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AW: es muss kein Wein gewesen sein.....

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     (1227 Beiträge)

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Betreff: AW: es muss kein Wein gewesen sein.....

Datum: 2006-02-17 11:05:39
Absender:  "Karl Bajano"



Servus Andreas,

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: unmodweinforum_owner@apris.de
[mailto:unmodweinforum_owner@apris.de]Im Auftrag von Andreas Haeger
Gesendet: Freitag, 17. Februar 2006 10:44
An: weinforum@wein-plus.de
Betreff: [unmodweinforum] Re: AW: Re: es muss kein Wein gewesen
sein.....

<<Wichtig wäre mir aber bei einer VKN, ob die Süße nur
riechbar ist oder riechbar und schmeckbar oder nur schmeckbar (das
läßt auch Rückschlüsse auf die Ursache des Süße-Eindrucks zu).>>

Selbst erwischt: Süße kann man per se nicht riechen. Als so pedantischer
Kritiker darf das nicht passieren. Noch dazu gibt es auch "nur riechbar",
natürlich jeweils mit der korrekten Assoziation, weil C6H12O6 und C12H22O11
einfach geruchlos sind. Es muss also der eigentliche Träger genannt werden,
bei dessen Wahrnehmung auf Süße geschlossen werden kann.

>"Moos und welkes Laub vermischt mit noblen erdigen Würznoten" kann
>heissen, dass der Wein
>in der Nase so riecht, im Zungen sowie im Gaumenbereich diesen
>Eindruck von Laub und Erde verstärkt.
<Ich esse ja so einiges, manchmal sogar junges Laub bei einem
Waldspaziergang. Aber Erde, Moos und welkes Laub habe ich bisher noch
nicht probiert und kann daher auch nicht sagen, ob ein Wein danach
schmeckt.>>

Das ist falsch, weil ein gesunder Mensch viele Dinge, die er riecht, auch in
gewisser Form als Geschmack erlebt. Wir reden von Aroma. Sehr oft hat man
bei intensivem Geruch auch den dazu gehörigen Geschmackseindruck. Zumindest,
was uns unser Gehirn so vorgaukelt. Daher kann es auch sein, dass ein
entsprechender Geruch sofortigen Brechreiz auslöst, der "Duft" allein macht
das meist nicht.

<<Ein Wein der nach Tee, Moos, Erde, Nougat, Nuss und Laub
(und nichts anderem) schmeckt oder riecht, wäre für mich jedenfalls
etwas sehr seltsames.>>

Da stehst du aber recht einsam da (auch kein echtes Problem), solche Weine
sind eher häufig. Wer das nicht allein mag, interprätiert eben etwas ihm
Genehmes (oder auch nicht) dazu. Was häufig der Fall ist, besonders bei sehr
warmen Weinen.

>Tee, Moos und welkes Laub vermischt mit noblen erdigen Würznoten,
>schöne Nougattöne, im Mund ebenfalls sehr nussig, direkt
>ansprechend, sehr gut stützende Säure

<Kann man daraus überhaupt erkennen, daß es ein Wein ist?>

Ja, erst Recht, weil es im Kontext zu verstehen ist. Wenn du das Wort
"Spiegel" hörst und die momentane Bedeutung verstehen willst, musst du den
Kontext kennen: bei der Jagd geht es um einen Reh-Arsch, bei den Medien um
eine Zeitschrift und im Einrichtungshaus um einen Einrichtungsgegenstand.

<<Im Garten wachsen bei mir reichlich Kräuter, Früchte und Beeren. Und
ich komme vom Lande, der Wald war direkt nebenan. Dennoch wird meine
Wahrnehmung nur wenig von solchen Assoziationen bestimmt und wenn sie
auftreten, dann sind sie sekundär (der Wein riecht/schmeckt auch ein
wenig nach xyz).>>

Das ist schade und auch insoferne nicht ganz verständlich, als viele der
Gerüche recht eindeutig in Weinen nachweisbar sind.

Gruß

Koal


--