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AW:Zukunft des Steillagenweinbaus

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Betreff: AW:Zukunft des Steillagenweinbaus

Datum: 2005-10-31 11:59:45
Absender:  "Marcus Hofschuster"



Hallo Ollie,

das hast Du hübsch und treffend zusammengefasst. In vieler
Hinsicht sieht es tatsächlich so aus.

Mit einer Einschränkung: natürlcih gibt es exzellente
Kabinette von der Mosel aus reduzierten Erträgen.

Es gibt sie nur nicht - da bin ich wieder bei Dir - zu
Billigpreisen. Zu diesen erhält man mit Glück hin und wieder
Exzellentes, aber eben nicht regelmäßig und auch dann muss
man gegenüber den Spitzenproduzenten im Regelfall immer noch
Abstriche machen. Wirklich dauerhaft hohe Qualität ist in
Steillagen nur produzierbar wenn der pekuniäre Ertrag
stimmt, weil sich Arbeitsaufwand, Ertragsreduktion und
Risiko sonst nicht lohnen.

Herzlichen Gruß

Sam



Dreht doch die Argumentation um, dann redet ihr wenigstens
Tacheles:
"Nur an der Mosel wachsen bei hohen Ertraegen hinreichend
saure
Weine, dass man Restsuesse mit Fug und Recht zur kulturellen
Notwendigkeit erklaeren kann, um ueberhaupt trinkbare Weine
zu
erzeugen. Um die notwendig hohen Saeuregehalte zu
garantieren,
muessen Mindestertraege festgelegt werden. Sollten diese zu
nicht
wettbewerbsfaehigen Weinen fuehren, werden staatliche
Subventionen
avisiert, denn unser Kulturerbe muss gegen den
Heuschreckenkapitalismus der Rheingauer und badischen Winzer
verteidigt werden! Wer trocken trinkt, ist sowieso
Etiketten- und
Prestigetrinker und wahrscheinlich selber Heuschrecke. Oh,
und bevor
wir's vergessen: Die Weine sollen hoechstens 12 Euro pro
Flasche
kosten, sonst zockt uns der Winzer ja ab, das geht ja nicht,
wo
kommen wir denn sonst hin. Und falls die EU mal wieder die
Ertraege
fuer Qualitaetsweine senken will, dann treten wir aus."

Zweiseitig in die FAZ, und gerettet ist die Mosel!


Cheers,
Ollie


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