AW: Re: Neue Technologien im Weinausbau
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Betreff: AW: Re: Neue Technologien im Weinausbau
Datum: 2004-03-06 20:19:04Absender: JSteinmeyer@t-online.de (Jürgen Steinmeyer)
Hallo Peter,
warum hier sogenannte Profis nicht
geantwortet haben, glaube ich zu wissen.
Nun bin ich auch nicht der große Experte,
jedoch - was soll diese Verkostung?
Du kannst in einer seriösen Verkostung
nur Weine aus gleichem Traubenmaterial
gegenüberstellen. Und man braucht für die
hier schwierige Moderation außergewöhnliche
Sachkenntnisse.
Ich habe das Gefühl, daß bei Dir eher das
Spektakuläre überwiegt. Da ist der Schaden
größer als der Nutzen.
Während der Versuchsphase mußten neben den
mostkonzentrierten Weinen auch Weine ohne
und mit ähnlicher traditioneller Anreicherung
aus der gleichen Charge hergestellt werden.
Nur diese können miteinander verglichen werden.
Aber diese parallele Herstellung gibt es
nicht mehr.
> Einen Amarone oder Recioto bekommt man
> ja schon im Supermarkt
So kann man keine Vergleichsverkostung erstellen.
Wenn diese gegen einen Strohwein aus Österreich
gestellt werden, müssen falsche Schlüsse gezogen
werden.
> Warum diese Mauer des Schweigens?
> Oder habe ich mich nur im falschen Forum angemeldet?
> Was bezwecken so viele Winzer mit ihrer Geheimniskrämerei?
> Erzeugen sie damit doch nur Misstrauen!
Das ist doch Käse. Mit diesem Anspruch werden sich
doch noch weniger als keine melden.
Ich selbst halte es jedenfalls so:
Es ist meine Freizeit, die mal üppiger und mal
sparsam bemessen ist. Wenn ich Lust habe, schreibe
ich was. Und wenn ich keine habe, schreibe ich nichts.
Einem Zwang unterwerfe ich mich nicht.
Das wird bei den Meisten nicht anders sein.
Zur Verkostung: Ich selbst mache nur das, was ich
auch gut kann. Die Problematik ist beim Konzentrations-
Vergleich größer, als Du glaubst.
Und das kannst Du nicht können.
Freundliche Grüße
Jürgen
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
Auftrag von Heide und Peter-Chr. Ellwardt
Gesendet: Freitag, 5. März 2004 16:12
An: weinforum@wein-plus.de
Betreff: [weinforum] Re: Neue Technologien im Weinausbau
Hallo Thomas Deck,
lassen wir einmal die Wünschelrute in der Ecke liegen.
Ob eine Probe sinvoll oder unsinnig ist, hängt in erster Linie von der
Fragestellung ab, die einer Probe zugrunde liegt.
In meiner Probe möchte ich den Teilnehmern (übrigens alles keine Profis,
sondern interessierte Laien, die auch etwas über die Weinerzeugung erfahren
wollen) die verschiedenen Verfahren der Mostkonzentration vorstellen. Dazu
gehört selbstverständlich auch das Saignée-Verfahren, das Trocknen der
Trauben und natürlich auch der Eiswein.
Dazu geeignete Weine zu beschaffen, halte ich für nicht so schwer. Einen
Amarone oder Recioto bekommt man ja schon im Supermarkt - ich dachte aber
eher an einen Strohwein aus Österreich.
Natürlich hätte ich am liebsten Weine aus gleichem Traubenmateriel, die mit
verschiedenen Verfahren konzentriert wurden, damit man selbst erfahren
kann, was diese Technologien bringen.
Warum soll eine solche Erkenntnis nur Euch Profis vorbehalten bleiben?
Ich hatte gehofft, von diesen Profis Unterstützung erhofft, erklären doch
einige von Ihnen im Forum "talk-about-wine", dass sie solche Weine probiert
haben. Warum diese Mauer des Schweigens? Oder habe ich mich nur im falschen
Forum angemeldet?
Was bezwecken so viele Winzer mit ihrer Geheimniskrämerei? Erzeugen sie
damit doch nur Misstrauen!
Woher wissen Sie, dass die verschiedenen Konzentrationsverfahren den Wein
geschmacklich nicht verschieden beeinflussen?
Bevor ich aber die Astrologie oder mir die Karten lege, werde ich auf
anderen Wegen mein Glück versuchen. All denen, die mir persönlich Tipps
übermittelt haben, möchte ich danken
Gruß aus Braunschweig
Peter Ellwardt
"Thomas Deck" <thomas.deck@gmx.de> schrieb:
> Hallo,
>
> MK ist sensorisch nicht von anderen Konzentrationsmethoden
> unterscheidbar, deswegen kann ich einen Sinn einer solchen Probe nicht
> erkennen. Außerdem gibt es noch viele andere (weniger technische)
> Konzentrationsmethoden, über die seltsamerweise nie diskutiert wird.
> Eine davon ist z.B. die Saignée, bei der ein Teil des Saftes vor der
> Vergärung entnommen und anderweitig verwendet wird (letzteres ist
> angeblich verboten, der Grund ist mir allerdings nicht klar).
> Wasserentzug ist auch durch irgendwelche Art der künstlichen Trocknung
> denkbar (dies wird z.B. großtechnisch im Valpolicella durchgeführt).
> Mit Sicherheit gibt es eine ganze Palette von Methoden, über die
> leider nicht offen gesprochen wird.
>
> Und wenn ein Spätburgunder von Johner anders schmeckt als einer von
> Bercher, hat das mit der MK am wenigsten zu tun.
>
> Ein solche Verkostung hätte nur Sinn, wenn man ein und denselben Wein,
> mit verschiedenen Konzentrationsmethoden erzeugt, vergleichen könnte.
> Solche Verkostungen gab es schon, aber an entsprechende Muster kommen
> nur Profis ran.
>
> Auf der ProWein erzählte mal wieder ein Winzer, die MK würde die
> "innere Struktur" des Weines verändern. Aber wie üblich konnte er
> nicht darlegen, wie bei den anderen, "natürlichen"
> Konzentrationsmethoden, verhindert wird, dass die innere Struktur
> verändert wird. Egal, wie ich das Wasser entziehe: Ein Teil der
> Geschmacksstoffe geht immer mit raus. Geaschmacksstoffe gehen auch
> beim Abstich oder beim Klären mir raus. All das verändert die innere
> Struktur des Weins.
>
> Ganz drastisch wird die innere Struktur des Weins (bzw. der Trauben)
> zwischen Anfang Oktober und Anfang November verändert. Wer Anfang
> Oktober erntet, wird also einen ganz anderen Wein bekommen als der,
> der Anfang November erntet. Analoges gilt mehr oder weniger für jede
> einzelne kellertechnische Maßnahme. Von der Röstung der Barriquefäs se r
> ganz zu schweigen
>
> Wer unter all diesen Faktoren die MK blind herausschmecken kann, hat
> auch gute Karrierechancen als Astrologe oder Wünschelrutengänger.
>
>
> Thomas Deck
>
>
> On 01 Mar 2004 17:18 GMT, hup.ellwardt@t-online.de (Heide und
> Peter-Chr. Ellwardt) wrote:
>
> >Hallo liebe Forumianer,
> >
> >am 10. Januar wagte ich erstmals eine Frage ans Forum zu richten und bat
um Mitteilung von Weinbaubetrieben, die eine Mostkonzentration, sei es
durch Vakuumverdampfung, Umkehrosmose oder Kryoextraktion, durchführen.
In einer Verkostungsrunde in Braunschweig möchte ich eine Weinprobe zu
diesem Thema durchführen und suche deshalb Weine, die mit Einsatz der
neuen technologischen Verfahren erzeugt wurden.
> >Leider erhielt ich auf meine Anfrage keinerlei Antwort, obwohl ich mir
ziemlich sicher bin, das unter den Experten der Forumianer mehrere mir
hätten weiter helfen können. Darum richte ich nochmals meine Bitte ans
Forum. Sollte es nicht opportun sein, entsprechende Weinbaubetriebe
namentlich ins Forum zu stellen, wäre ich sehrdankbar, wenn man die
Mitteilung direkt an meine E-mail-Adresse senden würde.
> >
> >Gruß aus Braunschweig
> >
> >Peter Ellwardt
> >Tel.: 0531-612167
> >E-mail: hup.ellwardt@t-online.de