausführungen zum Chianti und den
> Weinen aus der Toscana nicht folgen.
> Sie stimmen, wenn man sich nur mit den (sehr) bekannten
> Winzern und Kellereien befasst.
> Auf der anderen Seite gibt es immer (oder wieder) noch eine große Zahl
> von Winzer/innen, die sich auf die traditionelle Weise am Sangiovese
> versuchen.
> Rein und ohne Zusatz von Merlot und/oder Cabernet.
> Selbst Frescobaldi hat noch einen reinen Sangiovese im Programm,
> allerdings nicht mehr so klassisch produziert, wie vor einigen
> Jahren noch. Ich weiß aber nicht, ob der noch in Deutschland zu
> bekommen ist.
> Es lohnt sich also, einfach mal bei den "Kleinen" zu kosten. Da gibt es
> dann manche Überraschung.
> Übrigens wird auch in den Marken noch ganz tradioneller Sangiovese
> hergestellt. Kein Schnickschnack, aber lecker. Und da ist er meist sogar
> mit einem äußerst attraktiven PLV zu bekommen.
>
> Grüße aus Kassel
> Klaus Reichenbach
>
> Bernd Schepperle schrieb:
> > Liebes Forum, lieber Peter
> >
> >
> >
> > Ich bin überrascht, dass Peters m.M. nach interessanter
> Annäherungsversuch
> > an den italienischen Wein hier im Forum so wenig Resonanz findet.
> >
> > Ist das die Forumskrise?
> >
> > Oder interessiert sich hier einfach niemand für italienischen Wein?
> >
> > Verstehen viele andere den italienischen Wein auch nicht (mehr)?
> >
> >
> >
> > Peter hat sich da auf ein schwieriges Unterfangen eingelassen.
> Das Typische
> > im italienischen Wein finden. Noch dazu in der Toskana.
> >
> > Gerade in der Gegend, in der die Winzer sich geradezu in kollektiver
> > Selbstaufgabe den Wanderönologen und dem Diktat der Weinjournalisten
> > unterworfen haben.
> >
> > In der man, wie Peters Zitate eindrücklich unterlegen, Tradition keinen
> > Stellenwert hat und die Mehrheit der Winzer lieber Weine machen, die so
> > sind, wie alle anderen auf der Welt. Tradition und Typizität
> stehen noch als
> > werbewirksame Schlüsselwörter in den Selbstdarstellungen und
> > Marketingprodukten. Im Wein sind sie weitgehend verschwunden.
> >
> > Traditionellen, typischen Sangiovese zu finden, das gelingt mittlerweile
> > nicht mal den jahrzehntelangen Kennern dieser Region so auf Anhieb.
> >
> > Ein Zitat von Andreas März (Zeitschrift MERUM) aus dem Jahre 2005: