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Betreff: Re: Versinkt Bordeaux

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Betreff: Betreff: Re: Versinkt Bordeaux?

Datum: 1970-01-01 01:00:00
Absender:  "La Vinotheque Laroche Louis-Pierre Laroche"



Hallo Joachim,

Du schriebst:

"Gut, aber der AXA, diversen Banken und anderen Versicherungen gehören
einige Weingüter. Und wenn jemand drei Weingüter besitzt, dann ist das
für mich auch kein Familienbetrieb mehr. Und ich habe schon mit Bedacht
da Winzerweingüter hingeschrieben. "

Ich teile Deine Meinung in der Unterscheidung von "Weingut im
Familienbesitz" und "Familienweingut" und zwar so: Mir geht es nicht um die
Anzahl der Weingüter, aber um die Gesamtgröße des Betriebes und die
geographische Nähe, sowie um die Betreung des Weingutes durch
Familienangehörige.

Ein Familienweingut in Bordeaux Saint-Emilion, der auch 2 ha in Pomerol
besitzt, und ein paar in Fronsac gilt für mich nach wie vor als
Familienweingut", da von der Gesamtgröße her, sowie von der geographischen
Nähe her, diese von der Familie direkt betreut werden können. Wohnt jetzt
der Eigentümerfamilie vorwiegend in Paris, und lässt ihre Weinberge von
Angestellten betreuen, so erfüllt dieses Weingut nicht mehr die Kriterien um

"Familienweingut" genannt zu werden, obwohl im Familenbesitz.

Beispiel 1: Château Pontet Canet, Familienbesitz von Tesseron, aber
verwaltet von M. Comme, den ich sehr schätze. für mich kein "Familienweingut

. Auch von der Größe her über den Durchschnitt der Médocweingüter und so
groß, dass das tagtägliche betreuen der Einsatz von mehreren familienfremden

Angestellten fordert, die eine überwiegende Verantwortung in der Herstellung

des eines haben.

Beispiel 2: Château Rol Valentin in Pomerol, kleines Weingut im Besitz von M

Prisette, der dort wohnt, und sicher mit Hilfe von Beratern, aber doch
selber das Weingut betreut: gilt für mich als Familienweingut. Jetzt besitzt

er auch Weinberge im Languedoc: sehr schön aber zu weit weg von Bordeaux, um

dort von "Familienweingut" zu sprechen.

Beispiel 3: Château de Maison Neuve: relativ großes Weingut in Montagne
Saint-Emilion, der auch 2 Ha in Pomerol (Haut-Tropchaud) und ein paar in
Lalande (La faurie de Maison Neuve) besitzt. geographische Nähe (max. 15 km)

ganz in Ordnung. M. Coudroy Père wohnt dort mit seiner Ehefrau, sowie Sohn
und Ehefrau, und Tochter. Diese 5 Personen sind tagtäglich im Betrieb tätig
und dort zu treffen. Sie teilen sich die Aufgabe - Sekretariat, Verkauf,
Weinberg, Keller - sicher mit Hilfe von ein paar Angestellten, diese sind
aber nur Hilfskräfte und tragen keine wesentliche Verantwortung im
betrieblichen Geschehen. Obwohl Besitzer mehrerer Weingüter, ein
Musterfamilienbetrieb.

Beispiel 4: Fougeray de Beauclair in Burgund: Duchschnittliches Weingut im
Burgund, hat mehrere Appellationen aber ganz kleine produktion, besitzt aber

ein kleines Weingut im Languedoc. Sollte nach meinen Kriterien durchfallen
aber: Burgund wird von M. Ollivier - Schwiegersohn - zur Gänze betreut,
Languedoc von M. Fougeray, der 5 Tage in der Woche dort verbringt,
Sekretariat und Verkauf werden von Mme Fougeray sowie Mme Ollivier (Tochter
von Fougeray) gemacht, ein paar Angestellte als Hilfskräfte sind auch dabei.

Obwohl hier die geographische Nähe nicht vorhanden ist, das Aufteilen der
Verantwortung auf Fougeray Père und Schwiegersohn, und die Tatsache, dass M.

Fougeray unten im Languedoc die meiste Zeit verbringt, macht von diesem
Weingut ein ausgezeichnetes Familienweingut.

mfg
L-Pierre Laroche
www.lavinothequelaroche.com






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