AW: Winzer als Abfueller
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Betreff: AW: Winzer als Abfueller
Datum: 2005-11-11 13:23:06Absender: Jürgen Steinmeyer
Hallo Max,
wie Du schreibst, es ist fließend.
Die weingesetzlichen Vorschriften lassen
für eine ErzeugerGutsWeingutsWinzerWG-
Bezeichnung eben nur 100 % aus eigenem
Lesegut zu. Auch eine evt. verwendete SR.
Man kann die zweitrangige Abfüllerbemerkung
vermeiden, wenn man eine Fläche pachtet
(allerdings für mind. 2 Jahren, um Mißbrauch
auszuschließen) - auch mit Bewirtschaftungs-
vertrag.
Um die Qualität der Trauben zu gewährleisten,
behalten es sich viele Käufer vor, über die
gesamte Vegetationszeit überwachend einzugreifen
und gewisse Auflagen und Vorschriften vertraglich
zu fixieren. Der daraus verarbeitete Wein
entspricht dann der Hausqualität.
Es gibt aber einschließlich der Traubenkäufe
(Kellerei, Abfüller) erheblich schwankende
Qualitäten. Ein Erzeuger wird nicht seine
besten Trauben verkaufen.
Der Zukauf von Trauben kann viele Ursachen haben.
Oft ist die Basisqualität als erstes ausverkauft.
Da der Bsis-Käufer aber gerne auch mal einige
Flaschen Premium mitnimmt, will man diese bei
der Stange halten. Auch hat man mit der örtlichen
Gastronimie ein zweites Standbein, das beim
Preislistenvermerk "ausgetrunken" schnell abspringt.
Schädlings-, Frost-, Verrieselungs- und Hagelschaden,
Weinbergsumstellungen u. ä. zwingen oft, dies
anderweitig auszugleichen.
Ein räumlich und buchhalterisch getrennter Ausbau
ist wie ein sichtbarer Vermerk in der Preisliste
vorgeschrieben.
Da wir keine Totalkontrolle (gottseidank) haben,
gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.
Allerdings, einen Gutsriesling aus fremden Trauben
(und wäre es nur 1 %) darf es nicht geben.
Ein renommierter Erzeuger wird auch bei Zukäufen
auf eine Mindestqualität achten.
Denkbar ist, daß Minderqualitäten unter einer
Abfülleradresse oder einem Zweitnamen verkauft werden.
Freundliche Grüße
Jürgen
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im
Auftrag von Max-Georg Stork
Gesendet: Freitag, 11. November 2005 11:51
An: weinforum@wein-plus.de
Betreff: [weinforum] Winzer als Abfueller
Hallo Michel, Jürgen et al.
Klar ist, fremde Trauben von 1 % bis zu 100 % werden auch beim
Winzer-Abfüller in "seinen" Wein gepackt.
> > Was soll ich davon halten?
>
> Wenn der Wein schmeckt, wo ist Dein Problem?
Michel, so simpel machen sich auch Juristen das nicht. Du
entsinnst Dich noch aus Deinem Vorleben :-)?
> Viele gute Erzeuger sind schon recht früh mit ihrer
> Basisqualität ausverkauft, da sich das Segment immer
> mehr in den Premiumbereich verschiebt.
Jürgen, mag manchmal sein.
Aber immer öfter stellen renommierte Winzer schon unter der APNr
01/05 fremde Weine an. Auf den relativ teureren Gutsrieslingen
findet sich - kleingedruckt - zumeist ( durchgehend? ) das Wort
Abfüller und in den Preislisten fehlt häufig der Hinweis. Schaut
mal auf Eure Brot-und-Butter Rieslinge. Oh Wunder!
Da wird schlichtweg der Name vermarktet.
Bei meinen bisherigen Gespächen mit renommierteren Winzern wird
fast unisono erklärt, schon die Arbeit des unbekannten Winzers
im Weinberg erfolgt nach den Abfüllervorschriften und wird
überwacht, die Lese erst recht, usw.
Stimmt das? Sind die bezahlten Preise tatsächlich sehr gut für
den Erzeuger? Wird mit den Basisweinen die schnelle Markt
gemacht? Besteht noch ein Unterschied zur Mertes KG?
Was sagen die Insider?
beste Grüße aus Bielefeld
Max-Georg Stork
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